Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar

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Schabbellhaus in Wismar im Jahre 2006
Schabbellhaus in Wismar im Jahre 2018

Das Stadtgeschichtliche Museum der Hansestadt Wismar befindet sich im so genannten Schabbellhaus.

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heute als Museum genutzte Gebäude wurde um 1569–1571 durch den niederländischen Baumeister Philipp Brandin für den Ratsherrn und späteren Bürgermeister der Stadt Wismar, Hinrich Schabbell (1531–1600), als Kaufmannshaus (Wohn- und Geschäftshaus) und Brauerei im Stil der Frührenaissance an der Schweinsbrücke über die Frische Grube errichtet. Nach späteren Eigentümern wurde das Gebäude auch Kochsche Brauerei genannt.[1]

In Schabbells Auftrag wurde das Haus zur Straße hin traufständig errichtet, der repräsentative Giebel mit deutlichen Anklängen an die Niederländische Renaissance zeigt zur Seitenstraße an der Frischen Grube und wirkt dadurch stadtbildprägend. Einen gewissen Ausgleich schaffen die beiden Renaissanceportale an der Straße mit den beiden Wappen der Eheleute Schabbell. Der Entwurf des Giebels durch Brandin soll auf bei dem Verleger Hieronymus Cock erschienenen Vorlagen von Hans Vredeman de Vries beruhen.[2]

Ausstellung und Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum dokumentiert die Zeit der Zugehörigkeit Wismars zur Hanse und die Schwedenzeit in Wismar, als die Hansestadt ab Ende des Dreißigjährigen Krieges bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts zum Königreich Schweden gehörte. Das 19. Jahrhundert wird durch eine Sammlung von Werken des in Wismar tätigen mecklenburgischen Malers Carl Canow dokumentiert. Das Museum verwahrt auch den einzigen original erhaltenen Wismarer Schwedenkopf.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. II. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Wismar, Grevesmühlen, Rehna, Gadebusch und Schwerin. Schwerin 1898, Neudruck Schwerin 1992, S. 202 ff. ISBN 3-910179-06-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hausbiographie Schweinsbrücke 8 (Memento vom 9. Juli 2007 im Internet Archive)
  2. Schlie (1898), S. 202 ff., dort Fußnote 1 mit Hinweis auf Pictores, statuarii ... adeste: et hunc libellum varias Coenotaphiorum, tumulorum et mortuorum monumentorum formas ... in aere exaratas comprehendentem inspicitote ... et ingeniosae manui Joannes Vredemannus Frisius, quae has excogitavit et liberalitati Hieronymi Cock, cuius impensis haec vobis exhibentur, bene favete, Antwerpen 1563.

Koordinaten: 53° 53′ 42,2″ N, 11° 27′ 59,3″ O