Stiftung Trekkingchile

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Die Stiftung Trekkingchile ist eine Stiftung mit Sitz in Talca (Chile) und bietet Programme im Bereich Umwelt und Touristik an. Sie unterstützt traditionelle Volksgruppen, kompensiert durch Reisen verursachte CO2 Emissionen, unterstützt touristische Kleinbetriebe, örtliche Reiseleiter und führt Wiederaufforstung einheimischer Wälder durch.

Geschichte und Mission[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung wurde 1997 gegründet. Hauptanliegen ist die Förderung von nachhaltigem Tourismus in Chile. Durch konkrete Aktionen wird die einheimische Natur einer breiten Bevölkerungsschicht zugänglich gemacht. Dadurch werden lokale und weitgehend traditionell lebende Bevölkerungsgruppen unterstützt. Bergbauern, Hirten, Fischern und indigenen Völkern soll der Anschluss am Tourismus ermöglicht werden. Das Interesse der Reisenden an ihrer Lebensweise erhöht zudem ihr Selbstwertgefühl. Touristikern wird aufgezeigt, dass Naturtourismus als Einkommen eine intakte Natur voraussetzt und aktiver Umweltschutz daher notwendiger Bestandteil der Branche ist. Bis zum Dezember 2010 hatten sich 240 Unternehmen aus dem In- und Ausland in die verschiedenen Programme der Stiftung Trekkingchile eingetragen. Zusätzlich zählt das Register der Reiseleiter weitere 280 Mitglieder. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Als Informationsmaterial werden Wanderkarten herausgegeben und Bücher zum Thema Umwelt und Reisen gedruckt. Seminare, Schulbesuche und Kurse helfen Umweltanliegen zu vermitteln.

Stiftungsziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sensibilisierung der Bevölkerung
  • Dezentralisierung des Tourismus in Chile
  • Weiterbildung
  • Marketing & Werbung
  • Registrierung von Reiseleitern
  • Projektentwicklung

Leitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kathrein Splett Fundadora
Franz Schubert Presidente
Víctor Vera Oyarzo Director
Malte Sieber Director
Horst Simon Director
Freddy Neira Guzmán Director
Christoph Wander Director
Mauricio Valiente Director

Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reiseleiter-Register Chile: Die Stiftung Trekkingchile zertifiziert nicht, sondern registriert einheimische Reiseleiter. Diese haben die Möglichkeit sich weiterzubilden, erhalten Kontakt zu Reisenden und Veranstaltern.
  • Marketing Coop: Marketing Coop ist eine Plattform welchen touristischen Unternehmen die Möglichkeit gibt, umweltfreundliche Produkte international zu vermarkten.
  • Fair Chile: Fair Chile ist ein staatlich anerkanntes Programm. Durch Aufforstung von einheimischen Wäldern wird durch Reisen verursachtes Kohlendioxid in Biomasse gebunden. Die Aufforstung findet in Naturschutzgebieten oder in Zusammenarbeit von Umweltverbänden, Schulen oder Nichtregierungsorganisationen statt.
  • Verkehrserziehung: Die Stiftung Trekking Chile leitet mit Unterstützung der chilenischen Polizei eine Schule zur Verkehrserziehung. Dazu wurde eine 300 m lange Asphaltbahn mit Verkehrszeichen errichtet. Spielerisch lernen Kinder mittels Tretautos und Fahrräder den Umgang im Straßenverkehr.
  • Meet the people: Das Programm “Meet the people” garantiert den Reisenden Kontakt zur traditionell lebenden Bevölkerung zu erhalten. Fischer, Hirten, Cowboys und Bergbauern erhalten dadurch die Möglichkeit, sich finanziell zu verbessern und zeigen genauso großes Interesse an den für sie exotischen Kontakt mit den Reisenden. In vielen ländlichen Gebieten Chiles kommt es gerade bei Jugendlichen zu Landflucht. Meet the people soll dem entgegenwirken.
  • Aymara Museum: Seit 2007 wird an einem kleinen Museum der Aymarakultur gearbeitet. 2010 wurde das erste Gebäude der indigenen Gemeinde zu allgemeinen Benutzung zur Verfügung gestellt. Dieses dient als Versammlungsraum für Vereine, Frauenverband oder Kindertheater. Die nächsten Gebäude zeigen das tägliche Leben der Aymara und ihre Umwelt auf.
  • Erneuerbare Energien: Die Stiftung führt Aufklärungsarbeit in Chile über bestehende energetische Lösungen durch. Neue Anwendungen im Energiebereich werden aufgezeigt und Versuchsanlagen errichtet. So entsteht in Zentralchile ein Kleinwasserkraftwerk für Kleinbetriebe mit Wirbelstromtechnik und im Altiplano eine Solaranlage nach dem Solar Pond Prinzip.
  • Parque Tricahue: Die Stiftung Trekkingchile hilft dem Privatpark bei der Organisation und der Durchführung ein privates Naturschutzgebiet in ein rentables Geschäft zu verwandeln. Dieses Pilotprojekt soll weitere Großgrundbesitzer aufzeigen, dass Naturschutz nicht im Widerspruch zu rentablen Geschäften steht. Auf dem 4000 Hektar großen Gelände werden zudem einheimische Wälder aufgeforstet.
  • Willkommen Kinder: Das Gütesiegel “Willkommen Kinder” weist chilenische Tourismusbetriebe als kinderfreundlich aus. Den teilnehmenden Betrieben werden keine Richtlinien aufgezwungen, sondern empfohlen. In Form von Kursen und Infomaterial können diese sich weitere Anregungen einholen. Den reisenden Familien steht eine kleine Unterstützung bei der Auswahl der Unterkünfte und Leistungsträger zu Verfügung.
  • Umweltmuseum CIMA: Zweimal pro Woche werden Schulklassen kostenlos im Museum begrüßt und über ihre Umwelt informiert. Das Programm ist für staatliche Schulen kostenlos und wird von einem Biologen betreut.
  • Botanischer Garten: 450 einheimische Gewächse mit 56 Spezien werden auf 2800 m2 ausgestellt. Besonderes Augenmerk wird auf die Bedeutung der einheimischen Gewächse im Vergleich zu den eingeführten Pflanzen gelegt.

Konkrete Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Konkrete Projekte wurden bereits umgesetzt.

  • Antidrogenprojekt für Straßenkinder
  • Wiederaufbau-Projekte im Armenviertel Piduco
  • Gesund ernähren und ökologischer Anbau für Zwangsaussiedler
  • Errichtung eines Rehabilitationszentrums für Wildvögel
  • Kinderwerkstatt Umwelt
  • Kostenlose Musikschule für finanziell Minderbemittelte
  • Kinderwerkstatt und Nachbarschaftsprojekt
  • Tourismuskurs für Bergbauern
  • kostenlose Trekkingführerausbildung Valle Melado
  • Erdbebenhilfe Zentralchile

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]