Sulphur Emission Control Area

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Mit Sulphur Emission Control Area (SECA) wurden Regionen bezeichnet, in denen der Ausstoß von Schwefel und Schwefeloxiden durch Seeschiffe eingeschränkt werden soll. Heute werden diese Regionen als Emission Controlled Area (ECA) bezeichnet.

Grundlage zur Erklärung einer Region zu einer SECA war die 1997 von der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) erarbeitete Anlage VI (engl. Annex VI) des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL).[1]

In einer SECA galten für das Verbrennen von Treibstoffen auf Seeschiffen – neben anderen strikten Regeln für den Ausstoß von Abgasen – folgende spezielle Regeln:

  • Der Massenanteil von Schwefel der zu verbrennenden Treibstoffe durfte seit dem 19. Mai 2006 einen Wert von 1,5 % nicht überschreiten. Alternativ gab es die Möglichkeit sogenannte Scrubber zu installieren die die Abgase reinigen und den Ausstoß von Schwefel und Schwefeloxiden senken.[2]
  • Wässrige Ölrückstände dürfen nur verbrannt werden, wenn diese durch das Separieren (Entwässern und Reinigen des Treibstoffes) von schwefelarmen Treibstoff (1,5 % M/m) entstehen.[3]
  • Ab dem 1. Januar 2010 dürfen in allen europäischen Häfen nur noch Marinedieselöle verbrannt werden, die einen Schwefelmassenanteil von höchstens 0,1 % haben.
  • Ab dem 1. Juli 2010 dürfen in SECAs nur noch Treibstoffe mit einem Schwefelmassenanteil von 1,0 % verbrannt werden.[1]
  • Ab dem 1. Januar 2015 dürfen in SECAs nur noch Treibstoffe mit einem Schwefelmassenanteil von 0,1 % verbrannt werden.[4]

Folgende SECAs wurden eingerichtet:

  • ab 1. Juli 2000 alle europäischen Häfen; gilt für alle Seeschiffe, die ausschließlich mit Marinedieselöl fahren
  • ab 19. Mai 2006 die Ostsee; gilt für alle Seeschiffe
  • ab 11. August 2006 alle europäischen Gewässer; gilt für alle Passagierschiffe unter europäischer Flagge im Linienverkehr
  • ab 11. August 2007 die Nordsee und der Ärmelkanal; gilt für alle Seeschiffe unter europäischer Flagge oder Seeschiffe, die ausschließlich europäische Gewässer befahren
  • ab 22. November 2007 die Nordsee und Ärmelkanal; gilt für alle Seeschiffe[3]
  • ab 1. Juli 2009 24 sm Küstenbereich Kaliforniens; gilt für alle Seeschiffe. Besonderheit: Dieseltreibstoffe dürfen einen Schwefelmassenanteil von 0,5 % nicht überschreiten.[5][1]
SECA Nord- und Ostsee[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d ECAs - What you need to know. (Nicht mehr online verfügbar.) sustainableshipping.com, ehemals im Original; abgerufen am 7. Juni 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/origin.pmcdn.net (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. IMO: MARPOL, Annex VI. IMO, abgerufen am 8. Juni 2011.
  3. a b BSH: ANNEX VI. (PDF; 4,2 MB) Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie, abgerufen am 8. Juni 2011.
  4. Sulphur in fuel requirement as from 1 January 2015 in SECAs
  5. CEPA: SECA. California Environmental Protection Agency, abgerufen am 12. Juni 2011.