Tanzwut (Band)

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Tanzwut
Promotion-Bild der Band (2015)
Promotion-Bild der Band (2015)
Allgemeine Informationen
Herkunft Berlin, Deutschland
Genre(s) Neue Deutsche Härte, Mittelalter-Rock, Musik der Mittelalterszene
Gründung 1997
Website www.tanzwut.com
Gründungsmitglieder
Teufel
Marktsackpfeife, Schalmei,
Trumscheit, Gesang
Castus (bis 2006)
E-Bass, Dudelsack,
Hintergrundgesang,
Trumscheit
Wim Dobbrisch (bis 2010)
Gitarre, Marktsackpfeife
Der heilige St. Brandanarius (bis 2002)
Marktsackpfeife, Schalmeien,
Zink
Koll. A. (bis 2005)
Keyboard, Programming
Tec (bis 2003)
Aktuelle Besetzung
Gesang, Dudelsack, Trumscheit
Teufel
E-Bass, Marktsackpfeife
Der Zwilling (seit 2010)
E-Gitarre, Davul
René B. (seit 2012)
Shumon (seit 2011)
Marktsackpfeife, Schalmei
Pyro (seit 2012)
Marktsackpfeife, Schalmei
Bruder Schlaf (seit 2012)
Schlagzeug, Perkussion
Bruder Liebe (seit ?)
Ehemalige Mitglieder
E-Gitarre, Marktsackpfeife, Hintergrundgesang, Trumscheit
Patrick der Kalauer (2002–2009)
Marktsackpfeife, Schalmei,
Trumscheit, Gesang
Jordon (2007–2009)
Schlagzeug,
Elektronische Klänge
Norri (2000–2010)
E-Bass, Marktsackpfeife,
Hintergrundgesang,
Trumscheit
Wim Dobbrisch (1996–2010)
Schlagzeug,
Elektronische Klänge
Hatz (2003–2010)
Schlagzeug, Elektronische Klänge
Steve (2010–2011)
Marktsackpfeife,
Schalmei
Ardor (2003–2007, 2010–2012)
E-Gitarre, Davul
Martin Ukrasvan (2009–2012)
Marktsackpfeife, Schalmei
Thrymr (2010–2016)
Oually (2011–2016)
Keyboard, Marktsackpfeife
Liam El Gigante (2016–2018)

Tanzwut ist eine 1997 in Berlin gegründete Mittelalter-Rock-Band.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sänger Teufel auf dem Wave-Gotik-Treffen 2017 in Leipzig

Die ursprüngliche Band bestand zum Teil aus Mitgliedern der Mittelaltermusik-Gruppe Corvus Corax. Die Idee, sich nicht mehr nur auf mittelalterlich anmutende Instrumente zu verlassen, kamen Sänger Teufel und Micha Rhein (später In Extremo) noch zu der Zeit, als sie als Mittelalterband Pullarius Furcillo unterwegs waren. Nach der Trennung trug jeder den Gedanken weiter mit sich. 1997 erfolgte die Gründung des Projekts Tanzwut. Der Name ist aus dem Mittelalter entlehnt: Als Mitte des 14. Jahrhunderts die Pest in Europa herrschte, wurde manchmal so lange ekstatisch getanzt, bis die Leute zusammenbrachen oder starben. Man hatte die Tanzwut, um Erschöpfung und Leid zu entkommen.

Im März 1999 erschien das selbstbetitelte Debütalbum Tanzwut über das EMI-Label Electrola. Das Album wurde von Jon Caffery produziert, der bereits für Alben der Toten Hosen und Einstürzende Neubauten verantwortlich war.

Nach einigen Umstellungen der Besetzung hat sich im Oktober 2010 wieder eine feste Formation gebildet.

Am 8. Juli 2011 erschien mit Morus et diabolus ein akustisches Mittelaltermusik-Album ohne E-Gitarren.

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den ersten vier Studioalben sind die Mittelalter-Elemente bis auf den Dudelsack stark reduziert. Stattdessen stehen Elemente der Neuen Deutschen Härte im Vordergrund. Mit tief gesungenen deutschen Texten, Elementen des Electro und ausgeprägten Riffing liegen diese Alben nah am Genre Neue Deutsche Härte.

Das nach der Trennung von Corvus Corax und Tanzwut 2011 veröffentlichte Album Morus et Diabolus ist ein akustisches Mittelalteralbum. Die Musiker treten nach der Trennung der beiden früher eng miteinander verbundenen Gruppen unter dem Namen Tanzwut auch als Mittelalterband auf. Die Wurzeln fast aller Bandmitglieder liegen zum Teil schon seit mehr als 25 Jahren in der Musik der Mittelalterszene.

Auf dem Album Weiße Nächte wurde stark auf elektronische Elemente verzichtet, stattdessen sind die Dudelsäcke in den Vordergrund gerückt. Damit steht das Album dem Mittelalterrock deutlich näher als die ersten Alben.

Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Texte sind in modernem Deutsch verfasst. Das Debütalbum Tanzwut enthielt vereinzelte Anspielungen auf mittelalterliche Texte sowie die Musik der Mittelalterszene. So bezieht sich das Lied Exkremento kritisch auf die Mittelalterrock-Band In Extremo.[1] Die Strophen des Lieds Auferstehung setzen sich in Teilen aus einer neuhochdeutschen Übersetzung des althochdeutschen zweiten Merseburger Zauberspruchs zusammen. Der Refrain ist die erste Strophe des ersten Merseburger Zauberspruchs in Althochdeutsch.

In den weiteren Texten geht es vorrangig um Emotionen, primär die Liebe, zwischenmenschliche Beziehungen sowie Feste und Feiern. Mittelalterliche Elemente sind kaum zu finden.

Image und Auftreten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Liveauftritten setzt die Band auf fulminante Bühnenshows. Dabei spielt neben aufwendigen Outfits und Choreographien auch das Bandmitglied Teufel eine Rolle, der mit seinem kahlrasierten Schädel mit den zu Hörnern aufgestellten roten Haarbüscheln als optischer Mittelpunkt der Band dient.

Wissenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Titel Eiserne Hochzeit ist eine der inoffiziellen Hymnen des Fußballvereines 1. FC Union Berlin und wird bei Heimspielen häufig im Stadion An der Alten Försterei gespielt.

Im Titel Götterfunken zitieren Tanzwut Goethes Faust zur Melodie von Beethovens 9. Sinfonie.

Das Lied Bitte Bitte ist ein Cover von Die Ärzte.

Im Titel Eisenmann vom ersten Album stimmen Melodie und Name mit dem Song Iron Man von Black Sabbath überein.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pyro und Thrymr auf dem Rockharz 2015 in Ballenstedt.

Alben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Musiklabel
Charts Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE
1999 Tanzwut
EMI/Universal Music
88
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. März 1999
Erscheinungsformate: CD, MC
Produzent(en): Jon Caffery, Chris Gardiner
2000 Labyrinth der Sinne
EMI/Universal Music
61
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 2000
Erscheinungsformate: CD
Produzent(en): Thommy Hein
2003 Ihr wolltet Spaß
Pica Records/Soulfood
46
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. April 2003
Erscheinungsformate: CD, CDR, MC
Produzent(en): Thommy Hein
2006 Schattenreiter
Pica Records/Soulfood
79
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. April 2006
Erscheinungsformate: CD, 2xCD
Produzent(en): Teufel, Peter Neuber
2011 Weiße Nächte
T.Fel Records/Soulfood
72
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 16. September 2011
Erscheinungsformate: CD
Produzent(en): Teufel
2013 Höllenfahrt
T.Fel Records/Soulfood
59
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. September 2013
Erscheinungsformate: CD
Produzent(en): Benjamin Schwenen, Teufel
2015 Freitag der 13.
AFM Records/Soulfood
36
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. September 2015
Erscheinungsformate: CD, 2xCD
Produzent(en): Benjamin Schwenen, Teufel
2016 Schreib es mit Blut
AFM Records/Soulfood
26
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 8. Juli 2016
Erscheinungsformate: CD, 2xCD
Produzent(en): Benjamin Schwenen, Teufel
2019 Seemannsgarn
AFM Records/Soulfood
38
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Juni 2019
Erscheinungsformate: CD, 2xLP
Produzent(en): Benjamin Schwenen

Mittelalterliche Marktmusikalben (Ohne Chartplatzierung)

  • 2011: Morus et Diabolus (T.Fel Records / Soulfood)
  • 2014: Eselsmesse (AFM Records / Soulfood)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998: Exkremento / Tanzwut (Remix) (10" Vinyl)
  • 1999: Augen zu
  • 1999: Weinst Du? (feat. Umbra et Imago)
  • 1999: Verrückt
  • 2000: Tanzwut
  • 2000: Bitte bitte
  • 2001: Götterfunken
  • 2001: Eiserne Hochzeit (Eisern Union)
  • 2001: Feuer und Licht (feat. Umbra et Imago)
  • 2003: Nein nein (Promo)
  • 2003: Hymnus Cantica (feat. Corvus Corax)
  • 2005: Immer noch wach (feat. Schandmaul)
  • 2011: Weiße Nächte (Download-Single)
  • 2013: Das Gerücht (Download-Single)
  • 2013: Der Himmel brennt (Download-Single)
  • 2016: Schreib es mit Blut (Download-Single)
  • 2016: Stille Wasser (feat. Liv Kristine, Download-Single)
  • 2019: Gib mir noch ein Glas (feat. Kärbholz, Download-Single)
  • 2019: Galgenvögel (Download-Single)

Videoalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Live (DVD + Doppel-Live-CD)

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999: Augen zu
  • 2003: Meer (Regie: Markus Kreuz)
  • 2003: Nein Nein (Regie: Heiner Thimm[2])
  • 2004: Bitte Bitte (Regie: Markus Kreuz)
  • 2011: Weiße Nächte (Regie: Nik Page)
  • 2012: Rückgratreißer (Regie: Teufel, Leschek Faber u. Tim Kallweit)
  • 2013: Das Gerücht (Regie: Nik Page)
  • 2013: Der Himmel brennt (Regie: Teufel u. Leschek Faber)
  • 2014: Unsere Nacht (feat. Jule Bauer; Regie: Teufel)
  • 2014: Der Eselskönig (feat. Entr'Act; Regie: Teufel)
  • 2015: Freitag der 13. (Regie: Matteo Vdiva Fabbiani u. Chiara Cerami / VD Pictures)
  • 2015: Brüder im Geiste (Regie: Teufel u. Markus Konczak)
  • 2016: Schreib es mit Blut (Regie: VD Pictures)
  • 2016: Stille Wasser (feat. Liv Kristine; Regie: Matteo Vdiva Fabbiani u. Chiara Cerami / VD Pictures)
  • 2019: Gib mir noch ein Glas mit Kärbholz (Produktion: Nils Freiwald)
  • 2019: Seemannsgarn (Regie: Matteo Vdiva Fabbiani u. Chiara Cerami / VD Pictures)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tanzwut – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Badische Zeitung/Michael Reich (25. Februar 2011): In Extremo – Dudelsäcke und Doppeldecker.
  2. http://www.terrorverlag.com/konzertberichte/tanzwut-videodreh-berlin/