Standardkerze

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Als Standardkerzen bezeichnet man in der Astronomie Objekte, deren absolute Helligkeit man entweder direkt messen oder über direkt messbare Parameter berechnen kann. Dann kann man anhand ihrer scheinbaren Helligkeit auf die Entfernung der Objekte schließen. Diese ergibt sich dabei nach dem Entfernungsmodul:

wobei D die Entfernung, kpc die Einheit Kiloparsec (103 Parsec), m die Scheinbare Helligkeit und M die absolute Helligkeit sind.

So kann z. B. mit Hilfe von Cepheiden über die Perioden-Leuchtkraft-Beziehung die Entfernung zu nahen Galaxien bestimmt werden, deren Teil sie sind. Aus verschiedenen Standardkerzen lässt sich eine Entfernungsleiter konstruieren.

Auch konnten aus ihnen die Hubble-Konstante (heute auch Hubble-Parameter), also die Geschwindigkeit der Expansion des Universums bestimmen. Ende der 1990er Jahre zeigten sich Hinweise, dass der Hubble-Parameter nicht konstant ist, da die entferntesten, messbaren Standardkerzen Supernovae vom Typ Ia weiter weg lagen als erwartet. Heute wird daher nicht von einer konstanten, sondern von einer beschleunigten Expansion des Universums ausgegangen.[1]

Entfernungsleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Begriff der Entfernungsleiter werden die verschiedene Methoden der Entfernungsbestimmung zusammengefasst. Jede einzelne Methode kann nur einen Ausschnitt der Entfernungen von Himmelsobjekten beschreiben. Da die Bereiche der verschiedenen Methoden sich teilweise überschneiden, verweist die Metapher der Leiter darauf, dass über die Methoden hinweg verschiedene Entfernungen im Universum „erklommen“ werden können.

Beispiele für Standardkerzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Methoden der Entfernungsmessung:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wiktionary: Standardkerze – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dossier Astrophysik – Intergalaktische Superhefe, Thomas Müller, Universität Zürich. Abgerufen am 16. September 2020