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Sumpf-Schafgarbe

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Sumpf-Schafgarbe

Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Schafgarben (Achillea)
Art: Sumpf-Schafgarbe
Wissenschaftlicher Name
Achillea ptarmica
L.

Die Sumpf-Schafgarbe oder Bertram-Schafgarbe (Achillea ptarmica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Schafgarben (Achillea) in der Unterfamilie der Asteroideae innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Die Sumpf-Schafgarbe ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 15 und 150 cm, in der Regel aber ungefähr 40 cm erreicht. Ihre lineal-lanzettlichen Laubblätter sind im Unterschied zu den meisten anderen Schafgarben-Arten ungeteilt und nur fein gesägt.

Blatt
Blütenstand

Die Körbchen der Gesamtblütenstände sind mit 12 bis 17 mm für die Gattung recht groß. In einem körbchenförmigen Blütenstand sitzen Zungen- und Röhrenblüten zusammen. Die Röhrenblüten sind grau mit gelben Staubbeuteln. Die 8 bis 13 Zungenblüten sind weiß und ihre Zungen sind 4 bis 6 mm lang. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.[1]

Sumpf-Schafgarbe (Achillea ptarmica)
Gartensorte mit gefüllten Köpfchen

Sie kommt in den gemäßigten Zonen Eurasiens vor. In Europa kommt sie in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Portugal, Albanien, Griechenland, Bulgarien und in der Türkei. In Island kommt sie eingeschleppt vor. In Asien kommt sie besonders im westlichen europäischen Russland, im Kaukasusgebiet, in Japan und im fernöstlichen Russland vor.[2] In den Alpen fehlt sie. Sie steigt im Schwarzwald am Feldberg bis zu 1200 m Höhe auf.[3] Die Sumpf-Schafgarbe wächst gerne in staunassen Wiesen, wie zum Beispiel an Wegrändern oder in Gräben entlang von Flüssen und Bächen. Sie gedeiht auf nährstoffreichen, vorzugsweise kalkarmen, neutralen bis mäßig sauren, modrig-humosen Tonböden oder auf Torf. Sie ist ein Wechselnässe- und Gleybodenzeiger. Sie ist eine Charakterart der Ordnung Molinietalia.[1] Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).[4]

Sie ist ein Tiefwurzler, eine Lichtpflanze und wird durch Fliegen und Bienen bestäubt.[1]

Die Sumpf-Schafgarbe wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 898 als Achillea ptarmica erstbeschrieben. Als Epitheton hatte Linné den alten Pflanzennamen "Ptarmica" von Charles de l’Écluse (1526–1609) übernommen.

Die Sumpf-Schafgarbe ist als Zierpflanze für Gärten geeignet, wobei in diesem Fall vor allem Sorten mit gefüllten Körbchen verwendet werden, in denen die Röhrenblüten zu Zungenblüten umgewandelt sind.

Für die Sumpf-Schafgarbe bestehen bzw. bestanden auch die häufig nur regional gebräuchlichen Bezeichnungen Wilder Bertram, Deutscher Bertram, Spitziger Bertram, Berufkraut (Schlesien), Dorant (Thüringen), Weißer Dorant, Wilder Dorant (Schlesien), Felddrajun, Henperchnöpfli (Appenzell), Kumm-wier-Bleome (Lippe)[5], Niesekraut (Schlesien), Niesskraut (Schweiz, Elsass), Witten Orant (Altmark), Pertram, Weißes Reinfarrn, Silberknöpfchen (gefüllt) (Pommern), Weißer Torant (Lausitz), Torant (Sommerfeld), Wiesendragun und Wild Wurmkraut.[6]

Da diese Art weit verbreitet ist, wird sie von der IUCN als gering gefährdet (Least Concern) gelistet.[7]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
  • Urania Pflanzenreich. Band 3: Blütenpflanzen 1, 1. Ausgabe. Urania-Verlag, Leipzig 1991, ISBN 3-332-00367-4.
  • Urania Pflanzenreich. Band 4: Blütenpflanzen 2, 1. Ausgabe. Urania-Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-332-00497-2.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1. (Abschnitt Verwendung)

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 934.
  2. Achillea ptarmica. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 29. Mai 2026.
  3. O. Sebald et al.: Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 6, Seite 149. ISBN 3-8001-3343-1
  4. Achillea ptarmica L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 29. Mai 2026.
  5. August Meier-Böke: Krankheit und Tod im lippischen Volksbrauch. In: Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein für das Land Lippe e. V., Erich Kittel und Oskar Suffert (Hrsg.): Lippische Mitteilungen aus Geschichte und Landeskunde. Band 27. Meyersche Hofbuchhandlung Verlag, Detmold 1958, S. 187.
  6. Carl Jessen, Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 8
  7. Achillea ptarmica in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Bilz, M., 2012. Abgerufen am 14. Mai 2014.
Commons: Sumpf-Schafgarbe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien