Superliner

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Superliner-Schlafwagen im Capitol Limited

Superliner sind Doppelstockwagen der US-amerikanischen Bahngesellschaft Amtrak. Amtrak setzt diese Wagen auf allen Fernzügen westlich des Mississippi River sowie dem City of New Orleans (Chicago-New Orleans), dem Capitol Limited und dem Auto Train ein.[1] Die erste Serie (Superliner I) wurde 1978 bis 1981 von Pullman-Standard geliefert, die zweite Serie (Superliner II) 1993 bis 1995 von Bombardier Transportation, diese Wagen wurden in Barre, Vermont gebaut.[2]

Die Superliner sind eine Weiterentwicklung der seit 1954 von der Atchison, Topeka and Santa Fe Railway betriebenen Hi-Level-Wagen und lösten im Fernverkehr die Wagen der Vorgängergesellschaften der Amtrak (Heritage Fleet) ab.

Die Wagen sind größer und schwerer als andere Amtrak-Wagen. Sie sind 85 Fuß (25.908 mm) lang, 10 Fuß, 2 Inches (3099 mm) breit und 16 Fuß, 2 Inches (4928 mm) hoch. Im Schnitt wiegen diese Wagen 157 000 amerikanische Pfund (71 Tonnen).[2] Der Übergang zwischen den Wagen befindet sich im oberen Stockwerk. Superliner-Wagen sind für 161 km/h (100 miles/h) zugelassen. Die Drehgestelle der Superliner-I-Wagen wurden ab 1976 von Waggon Union aus Siegen in die USA geliefert und sind Minden-Deutz-Drehgestelle der Bauart MD76, die für erhöhte Radsatzlasten angepasst wurden.[3]

Typen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum eines Superliner-Sitzwagens

Superliner-Coaches (Sitzwagen) haben im Normalfall 74 Sitzplätze, von denen 62 im Oberdeck in der Anordnung 2+2 mit einem Sitzreihenabstand von 1,27 m angeordnet sind.[2] Im Unterdeck befinden sich 12 Plätze, ein Rollstuhlbereich, Toiletten und der Einstiegsraum. Der größte Teil des unteren Stockwerks dient der Gepäckbeförderung.[1] Einige Wagen haben stattdessen im Unterdeck einen großen Gepäckraum für aufgegebenes Gepäck, einen Kinderspielbereich oder einen reservierten Sitzbereich der Business Class.

Schlafabteil in Nachtstellung

Die meisten Schlafwagen (Sleeper) bieten insgesamt 44 Plätze. Sie haben im Oberdeck fünf große Zweibettabteile mit eigenem WC/Dusche (Bedrooms) und zehn kleine Zweibettabteile (Roomettes), im Unterdeck ein Familienabteil (mit vier Betten, davon zwei für Kinder), ein behindertengerechtes Zweibettabteil, vier Roomettes sowie Toiletten, eine Dusche und Gepäckregale. Die Familien- und Behindertenabteile nehmen die gesamte Breite des Wagens ein. Die großen Zweibettabteile können auch von einer erwachsenen Person mit zwei Kindern belegt werden; es ist möglich, zwei große Zweibettabteile zu einer Suite zu verbinden.[4]

Neben den regulären Schlafwagen gibt es auch als Transition sleeper bezeichnete Wagen mit einem Wagenübergang auf normaler Höhe an einem Ende, die einen Einsatz zusammen mit einstöckigen Wagen erlauben. Diese Wagen sind im Oberdeck mit kleinen Zweibettabteilen (Roomettes) ausgerüstet und dienen überwiegend dem Zugpersonal als Unterkunft, im Unterdeck befindet sich ein behindertengerechtes Schlafabteil und ein Pausenraum für das Zugpersonal. Planmäßig werden keine Züge aus Superliners und einstöckigen Sitz- oder Schlafwagen gebildet, so dass die Transition-Wagen in der Regel an Gepäckwagen gekuppelt werden.

Oberdeck eines Superliner-Loungewagens

Lounge cars können von Coach- und Schlafwagenpassagieren genutzt werden. Diese sind oben mit Sesseln und großen Panoramafenstern versehen, von denen aus Passagiere die Landschaft genießen können. Im unteren Teil sind Tische und eine Snackbar.

Innenraum des Speisewagens

Bei den Speisewagen (Diner) befindet sich die Küche unten und der Speiseraum oben. Ein Warenaufzug transportiert Speisen und Geschirr zwischen den beiden Ebenen.

Weiterentwicklungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus dem Superliner wurden zwei Wagenserien für den kalifornischen Tagesreiseverkehr abgeleitet, der California Car und der Surfliner. Diese Wagen haben je zwei Einstiege im Unterdeck und sind wendezugfähig.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jim Loomis: All Aboard: The Complete North American Train Travel Guide S. 148-149
  2. a b c Brian Solomon: Amtrak Voyageur Press, 2004 ISBN 0760317658 S. 131-133
  3. Karl Gerhard Baur: Drehgestelle – Bogies. EK-Verlag, 2. Auflage, Freiburg 2009, ISBN 978-3-88255-147-1, S. 174-196.
  4. [1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Superliner-Wagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien