Stift (Maschinenbau)

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Stifte sind die wohl einfachsten und ältesten Hilfsmittel, um Werkstücke miteinander zu verbinden. Als Nägel ohne Köpfe bilden sie eine eigene Gruppe von Maschinenelementen. Die meisten Stifte können entweder als Bolzen oder Hülsen bezeichnet werden und dienen häufig zur Lagesicherung von anderen Bauteilen, z.B. auch von größeren Bolzen.

Stifte existieren in verschiedenen Ausführungen, z. B.:

Durch Stifte werden zwei oder mehr Bauteile formschlüssig in radialer Richtung der Stifte miteinander verbunden, indem in eine durch alle Teile gehende Bohrung ein Stift gesteckt wird. Werden die Stifte (zylindrische Stifte mit Übermaß) in die Bohrung gepresst, entsteht ein Kraftschluss, der ihr Herausfallen verhindert.

Neben der fixen Verbindung werden Stifte auch verwendet, um eine gelenkige Verbindung zwischen zwei Teilen herzustellen. Stifte können auch zur Kraftbegrenzung (Scherstift), zur Drehsicherung von Kronenmuttern sowie zur axialen Sicherung von dickeren Stiften (Splinte) eingesetzt werden.

Wenn Stifte bündig in Grundlöcher (Sacklöcher) eingebracht werden, muss zur Demontage eine Gewindebohrung an der nach außen ragenden Seite vorgesehen werden.

Normangaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beispiel:
Zylinderstift EN ISO 8734
Benennung: Zylinderstift
Norm: EN ISO 8734
Form bzw. Typ: A
Nenndurchmesser × Nennlänge (in Millimeter): 4 × 20
Werkstoff: Stahl

Stiftarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für verschiedene Anwendungsbereiche gibt es jeweils passende Stifte, die wie folgt zu unterscheiden sind:

Zylinderstift

Zylinderstift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einfache Zylinderform mit meist abgerundeten oder gefasten Kanten. Diese Stiftart wird bei Verbindungen und zum Fixieren von Teilen verwendet. Der Zylinderstift wird angewandt bei lagesichernden Verbindungen, welche nie oder kaum gelöst werden müssen. Sie sind in der Anwendung teuer aufgrund des zusätzlichen Arbeitsschritts um eine ausreichende Bohrlochreibung sicherzustellen.

Für feste Verbindungen werden sie mit Toleranz m6 gefertigt, für lose Verbindungen mit h8 oder h11.[1]

Genormt nach EN ISO 2338, früher DIN 7 (ungehärtet) bzw. EN ISO 8734, früher DIN 6325 (gehärtete Ausführung).

Kegelstift

Kegelstift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leichte Kegelstumpfform (Kegelverjüngung C = 1:50); Stirnflächen gerundet. Bei häufiger Demontage und Montage weiten sich Bohrungen mit der Zeit auf. Kegelstifte können auch nach der Weitung weiterverwendet werden, wobei jedoch die Eintreibtiefe zunimmt. [2] Das Aufreiben des Bohrlochs zur Kegelform und Einpassen des Stifts ist relativ aufwendig.[1]

Genormt nach EN 22339, früher DIN 1.

Kegelstifte werden nach DIN EN 28737 auch mit Gewindezapfen gefertigt und in Grundbohrungen eingesetzt.[1]

Kerbstift

Kerbstift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Umfang des Stifts sind Kerben eingebracht. Diese Kerben können je nach Verwendungszweck verschiedene Formen haben (Steckkerbstift, Knebelkerbstift, Kegelkerbstift und Passkerbstift, siehe auch EN ISO 8740…8747). Durch die Kerben erhält der Kerbstift auch in sehr glatten Bohrungen einen rüttelfesten Halt, der oft auch nach Demontage und Wiederverwendung bestehen bleibt. Bei der Verwendung in Grundlöchern kann durch die Rillen von Zylinderkerbstiften die eingeschlossene Luft entweichen.

Spannstift

Spannstift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Wirkung ähnlich dem Kerbstift ist der Spannstift eine kurze Hülse aus Federstahl. Diese ist weniger robust, jedoch einfacher einzutreiben, zu lösen und zuverlässig wiederzuverwenden. Die längere Ausführung eines Spannstifts ist die Spannhülse.

Berechnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dimensionierung bzw. der Tragfähigkeitsnachweis von Stiftverbindungen erfolgt in Abhängigkeit von der dominierenden Beanspruchung durch Bewertung

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Alfred Böge, Wolfgang Böge: Handbuch Maschinenbau: Grundlagen und Anwendungen der Maschinenbau-Technik, S. 811, Springer-Verlag
  2. http://www.tedata.com/2257.0.html