Stoßbetrug

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Der Stoßbetrug ist die bandenmäßige Begehungsform des Versandbetrugs im Sinne von § 263 StGB.[1]

Hierbei schließen sich mehrere Täter zusammen mit dem Vorsatz der umfangreichen betrügerischen Warenerlangung, beispielsweise im KFZ-Handel.

Die Täter gaukeln den Lieferanten Zahlungswilligkeit und Zahlungsfähigkeit vor, leisten mitunter auch eine gewisse Anzahlung auf den Kaufpreis. Die Restzahlung wird für einen späteren Zeitpunkt vereinbart. Die Waren werden jedoch innerhalb dieser Frist möglichst schnell (oft deutlich unter Wert) an Dritte abgestoßen. Die Täter verschwinden mit den dabei eingenommenen Geldern, ohne die Lieferanten zu bezahlen.

Wird der Betrug banden- und gewerbsmäßig begangen, liegt nicht nur ein für die Strafzumessung bedeutsames Regelbeispiel vor (§ 263 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 StGB). Vielmehr enthält § 263 Abs. 5 StGB einen Qualifikationstatbestand, der die Tat, wenn sie kumulativ banden- und gewerbsmäßig begangen ist, zum Verbrechen macht.[2] Dieser Umstand ist in der Urteilsformel durch Aufführung der Qualifikationsmerkmale zum Ausdruck zu bringen.

Im Bereich der Wirtschaftskriminalität hat das Bundeskriminalamt für das Jahr 2015 insgesamt 31 692 Betrugsfälle mit einem Schadensvolumen von 879 Mio. Euro verzeichnet.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julia Ptock: Bandenmäßiger Betrug im Online-Handel? Onlinehändler News, 9. November 2016
  2. BGH, Beschluss vom 25. April 2007 – 1 StR 181/07 Rdnr. 8
  3. Bundeskriminalamt: Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2015. Stand 2015, S. 4. Link zum Download auf der Webseite des BKA, abgerufen am 19. April 2017
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