Stollenschrank

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Stollenschrank mit der Inschrift „Hoff nur auf Gottes Güte. Die bringt dir Segen mitte. In Jahr Christy Anno 1774“, Fichte, bemalt, 180 × 151 × 56 cm, 1774, Gebrauchsort: Großhennersdorf, Museum Europäischer Kulturen in Berlin, Inventarnummer: I; 6 G; 11-1955,21.

Ein Stollenschrank ist ein meist aus Eichenholz gefertigter Schrank mit zu hohen Füßen („Stollen“) verlängerten Eckpfosten, die mit einem Querbrett verbunden sind, und hatte gewöhnlich nur eine Tür. Eines der ältesten erhaltenen Beispiele ist der Schrank aus der Liebfrauenkirche in Halberstadt aus dem 2. Viertel des 13. Jahrhunderts.[1] Der Stollenschrank war während der Gotik und der Renaissance in Frankreich, Nord- und Westdeutschland, in den Niederlanden sowie in Flandern anzutreffen. Der Stollenschrank gilt als Vorläufer der Anrichte.[2]

Schrank aus der Liebfrauenkirche Halberstadt, 2. Viertel 13. Jahrhundert, Domschatz Halberstadt. In Stollenbauweise.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Gramatzki, Der gotische Stollenschrank : Untersuchungen zu einem Möbeltypus des späten Mittelalters, Dissertation, Köln 1998.
  • Ferdinand Luthmer, Deutsche Möbel der Vergangenheit, Seemann, Leipzig 1902 [2. Auflage]. Online

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kulturstiftung Sachsen-Anhalt: Reliquienschrank aus der Liebfrauenkirche Halberstadt, Stollenschrank. In: Museum Digital. Februar 2021, abgerufen am 5. April 2021 (deutsch).
  2. http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_8722.html