Standhitze

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Der Begriff Standhitze, auch Östrus genannt, stammt aus der kynologischen Fachsprache und beschreibt die Duldungsphase während der Läufigkeit. Etwa in der Mitte der Läufigkeit (teilweise auch früher oder später) steht die Hündin bei Annäherung eines Rüden: die Beine sind fest aufgesetzt, damit der Rüde für den Deckakt aufsteigen kann. Daher der Begriff Standhitze. Die Hündin drückt außerdem den Rücken durch und legt ihre Rute zur Seite. Während dieser Phase sind Hündinnen auf der Suche nach anderen Hunden, woher sich der Begriff der Läufigkeit ableiten lassen kann. Pheromone der Hündin signalisieren ihre Paarungsbereitschaft und locken Rüden an. Auch fallen die Eisprünge in diese Zeit.

Fruchtbare Phase[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als bei den meisten anderen Säugetieren erfolgt bei Hündinnen die Reifung der Eizellen (Oogenese), welche sie befruchtungsfähig macht, erst nach den Eisprüngen im Laufe der folgenden etwa 48 - 72 Stunden in den Eileitern, wenn der Progesteronspiegel angestiegen ist. Es wurde aber auch eine ausnahmsweise Befruchtung noch unreifer Eizellen beobachtet.[1][2] Nach der Reifung im Eileiter sind die Eizellen etwa zwei Tage befruchtungsfähig. Die Eisprünge erfolgen innerhalb von 12 bis 36 Stunden.

Die Überlebensdauer der Spermien des Rüden im weiblichen Genitaltrakt beträgt in der Regel mehrere Tage, bis zu 11 Tagen. [3] [4]

Deckzeitbestimmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Phasen der Läufigkeit der Hündin und fruchtbare Tage.

Der Beginn der Paarungsbereitschaft der Hündin fällt zeitlich normalerweise mit dem Beginn der fruchtbaren Zeit zusammen. Wann günstige Zeitpunkte für einen oder zwei Deckakte zu erwarten sind, kann der Tierarzt durch eine Untersuchung des Hormonspiegels feststellen und vorhersagen. Der Besitzer der Hündin kann aber auch durch Berührungen neben der Vulva an den Reaktionen der Hünden erkennen, ob sie sich in der Standhitze befindet. Die Hündin bewegt dann den Rutenansatz nach oben und zur Seite und bildet ein leichtes Hohlkreuz bis hin zum rückwärts Drängen. Damit schafft sie die optimalen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Natursprung. [5]

Durch Zählen der Zyklustage beginnend mit dem ersten Blutungstag kann man die voraussichtlich günstigen Decktage berechnen. Bei weißen Hündinnen ist das erste Blut zu Beginn der Läufigkeit deutlich zu erkennen. Bei Hündinnen mit braunem und dunklem Fell und dunkler Hautfarbe kann der Besitzer den Beginn der Läufigkeit übersehen. Der Beginn der Standhitze lässt sich dennoch am Zustand der Vulva ablesen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Richard W. Nelson, C. Guillermo Couto: Innere Medizin der Kleintiere. Elsevier, Urban und Fischer, Jena 2006, ISBN 3-437-57040-4.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. N. Songsasen, S. Wesselowski, J. W. Carpenter, D. E. Wildt: The ability to achieve meiotic maturation in the dog oocyte is linked to glycolysis and glutamine oxidation. In: Molecular reproduction and development. Band 79, Nummer 3, März 2012, S. 186–196, doi:10.1002/mrd.22011, PMID 22213348, PMC 3288629 (freier Volltext).
  2. Nucharin Songsasen, Sonya Wesselowski et al.: Ability to Achieve Meiotic Maturation in the Dog Oocyte is Linked to Glycolysis and Glutamine Oxidation PCM 2011
  3. Yvonne Eichner: Trächtigkeit, Geburt und Puerperium bei der Hündin
  4. Inga Karre, Andrea Meyer-Lindenberg u. a.: Distribution and viability of spermatozoa in the canine female genital tract during post-ovulatory oocyte maturation. In: Acta Veterinaria Scandinavica. 54, 2012, S. 49, doi:10.1186/1751-0147-54-49.
  5. Konrad Blendinger: Deckzeitbestimmung bei der Hündin