Stadtwerke Karlsruhe

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Stadtwerke Karlsruhe GmbH

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Rechtsform GmbH
Sitz Karlsruhe, Deutschland
Leitung Michael Homann (Geschäftsführer Vertrieb, Handel und kaufmännische Angelegenheiten), Olaf Heil (Geschäftsführer Technik und Personal)
Mitarbeiterzahl 1.143
Branche Energieversorgung
Website www.stadtwerke-karlsruhe.de
Stand: 31. Mai 2019

Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH ist die Gesellschaft zur Versorgung Karlsruhes mit Strom, Erdgas, Trinkwasser und Heizwärme.

Wasserwerk in Elchesheim-Illingen

Ursprünglich handelte es sich um einen stadteigenen Betrieb, der „Stadtwerke Karlsruhe“ genannt wurde. Die Gründung der GmbH erfolgte zum 1. Juli 1997. Die Stadt hält heute eine 80%ige Beteiligung über ihre Karlsruher Versorgungs-, Verkehrs- und Hafen GmbH (KVVH, die vollständig der Stadt gehört). 20 % der Stadtwerke werden von der EnBW gehalten.

Die Leistungssparten sind insbesondere Strom, Erdgas, Trinkwasser, Fernwärme und Regenerative Energien.

Der Geschäftsführung gehören Michael Homann (Vorsitzender) und Olaf Heil an. Dem Aufsichtsrat gehören Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz (Vorsitzende) und Steffen Ringwald (Stellvertretender Vorsitzender) an.

Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtwerke Karlsruhe versorgen 90.000 Haushalte mit Erdgas und über 32.000 mit Fernwärme. Zusätzlich erfolgt die Belieferung von 190.000 Kunden mit Strom. Da das Trinkwasser aus den sechs Wasserwerken auch in umliegenden Gemeinden abgenommen wird, werden insgesamt 400.000 Menschen mit Trinkwasser versorgt.

Dabei betrugen die Vertriebsabgabemengen 2018:

  • 1,91 TWh Strom
  • 1,45 TWh Erdgas
  • 25 Mio. m³ Wasser
  • 0,81 TWh Fernwärme[1]

Fernwärme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit 1904 wird in Karlsruhe mit Fernwärme geheizt. Damals wurden so Teile des Schlosses aus einem Fernheizwerk mit Fernwärme beliefert. Ab 1951 begann dann die großtechnische Versorgung des Siemenswerkes mit Dampf aus dem Kraftwerk Honsellstraße, heute "Heizkraftwerk-West" (HKW-West). Die Versorgung wurde schrittweise ausgebaut und mündete 1974 darin, dass 6000 Wohnungen in Karlsruhe mit Fernwärme beheizt wurden. 1992 wurde eine Verbindung zwischen dem Rheinhafen-Dampfkraftwerk (RDK) und dem HKW-West hergestellt. Dadurch ist es möglich, bei Bedarf Wärme aus dem RDK auszukoppeln und in das Fernwärmenetz der Stadtwerke Karlsruhe einzuspeisen.[2]

Zwischen 2008 und 2010 entstand im Karlsruher Westen eine fünf Kilometer lange Fernwärmetransportleitung zwischen der Mineralölraffinerie Oberrhein (MIRO) und dem HKW-West. Dadurch ist es möglich Wärme, die im Raffinerieprozess nicht mehr nutzbar ist, als Fernwärme den Karlsruher Haushalten zur Verfügung zu stellen. Die Wärmeleistung dieser ersten Ausbaustufe beträgt 40 MW. Im Oktober 2015 erfolgte die Fertigstellung der zweiten Ausbaustufe. Durch zusätzliche Wärmetauscher in der Raffinerie ist es nun möglich, 50 MW thermische Leistung zusätzlich auszukoppeln.

Heute (Stand 2017) werden 32.000 Wohnungen in Karlsruhe mit Fernwärme versorgt. Dazu kommen noch Gewerbe-, Industrie- und Handelsbetriebe sowie Dienstleistungsunternehmen. Die spezifischen CO₂-Emissionen pro kWh Fernwärme betragen 70 g.

Im Sommer 2018 erfolgte der Spatenstich für eine neue 4,24 km lange Fernwärmeleitung im Südwesten Karlsruhes. Sie schließt die Gemeinde Rheinstetten an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Karlsruhe an und besitzt eine Anschlussleistung von rund 11 MW. Über die neue Trasse können rund 1200 Wohnungen mit Wärme versorgt werden. Die ersten Anschlussnehmer werden ab 2021 Fernwärme beziehen können.[3]

Die Erzeugungsanlagen im einzelnen:

  • MIRO-Abwärme (90 MW)
  • RDK Block 7 (220 MW)
  • HKW-West (350 MW ohne Stromerzeugung oder 108 MW in Kraft-Wärme-Kopplung)
  • Heizwerk Ahaweg (100 MW)
  • Heizwerk Waldstadt (40 MW)[4]

Netzstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Verteilnetzbetreiber in Karlsruhe betreibt die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH (SWKN) das Strom- und Gasnetz. Innerhalb des Netzgebietes leben ca. 328.000 Menschen.[5]

Zum Verteilnetz gehören (Stand 2018) 60 km 110-kV-Hochspannungskabel, 861 km 20-kV-Mittelspannungskabel und 1,5 km 20-kV-Freileitungen. Im Niederspannungsnetz (ausgeführt als Vierleiternetz) existieren 301 km Freileitungen und 1655 km Kabel.[6] Im Jahr 2018 wurden 1.701 GWh elektrische Energie aus dem vorgelagerten Netz bezogen. Die höchste gleichzeitige Jahresentnahmelast Betrug 278,83 MW.[7] Im gesamten Stromnetz traten Verluste in höhe von 46 GWh auf (entspricht 2,65 %).[8]

Das Gasnetz betreibt die SWKN neben Karlsruhe auch noch in der anliegenden Gemeinde Rheinstetten. Das Netz umfasst die Druckstufen Niederdruck (ND), Mitteldruck (MD) und Hochdruck (HD). Die der SWKN vorgelagerten Netzbetreiber sind die Open Grid Europe GmbH und die Terranets BW GmbH.[9] Im Jahr 2018 Betrug die Länge des Gasleitungsnetzes 797 km, verteilt auf 123 km HD, 84 km MD und 590 km ND.[10] Transportierte wird ausschließlich H-Gas, das zusätzlich an zwei Netzkopplungspunkten noch an nachgelagerte Netzbetreiber weitergeleitet wird. Dies sind die Netze-Gesellschaft Südwest mbH (Netzkopplungspunkt Hardt-West) und SWE Netz GmbH (Netzkopplungspunkt Ettlingen-Nord).[11]

Beteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtwerke Karlsruhe GmbH besitzt mehrere Tochterunternehmen und Anteile an anderen Versorgungsunternehmen.

Die größte Tochter (100 %) ist hierbei die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH, sie ist der Netzbetreiber des Strom- und Gasnetzes in Karlsruhe mit ca. 460 Mitarbeitern. Die Stadtwerke Karlsruhe Netzservice GmbH ist auch der grundzuständige Messstellenbetreiber für Strom, Wasser, Gas und Fernwärme und besitzt für die Messwerke jeder dieser Sparten auch eine staatlich anerkannte Prüfstelle.[12]

Des Weiteren gehören noch zur Unternehmensgruppe:

  • SWK Regenerativ Verwaltungs GmbH, Karlsruhe (100 %)
  • SWK Novatec GmbH, Karlsruhe (100 %)
  • BES – Badische Energie-Servicegesellschaft mbH (66 %)
  • KES – Karlsruher Energieservice GmbH, Karlsruhe (50 %)
  • KEK Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur gGmbH, Karlsruhe (50 %)
  • Onshore Bündelgesellschaft 2 GmbH, Karlsruhe (50 %)
  • TelemaxX Telekommunikation GmbH, Karlsruhe (42,045 %)
  • PS Project Systems GmbH & Co. KG – Projekt Karlsruhe West, Neumünster (40 %)
  • Zweckverband für die Wasserversorgung des Hügellandes zwischen Alb und Pfinz (33,87 %)
  • Netzeigentumsgesellschaft Rheinstetten GmbH & Co. KG, Rheinstetten (24,50 %)
  • SWK Regenerativ GmbH Co. KG Solarpark I, Karlsruhe (14,33 %)
  • Windpool GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main (12,50 %)[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stadtwerke Karlsruhe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns - Stadtwerke Karlsruhe. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  2. Die Geschichte der Fernwärme - Stadtwerke Karlsruhe. Abgerufen am 13. Dezember 2017.
  3. Fernwärme für Rheinstetten: Baubeginn - Stadtwerke Karlsruhe. Abgerufen am 16. Mai 2019.
  4. Prozessabwärme - Stadtwerke Karlsruhe. Abgerufen am 13. Dezember 2017.
  5. Netzdaten. Abgerufen am 5. Juli 2018.
  6. Netzstatistik. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  7. Netzlast. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  8. Netzverluste. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  9. Erdgas. Abgerufen am 5. Juli 2018.
  10. Netzstrukturdaten. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  11. Gasnetzbeschreibung. Abgerufen am 2. Dezember 2019.
  12. Neuer NAME UND MEHR PERSONAL. Abgerufen am 12. Januar 2018.
  13. Über uns - Stadtwerke Karlsruhe. Abgerufen am 12. Januar 2018.