Sumpffieber (Roman)

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Sumpffieber (spanisch Cañas y Barro) („Schilf und Schlamm“) ist ein Roman des spanischen Schriftstellers Vicente Blasco Ibáñez.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Roman entstand zwischen September und November 1902 an der Playa de la Malvarosa in Valencia (Spanien) und erschien im gleichen Jahr. Es ist ein naturalistischer Roman und spielt in der südlich von Valencia gelegenen Lagunenlandschaft Albufera, einem Reisanbaugebiet, in der sich die einfache Landbevölkerung durch Jagen, Fischen und Reisanbau ihr tägliches Auskommen verdienen muss. Inhaltlich stehen der Kampf der Geschlechter sowie die großen Ambitionen einer jungen, vergnügungssüchtigen Frau (Neleta) im Mittelpunkt, an deren Ehrgeiz und kühler Berechnung, um zu möglichst viel Ruhm und Ansehen zu kommen als Hauptperson, sowie ihr Freund Tonet, der am Ende sein tragisches Ende findet. Während Tonet auf Kuba Militärabenteuer sucht und im Krieg kämpft, heiratet Neleta den reichsten Mann (Canamel) der Gegend. Zurückgekehrt gehen beide ein ehebrecherisches Verhältnis ein, aus der ein Kind entsteht. Ihr Mann stirbt und um das Erbe ganz zu behalten, verweigert sie die Heirat mit dem Liebhaber, den sie auffordert, ihr gemeinsames Kind nach der Geburt auszusetzen. Tonet erweist sich zu schwach, diesen Auftrag auszuführen und weiß keinen anderen Ausweg, als das Neugeborene im Sumpf zu ertränken. Nachdem er sich seiner ungeheuren Schuld bewusst wird, bleibt ihm nur der Selbstmord, um sich seiner Verantwortung zu entziehen. Schließlich wird er von den Verwandten im Sumpf bestattet.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk wurde von der spanischen Zeitung El Mundo in ihre Liste der 100 besten Erzählungen des 20. Jahrhunderts aufgenommen.[1] Von der deutschen Übersetzung, Büchergilde Gutenberg, wurden bis 1933 60.000 Exemplare verkauft.

In Kindlers Literatur Lexikon schreibt Aurelio Fuentes Rojo: „Der Erzählgang ist von großer Dynamik, und die Sprache besticht durch außergewöhnlich reichen Wortschatz und große Bildkraft.“[2]

1978 strahlte der Sender Televisión Española (TVE) eine sechsteilige Fernsehserie Cañas y barro aus.[3]

Textausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cañas y barro. Prometeo, Valencia 1902.
  • Sumpffieber. Berechtigte Übertragung aus dem Spanischen von Otto Albrecht van Bebber. Büchergilde Gutenberg, Berlin 1929.
  • Schilf und Schlamm. (cañas y barro). Neu übersetzt von Alfred Pocher. Edition Oberkassel, Düsseldorf 2013, ISBN 978-3-943121-16-2.

Das Werk wurde in das Englische, Französische, Italienische, Japanische, Niederländische, Portugiesische, Serbische, Kroatische und in das Esperanto übersetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christopher L. Anderson: Primitives, Patriarchy, and the Picaresque in Blasco Ibáñez's Cañas Y Barro. Scripta Humanistica, 1995.
  • Ezio Levi: V. Blasco Ibanez e il suo capolavoro Cañas y barro. Soc. An. Editrice La voce, 1922.
  • Charles-Vincent Aubrun: Cañas y barro de Blasco Ibáñez: sens et formes, structure et signification. M. Hueber, 1968.
  • Jeremy T. Medina: The artistry of Blasco Ibáñez's „Cañas y barro“. In: Hispania, Worcester, Massachusetts, Jahrgang 60, 1977, Nr. 2, S. 275–284.
  • César Besó Portalés: Estudio del naturalismo en la obra „Cañas y barro“. Parte I. In: Espéculo. Revista de estudios literarios. Universidad Complutense de Madrid, Nummer 32, 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. El Mundo: Lista completa de las 100 mejores novelas en castellano del siglo XX. Abgerufen am 7. Oktober 2015 (spanisch).
  2. Zitat nach: Kindlers Literatur Lexikon, dtv-Ausgabe 1974, Band 5, S. 1738.
  3. Montse Fayós: La serie “Cañas y Barro”, un acierto televisivo. (Memento des Originals vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.arteylibertad.org In: Arte y Libertad, Nummer 13, Juni 2002 und Nummer 14, September 2002. Abgerufen am 7. Oktober 2015 (spanisch).