Talca

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Dieser Artikel beschreibt die Stadt Talca, die gleichnamige Provinz der Artikel Provinz Talca.
Talca
Koordinaten: 35° 26′ S, 71° 40′ W
Karte: Chile
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Talca

Talca auf der Karte von Chile

Basisdaten
Staat Chile
Einwohner 233.339 (2015)
Stadtinsignien
Escudo de Talca.svg
Detaildaten
Höhe 102 m
Luftbild
Luftbild

Talca [ˈtalka] ist eine Stadt in Chile, Hauptstadt der Región del Maule. Sie hat etwa 235.000 Einwohner.

Talca liegt an der Panamericana inmitten einer vom Wein- und Obstanbau geprägten, fruchtbaren Ebene, etwa auf halbem Weg zwischen der Pazifikküste und der Andenkordillere. Die Stadt und ihr Umland haben einen relativ ländlichen Charakter.

Geografie und Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Talca liegt etwa 250 km südlich der Hauptstadt Santiago. Durch Talca fließt der Río Claro, der später in den Río Maule mündet. Die Stadt liegt in einem Becken, das von den Tälern dieser Flüsse gebildet wird, und ist von Hügeln umgeben.

Das Klima ist mediterran mit warmen Sommern von November bis April. Die Winter sind regenreich und kühl, Schnee fällt in Talca aber sehr selten.

Im Umland findet man sehr viele Weingüter und landwirtschaftliche Verarbeitungsbetriebe. Die Pazifikküste ist in weniger als einer Stunde mit dem Auto erreichbar. Nach Osten hin beginnen in einiger Entfernung die urwüchsigen Naturwälder des Andenvorlands. Das Hochgebirgspanorama der Andenkordillere ist von jedem Punkt der Stadt sichtbar.

Die Region bildet klimatisch den Übergang zwischen dem wärmeren und trockenen Norden und dem kalten und regenreichen Süden Chiles. In dieser Zone gibt es daher eine besonders artenreiche Flora und Fauna.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historische Ansicht der Plaza de Armas mit dem Amtsgebäude der Intendantur (Provinzverwaltung) und anderen öffentlichen Gebäuden, 1916

Talca wurde 1692 von Generalgouverneur Tomás Marín González de Poveda gegründet. Am 17. Februar 1742 erhielt sie den Namen Villa San Agustín de Talca von Gouverneur José Antonio Manso de Velasco. Am 6. Juni 1796 erhielt sie die Stadtrechte.

In Talca befindet sich auch das Haus, in welchem Bernardo O’Higgins im Jahr 1818 die Proklamation der Unabhängigkeit Chiles unterzeichnete. Es ist heute ein Museum. Vorher hatte Ramón Freire y Serrano die Stadt eingenommen.

Das politische Klima in Talca gilt seit den Tagen des Unabhängigkeitskrieges als liberal und aufmüpfig, was die Stadt insbesondere in der Zeit des so genannten „autoritären“ Regimes konservativer Präsidenten von 1831 bis 1891 verschiedentlich zum Schauplatz von Protesten und Unruhen machte. Während der Unruhen von 1851 wurde Talca von auswärtigen Regierungsanhängern unter dem Milizenführer José Joaquín Vallejos zur Unterwerfung gezwungen. Dem Anfang 1859 ausgebrochenen liberalen Aufstand in den Provinzen gegen die Zentralregierung schloss Talca sich ebenfalls an. Anders als in Nordchile, wo 5000 Menschen bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zum Opfer fielen, gelang es dem Militär Eleuterio Ramírez Molina durch seine am 22. Februar 1859 verhängten Maßnahmen, den Aufstand in Talca unblutig zu unterdrücken und rasch zu beenden.

Am 1. Dezember 1928 traf Talca ein schweres Erdbeben, bei dem rund 100 Bewohner der Stadt starben.

Bei dem Erdbeben am 27. Februar 2010 wurden weite Teile des historischen Stadtkerns stark beschädigt oder zerstört.[1] Es gab Todesopfer in Talca und das in großen Teilen einsturzgefährdete Krankenhaus der Stadt musste geschlossen werden.[2]

Unweit der Stadt liegt die berüchtigte deutschsprachige Siedlung Colonia Dignidad.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alameda von Talca
Kathedrale von Talca
Museum
Parque Vilches, Panorama

Überall in der Stadt fanden sich vor 2010 noch Häuser im Kolonialstil. Das Haus, in welchem Bernardo O’Higgins 1818 die Proklamation der Unabhängigkeit Chiles unterzeichnete, beherbergt heute das Museo O'Higginiano y de Bellas Artes.

Talca ist Ausgangspunkt für Ausflüge in die umliegende Region und nach Vilches, einem Park in den Anden. Die Pazifikküste ist mit einem Bummelzug erreichbar.

Rund um Talca erstreckt sich eine beschauliche Landidylle mit vielen Naturschönheiten auf engem Raum, Weingütern, hügeligen Wald- und Kulturlandschaften vor dem beeindruckenden Hochgebirgspanorama. Es gibt in der Umgebung der Stadt auch Haciendas aus kolonialen Zeiten, auf denen die Huasos zu Hause waren, eine Art chilenischer Cowboys oder Gauchos.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund um Talca wird Wein, Obst und Gemüse angebaut. Der Wochenmarkt von Talca, auf dem die Bauern aus der Region ihre Erzeugnisse feilbieten, gehört zu den bekanntesten Erzeugermärkten Mittelchiles.

Die Stadt liegt an der Panamericana, der wichtigsten Landstraße, die Chile von Nord nach Süd durchquert. Die Straße ist in dieser Gegend Chiles autobahnähnlich ausgebaut.

In Talca gibt es mehrere Konservenfabriken und andere Industrieansiedlungen, eine Universität und drei Zeitungen, El Maule, La Prensa und El Centro. Die Wirtschaft ist besonders von Betrieben geprägt, die landwirtschaftliche Erzeugnisse verarbeiten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.theguardian.com/world/2010/feb/28/hundreds-feared-dead-chile-earthquake
  2. http://www.nytimes.com/2010/03/01/world/americas/01chile.html?pagewanted=2&hp

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]