Tastenwahlblock

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Ein Tastenwahlblock (TWB), auch Tastwahlblock, ist die Baugruppe eines Tastentelefons aus den 1970er - 90er Jahren, mit der die anzurufende Rufnummer gewählt wird. Bei späteren Telefonen ist die Tastatur meist in die Platine integriert.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tastenwahlblock TWB 75a

Die Wahl der Ziffern von Rufnummern per Tastatur verbreitete sich in Deutschland seit Mitte der 1970er-Jahre. Der Fortschritt in der Mikroelektronik ermöglichte die kostengünstige Herstellung von Zifferntastaturen. Der Tastenwahlblock ersetzte den mechanischen Nummernschalter. Im Gegensatz zum Nummernschalter konnten mit dem Tastenwahlblock neben dem klassischen Impulswahlverfahren (IWV) auch das Dioden-Erd-Verfahren (DEV) und das Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) und Komfortfunktionen wie zum Beispiel Wahlwiederholung realisiert werden. Die Elektronik war auf einer Platine im TWB integriert. Die Schnittstelle zur Telefonelektronik war einheitlich, die verschiedenen TwB-Varianten waren untereinander austauschbar.

Der Tastenwahlblock besteht aus Tasten mit den für die Nummernwahl unbedingt erforderlichen Ziffern 1 bis 9 und der 0, sowie zusätzlichen Tasten mit Sonderfunktionen wie zum Beispiel *- und #-Taste zur Steuerung von Leistungsmerkmalen und Telefonanlagenfunktionen.

Neben dem hier abgebildeten Modell mit einem Schaltkontakt pro Taste, bei dem sich die kurzen Tasten ohne Widerstand weich durchdrücken lassen, gab es auch einen „mechanischeren“ Tastenwahlblock, bei dem die Tasten 6 Millimeter weit aus ihrem Sockel herausragen und beim Drücken einen spürbaren und hörbaren Druckpunkt haben (z. B. beim Telefon Siemens FeTAp 755-1). Hier betätigt jede Taste zwei Schieber für Reihe und Spalte, die wiederum jeweils auf die zugehörigen Schalter wirken.

Typenbezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typenbezeichnung Wahlverfahren
TWB 71 Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV)
TWB 73 Dioden-Erd-Verfahren (DEV)
TWB 75 Impulswahlverfahren (IWV)

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tastenwahlblöcke waren vor allem in den FeTAp-Telefonen der Deutschen Bundespost und zeitgenössischen Telefonen anderer Länder verbaut. Spätere Geräte der Bundespost (z. B. spätere Versionen des Tel 01 LX) hatten zwar noch die gleiche Tastaturoptik, aber die Tastatur war nur noch eine Schaltermatrix und über eine Leiterfolie mit der Telefonelektronik verbunden. Sämtliche Elektronik zur Wahlsignalerzeugung war nun dort zu finden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Bärwald: Expert-Praxislexikon Kommunikationstechnologien. Netze - Dienste - Anwendungen. Expert Verlag, Renningen 2009, ISBN 978-3-8169-2843-0.
  • Dietrich Arbenz Vom Trommelwähler zu optiset E – Die Geschichte der drahtgebundenen Telefone für die Wählnebenstellenanlagen von Siemens (1950–2000), Herbert Utz Verlag, München 2009, ISBN 978-3-8316-0908-6.
  • Peter R. Gerke:Digitale Kommunikationsnetze. Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1991, ISBN 978-3-642-93459-9.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]