Synaxarion

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Ein Synaxarion (griech. Συναξάριον, lat. auch Synaxarium) ist ein liturgisches Buch, das vor allem in den byzantinischen Ostkirchen Verwendung findet. Es verzeichnet die gottesdienstlichen Feiern im Verlauf des Kirchenjahres. Neben kalendarisch-heortologischen Notizen (Heortologie ist die Lehre von kirchlichen Feiertagen) beinhaltet es Angaben zu den Perikopen, zur Gottesdienstordnung und Kurzviten der Heiligen, deren Feiern begangen werden sollen. Damit entspricht es in etwa dem Martyrologium der römisch katholischen Kirche.

Vermutlich auf Kaiser Konstantin VII. (905-959) geht ein Synaxarion für die Stadt Konstantinopel zurück, das später für die gesamte chalkedonische Orthodoxie Gültigkeit erlangte. Eine historische Rezension des Buches gab der Bollandist Hippolyte Delehaye heraus. Eine andere Rezension ging in das griechische Menäon (das orthodoxe liturgische Monatsbuch) ein. Sie wurde etwa Mitte des 12. Jahrhunderts wohl in Konstantinopel von russischen und bulgarischen Geistlichen ins Altkirchenslawische übersetzt und mit den Viten slawischer Heiliger ergänzt. Diese slawische Version ist unter der Bezeichnung Prolog bekannt. Das Synaxarion ist bis heute in den östlichen Kirchen in Gebrauch.

Als Synaxarion kann auch der Einzeltext bezeichnet werden, der am jeweiligen Fest- oder Gedenktag aus dem Buch (oder den Menäen) vorgetragen wird.

Stärker um Rubriken erweiterte Synaxaria sind auch unter dem Namen Typikon bekannt.

In den Handschriften begegnet Synaxarion daneben auch als ein Name von liturgischen Perikopenlisten, zum Teil in gleicher Bedeutung wie Menologion. In der neutestamentlichen Textforschung werden speziell die Listen mit Angaben zu Begehungen im „beweglichen“ Kirchenjahr als Synaxarien bezeichnet, in der Liturgiewissenschaft zur Unterscheidung von den gleichnamigen hagiographischen Sammlungen synaxaria minora (kleine Synaxarien) genannt. Verzeichnisse von Feiern an festen Kalenderdaten heißen dann Menologien oder menologia minora (kleine Menologien).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Plank: Synaxarion. In: Lexikon für Theologie und Kirche. Band 9: San bis Thomas. 3., völlig neu bearbeitete Auflage. Herder, Freiburg (Breisgau) 2000, ISBN 3-451-22009-1, S. 1174.
  • Andrea Luzzi: Status quaestionis sui Sinassari italogreci. In: André Jacob, Jean-Marie Martin, Ghislaine Noyé (Hrsg.): Histoire et culture dans l'Italie byzantine. Acquis et nouvelles recherches (= Collection de l'Ecole Française de Rome. Bd. 363). École Française de Rome, Rom 2006, ISBN 2-7283-0741-5, S. 155–175.
  • Jacques Noret: Ménologes, synaxaires, ménées. Essai de clarification d'une terminologie. In: Analecta Bollandiana 86 (1968) 21-24.