Stiftung Elektro-Altgeräte Register

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Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR)
Stiftung ear.png
Rechtsform: Rechtsfähige öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts
Zweck: Sicherung der Umsetzung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes
Vorsitz: Alexander Goldberg (Vorstand)
Bestehen: seit August 2004
Sitz: Fürth
Website: www.stiftung-ear.de

kein Stifter angegeben

Die Stiftung Elektro-Altgeräte Register (EAR) (Eigenschreibweise: stiftung elektro-altgeräte register) ist eine deutsche Stiftung mit Sitz in Fürth, welche vom Umweltbundesamt mit der Wahrnehmung der hoheitlichen Aufgaben betraut wurde, durch die Registrierung von Herstellern, die in Deutschland Elektro- und Elektronikgeräte in Verkehr bringen, und durch die Koordination der Bereitstellung von Abholbehältnissen für Übergabestellen und der Abholung der Altgeräte bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern die Umsetzung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes zu sichern.[1]

Die Stiftung EAR beschäftigt 28 Mitarbeiter (Stand Februar 2019).[2]

Gesetzeslage und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um die Massen an Elektronikschrott – in Deutschland 706.000 Tonnen im Jahr 2014 – in den Griff zu bekommen, sind seit dem Inkrafttreten des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes – bzw. den darauf folgenden Änderungen und Neufassungen des Gesetzes – die Hersteller zur Registrierung und unentgeltlichen Rücknahme von Altgeräten verpflichtet.[3] Das sog. ElektroG wandelt die EU-Richtlinie WEEE in nationales Recht um. Zur Umsetzung des Gesetzes wurde die Stiftung EAR als gemeinsame Stelle der Hersteller ins Leben gerufen und vom Umweltbundesamt mit hoheitlichen Aufgaben betraut.[1] Die Hauptaufgabe der Stiftung ist die Registrierung aller Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten, welche in Deutschland solche Produkte in den Verkehr bringen, bzw. deren Bevollmächtigten. Eine solche Registrierung ist verpflichtend, um Produkte in Deutschland auf den Markt bringen bzw. verkaufen zu dürfen.[3] Weitere Aufgaben sind die Koordination der Bereitstellung von Abholbehältnissen für Übergabestellen und die Koordination der Abholung von Altgeräten bei den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern, sowie das Erfassen der Menge an in Verkehr gebrachten Elektrogeräten. Für die von ihr erbrachten öffentlichen Leistungen erhebt die Stiftung Gebühren.[4] Rücknahme, Entsorgung, Sortierung, Demontage und Recycling nimmt die Stiftung nicht wahr, die Hersteller sind hierfür selbst verantwortlich und bedienen sich hierzu regelmäßig entsprechender Entsorgungsdienstleister.[5] Auf ihrer Webseite führt die Stiftung drei öffentlich zugängliche Verzeichnisse aller registrierten Hersteller und deren Bevollmächtigten, aller Sammel- und Rücknahmestellen und aller Betreiber von Erstbehandlungsanlagen in Deutschland.[6]

Ein wichtiges Anliegen des ElektroGs ist neben der besseren Umweltverträglichkeit durch professionelle Entsorgung das Recycling von wertvollen Ressourcen wie Edelmetallen und den Metallen der Seltenen Erden, welche unverzichtbar für Elektro- und Elektronikgeräte sind. Durch die systematische Rückgewinnung aus Altgeräten sollen neue Quellen für die immer wichtiger werdenden Ressourcen erschlossen werden.[7]

Ist an einer Sammelstelle das Abholbehältnis voll mit Altgeräten, wird eine Meldung an die Stiftung EAR gegeben und ein durch einen Algorithmus ermittelter Hersteller übernimmt die Abholung, wofür dieser wiederum regelmäßig ein Entsorgungs-/Recyclingunternehmen beauftragt. Die von einem Hersteller je Geräteart monatlich in Verkehr gebrachten Mengen sind Grundlage für den Umfang seiner Abholverpflichtung an Elektroaltgeräten bei den Kommunen. Die Kommunen betreiben auf lokaler Ebene Wertstoff- und Recyclinghöfe. Die Elektro-Altgeräte in Deutschland werden größtenteils bei diesen lokalen Stellen abgegeben.[7]

Zudem ist auch der Händler zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet, wenn er eine Verkaufsfläche für Elektro- und Elektronikgeräte von mindestens 400 m² hat. Bei Onlinehändlern werden die Lagerflächen gerechnet. Dabei gibt es Unterschiede in der Größe der Geräte, zur Rücknahme von Altgeräten mit einer Kantenlänge von bis zu 25 Zentimeter sind alle Händler ohne Verkauf eines Neugerätes bis zu 5 Altgeräten verpflichtet. Altgeräte größer als 25 Zentimeter müssen nur beim Kauf eines entsprechenden Neugerätes abgenommen und entsorgt werden.[8][9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerische Staatszeitung (Hrsg.): Klein- und Großgeräte zu trennen, wird ein Problem. 3. August 2018, S. 16.
  2. Markus A. Gascha: Neuerungen des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes. Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, 27. Februar 2019, abgerufen am 27. Februar 2020.
  3. a b Katharina Kutsche: Zurück zum Händler. Hrsg.: Süddeutsche Zeitung. 25. Juli 2016, S. 19.
  4. Die Stiftung EAR und ihre Aufgaben. Abgerufen am 26. April 2019.
  5. Westerwälder Zeitung (Hrsg.): Aufgaben und Organisation der StiftungEAR. 17. Juni 2014, S. 25.
  6. Startseite der Webpräsenz der Stiftung EAR. Abgerufen am 25. April 2019.
  7. a b Alexander Jung: Schätze aus dem Schredder. Der Spiegel, 6. Juni 2011, abgerufen am 25. April 2019.
  8. Warum Sie Ihren Elektroschrott abmessen sollten. Die Welt, 12. März 2015, abgerufen am 25. April 2019.
  9. Petra Kirchhoff: Alte Elektrogeräte entsorgen: Und achten Sie auf die Kantenlänge! FAZ, 7. August 2016, abgerufen am 25. April 2019.