Carl Jessen

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Porträt

Carl Friedrich Wilhelm Jessen (* 15. September 1821 in Schleswig; † 27. Mai 1889 in Berlin) war ein deutscher Botaniker und Hochschullehrer in Greifswald. Sein botanisches Autorenkürzel lautet „Jess.“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Jessen studierte an der Christian-Albrechts-Universität und war seit 1843 Mitglied des Corps Saxonia Kiel.[1] In Kiel promovierte er 1848 zum Dr. phil.[2][3]

Wenig später wurde er als Dozent der Botanik an der 1835 gegründeten landwirtschaftlichen Akademie in Eldena angestellt. Zugleich habilitierte er sich an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität zu Greifswald für Botanik und wurde Professor. 1871 nahm er an einer vom preußischen Ministerium für Landwirtschaft ausgerüsteten Ostsee-Expedition teil.

1854 wurde er in die Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinische Akademie aufgenommen. Als die Akademie in Eldena 1877 aufgehoben wurde, zog Jessen nach Berlin. Dort arbeitete er als Schriftsteller und hielt Vorlesungen an der Friedrich-Wilhelms-Universität. Nach kurzer Krankheit starb er mit 68 Jahren.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ueber die Lebensdauer der Gewächse und die Ursache verheerender Pflanzenkrankheiten (von der Leopoldina preisgekrönt).
  • Der lebenden Wesen Ursprung und Fortdauer nach Glauben und Wissen aller Zeiten. 1855 (gegen Darwin).
  • Deutschlands Gräser und Getreidearten. 1863, doi:10.5962/bhl.title.15659.
  • Deutsche Excursionsflora. 1879.
  • Pflanzenwerke des Aristoteles. Greifswald 1858.
  • Botanik der Gegenwart und Vorzeit in culturhistorischer Entwicklung. Ein Beitrag zur Geschichte der abendländischen Völker. 1864.
  • mit E. Meyer: Albertus Magnus: De vegetabilibus libri VII. 1867.
  • Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Aus allen Mundarten und Zeiten zusammengestellt von Dr. G. Pritzel und Dr. C. F. W. Jessen. Philipp Cohen, Hannover 1882.

In Vorträgen sprach er unter anderem über Natürliche Grundgesetze der bildenden Kunst, Aesthetik als Naturwissenschaft und Physiologie der Seele. Wie schon in seinem Buch von 1855 wandte er sich in seiner Vorlesung über Ursprung und Fortdauer der lebenden Wesen gegen Darwins Lehre.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Carl Jessen – Quellen und Volltexte
 Commons: Karl Friedrich Wilhelm Jessen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 77, 35.
  2. Dissertation: Prasiolae generis Algarum monographia, in memoriam Johannes Nicolaus von Suhr (1792–1847)
  3. Nach den Kösener Corpslisten promovierte Jessen erst als Dr. med., dann als Dr. phil.