Tauchzeichen

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Tauchzeichen für „OK“

Tauchzeichen sind Gesten oder andere, meist nonverbale Zeichen zur Verständigung zwischen Tauchern unter Wasser. Die Kenntnis grundlegender Tauchzeichen gehört zu jeder Tauchausbildung, um beispielsweise seinen Tauchpartner auf Gefahren aufmerksam machen zu können. Tauchzeichen können sowohl als Aufforderung oder als Frage verstanden werden. In der Regel erwartet der Partner auf sein Zeichen hin eine Reaktion oder Bestätigung. 31 Tauchzeichen sind international genormt. Es gibt aber insgesamt über 160[1] verschiedene Tauchzeichen, die sogar leicht variieren können, weshalb nicht selten im Briefing vor dem Tauchgang die zu benutzenden Handzeichen vereinbart werden.

Handzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl sich Schall im Wasser gut fortbewegen kann, ist eine Verständigung unter Wasser mit Hilfe der menschlichen Stimme ohne elektronische Kommunikationssysteme nur eingeschränkt möglich. Elektronische oder auf Ultraschall aufbauende Systeme brauchen jedoch aufwändige und teure Tauchausrüstung wie eine Vollmaske oder einen Tauchhelm. Die meisten Taucher, insbesondere Sporttaucher, besitzen keine Ausbildung für eine solche Ausrüstung und daher hängt ihre Kommunikation von Tauchzeichen ab.

Um mit Tauchzeichen kommunizieren zu können, müssen sich die Tauchpartner ansehen. Um die Aufmerksamkeit des Tauchpartners zu erlangen, kann beispielsweise „auf die Schulter getippt“ werden oder ein typisches Geräusch gemacht werden, wie z. B. mit einem metallischen Gegenstand an die Druckluftflasche zu klopfen oder die Faust in die hohle Hand zu schlagen. Es sind auch einfache Geräte erhältlich, mit denen unter Wasser ein typisches, gut hörbares Geräusch erzeugt werden kann: der Tankbanger, eine Kunststoffkugel, die mit einem stabilen Gummizug an der Flasche befestigt wird, und der Shaker, eine Dose aus Metall, die kleine Metallstücke enthält und geschüttelt wird.

An der Wasseroberfläche ist Sprechen die naheliegende Möglichkeit zur Kommunikation und Tauchzeichen sind bereits bei mittlerer Entfernung schwer zu erkennen. Jedoch muss zum Sprechen der Atemregler oder Schnorchel aus dem Mund genommen werden und die Entfernung, in der man, gerade bei Wellengang, einen Taucher an der Oberfläche sehen kann, ist sehr beschränkt, was auch Oberflächenzeichen notwendig macht.

Normierte Tauchzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2005 standardisierte die WRSTC, in der viele bedeutende Tauchorganisationen zusammengeschlossen sind, 31 Handzeichen[2], die jeder Taucher nach Abschluss der Grundtauchausbildung beherrschen sollte. Diese 31 Tauchzeichen wurden später Teil der internationalen Norm ISO 24801-2[3] und somit auch von den meisten nicht der WRSTC angehörenden Tauchorganisationen, in ihre Grundtauchausbildung übernommen:[1]

  • Ich bin knapp an Luft: Eine Faust mehrfach gegen die Brust schwenken. (ein Warnzeichen)
  • Komm her!: Die nach oben gerichtete Hand mit spitz zusammengelegten Fingern mehrmals zur Brust hin schwenken.
  • Drunter, drüber oder rundherum: Die flache Hand, Daumen unter der Handfläche, von sich weg bewegen, um die beabsichtigte Tauchrichtung anzuzeigen.

Winken mit einer oder beiden Hände oder Armen bedeutet: Ich brauche Hilfe! oder Ein Notfall! Deshalb sollten Taucher niemals zur Begrüßung winken. Ebenso wenig ist es sinnvoll, vom Land oder Boot aus einem Taucher zu winken. Besser benutzt man zur Begrüßung das Oberflächenzeichen für Ich bin OK!.

Nicht normierte Tauchzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Tauchzeichen sind nicht normiert und können deshalb variieren, je nach Tauchorganisation, Sprache und Weltregion. Darüber hinaus sind eine Vielzahl von ungenormten Zeichen gebräuchlich, die für bestimmte Unterwasser-Lebewesen stehen.[1]

Tauchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diving signal check gas.jpg Prüfe deinen Atemgasvorrat
Diving signal repeat.jpg Wiederhole
Diving signal question.jpg Frage

Zahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf die Frage nach der noch zur Verfügung stehenden Luft wird wie folgt geantwortet:

Diving signal 10.jpg 10 bar[1] oder 1000 psi[4]
Diving signal 20.jpg 20 bar oder 2000 psi
Diving signal 50.jpg 50 bar oder 500 psi
(Anfang der Reserve)
Diving signal 100.jpg 100 bar oder 1500 psi[1]


(Halbzeit, da meist mit 200-bar-Flaschen getaucht wird)

Diving signal 200.jpg 200 bar oder 3000 psi[1]

Die Ziffern 1 bis 9 sind bei Tauchorganisationen nicht einheitlich. Dies stellt aber kein Problem dar, da Ziffern im Zusammenhang meist selbsterklärend sind. Diese Zeichen können je nach Region und Tauchorganisation variieren, weshalb man sich vor einem Tauchgang mit seinem Buddy absprechen sollte.[1]

Lebewesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine Vielzahl verschiedener Unterwasser-Lebewesen werden Zeichen verwendet, die jedoch nicht genormt sind.[1] Es ist deshalb empfehlenswert, sich vor dem Tauchgang bei ortskundigen Tauchern nach den gebräuchlichsten Zeichen – und damit auch nach den häufigsten sehenswerten Tieren – zu erkundigen und diese mit dem Tauchpartner abzustimmen.

Lichtzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Nachttauchen können die Handzeichen schlecht oder gar nicht erkannt werden. Tauchzeichen werden dann mittels einer Taucherlampe gegeben. Das Zeichen wird in der Regel auf den Grund direkt vor dem Tauchpartner gezeichnet. Um den Tauchpartner nicht zu blenden, wird ihm nicht direkt in die Augen geleuchtet. Seine Aufmerksamkeit kann erregt werden, indem man seine Hand anleuchtet.

Leinenzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei schlechter Sicht können beide Tauchpartner mit einer Leine verbunden sein; beim Eistauchen wird die Leine in der Regel bis an die Oberfläche geführt. Die Signale werden dann mittels Ziehen am Seil übermittelt.

  • Ein Zug: OK/OK?
  • Zwei Züge: Stopp
  • Drei Züge: Abtauchen
  • Vier Züge: Auftauchen
  • Ununterbrochenes Ziehen: Notfall! Auftauchen zur Oberfläche! oder Bringe mich zur Oberfläche!

Siehe auch: Leinenzeichen beim Rettungstauchen

Weitere Kommunikationsmöglichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere mögliche Kommunikationsmittel unter Wasser sind unter anderem:

Schreibtafel

Das Schreiben auf einer Schreibtafel ist zeitaufwendig, daher werden, sofern möglich, Tauchzeichen immer bevorzugt.

Gebärdensprache, Fingeralphabet

Gebärdensprache kann häufig nur mit Einschränkungen verwendet werden, da die dazugehörige Mimik mit Tauchausrüstung nur sehr beschränkt möglich ist. Geeigneter ist das Fingeralphabet, insbesondere das internationale Einhand-Fingeralphabet.

Menschliche Stimme

Die Kommunikation mittels der menschlichen Stimme ist unter Wasser nur stark eingeschränkt möglich und als unzuverlässiges Kommunikationsmittel zu erachten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dave van Stijn, Mike Harterink: Scubasigns – The guide to all diving signals. B for Books Bv / Stichting Scubasigns (Scubasigns Stiftung, Niederlande) 2009, ISBN 978-90-90-24165-4, 288 S. (englisch)
  • Tauchzeichen – Kommunikation unter Wasser. Über 160 Handzeichen für Taucher und die, die es werden wollen. ok2dive, ISBN 978-3-9813148-0-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tauchzeichen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h Sonja Hönig: Tauchzeichen – Kommunikation unter Wasser. 1. Auflage. ok2dive UG, Groß-Zimmern 08/2009, ISBN 978-3-9813148-0-9
  2. Common hand signals for recreational scuba diving. World Recreational Scuba Training Council, Jacksonville, 1. Dezember 2005; abgerufen am 4. April 2013 (PDF; 5,9 MB, englisch).
  3. Recreational diving services – Requirements for the training of recreational scuba divers – Part 2: Level 2 – Autonomous diver (ISO 24801-2). ISO; abgerufen am 29. April 2015 (englisch).
  4. Diver Underwater Hand Signals. Scuba.com, INC.; abgerufen am 1. Januar 2017 (englisch).