Tanistry

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Tanistry (gäl. Tànaisteachd [ˈt̪ʰaːn̪ˠaʃtʃʲaxt̪], ir. Táinste [ˈt̪ˠaːnʲɕtʲə], Manx Tanishtagh [ˈtanʲɪʃtəx], deutsch Thanwahl, Anführerwahl oder Wahl des designierten Thronerbens/Nachfolgers, abgeleitet von gälisch tana (Herrschaft) und an tanaise (designierter Erbe)) war ein Brauch bei zahlreichen keltischen Stämmen in Irland, Schottland und auf der Isle of Man, den Nachfolger des König oder des Häuptlings des Clans durch die Anführer der Sippen zu wählen, alternativ auch durch alle Männer des jeweiligen Clans. Peter Berresford Ellis weist darauf hin, dass keltische Würdenträger zwar meist, aber nicht unbedingt männlichen Geschlechts waren.[1]

Die Nachfolgeregelungen der Alpin-Dynastie der schottischen Könige respektierte die Tanistry-Tradition bis mindestens 1034. Noch um 1090 wurde dieser Brauch vereinzelt angewendet.

Der gewählte Than (Anführer, designierter Nachfolger) musste volljährig und ohne jeden Makel sein, psychisch wie physisch. Die Wahl erfolgte zu Lebzeiten des herrschenden Königs oder Klanhäuptlings unter dessen Teilnahme, und der Erwählte trug dann den Titel „Than“ (engl. tanist). Er ersetzte den König oder Häuptling im Todesfall oder unter besonderen Umständen. Sobald dieser Fall eintrat, wurde ein neuer Than gewählt, so dass immer ein Nachfolger zur Verfügung stand. Die Wahl fiel nicht unbedingt auf den Sohn des jeweiligen Königs, denn das Prinzip der Primogenitur galt nicht (lt. P.B.Ellis). Das Tanistry-System führte oft zu einer Rotation zwischen den mächtigsten Linien des Klans oder der herrschenden Dynastie. Obwohl so ursprünglich nicht vorgesehen, sorgte das Tanistry-System für ein Gleichgewicht der Kräfte zwischen verschiedenen Linien des Clans. Andererseits war es Ursache für ständige Auseinandersetzungen innerhalb von Familien und zwischen einzelnen Clans mit nicht selten vernichtenden Folgen. Nach P. B. Ellis werden die Auseinandersetzungen allerdings oft überschätzt. Dass nicht der Sohn eines Königs dessen Nachfolger wurde, sei üblich und indiziere keineswegs gewalttätige Auseinandersetzungen.

Das Wort wird in abgewandelter Form noch heute im politischen System der Republik Irland verwendet. Der Premierminister ist der Taoiseach, der Vizepremierminister ist der Tánaiste.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Berresford Ellis: Die Druiden: von der Weisheit der Kelten. Diederichs, München, 1996, ISBN 3-424-01293-9. Original: The Druids. Constable, London, 1994, ISBN 0094724504.