Tax-Compliance

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Der Begriff Tax Compliance (deutsch, etwa: Steuerehrlichkeit, wörtlicher: der Pflicht, Steuer zu bezahlen, Folge zu leisten) bezeichnet die Bereitschaft der Bürger, die geltenden Steuergesetze zu achten und steuerliche Pflichten zu erfüllen. Aus Sicht eines Unternehmens bezeichnet Tax Compliance die „Implementierung und Pflege eines Systems zur Sicherstellung der steuerlichen Rechtsbefolgung im Interesse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter, ohne dass eine Rechtspflicht zur Einrichtung eines solchen Systems besteht“. Aus der Sicht der Finanzverwaltung soll eine Tax Compliance Strategie strukturelle Anreize dafür bieten, dass die Steuerpflichtigen ohne unmittelbaren hoheitlichen Zwang an der Erfüllung ihrer steuerlichen Pflichten mitwirken.

Erfahrungen aus dem Ausland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Niederlanden, Großbritannien, Kanada und Australien wird diese Bereitschaft seit Jahren durch diverse Maßnahmen erfolgreich erhöht (BMF-Monatsbericht 6-2004).

Tax Compliance in konkreter Ausgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bereitschaft der Bürger zu korrektem steuerlichen Verhalten kann durch verschiedene Schritte erreicht werden.

In Deutschland soll der Steuerwiderstand durch verstärkte Orientierung der Finanzverwaltung am Kunden gezielt und nachhaltig vermindert werden. Durch Servicemanagement und Risikomanagement soll eine Optimierung und Erweiterung der Servicesituation in den Finanzämtern und dadurch gesetzeskonformes Handeln des Steuerzahlers erreicht werden. Mit einer risikoorientierten Ressourcensteuerung will man bei der Fallbearbeitung in den Finanzämtern Steuerhinterzieher leichter erkennen und durch Sanktionen langfristig zu Verhaltensänderungen bewegen. Durch die Möglichkeiten der elektronischen Steuerprüfung in Unternehmen durch die GDPdU und heute durch die GoBD ist eine programmgestützte Gesamtprüfung aller steuerrelevanten Daten anstelle von Stichprobenprüfungen möglich geworden.

Bei Bargeschäften soll durch das INSIKA-System bei Kassen und Taxametern (vgl. Fiskaltaxameter) eine höhere Steuerehrlichkeit erzielt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rübenstahl, Idler (Hrsg.): Tax Compliance. Prävention - Investigation - Remediation - Unternehmensverteidigung. C. F. Müller, Heidelberg 2018, ISBN 978-3-8114-4657-1
  • Sozietät Streck, Mack, Schwedhelm: Tax Compliance : Risikominimierung durch Pflichtenbefolgung und Rechteverfolgung. O. Schmidt, Köln 2010, ISBN 978-3-504-25078-2.
  • Andreas Kaiser: Tax Compliance in ausländischen Finanzverwaltungen. In: IWB. 20/2010, S. 774–479.
  • Kirchler, E.,: The Economic Psychology of Tax Behaviour. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-87674-2.
  • Peter Talaska: Tax Compliance in Unternehmen - Organhaftung. In: Betriebsberater. 19/2012, S. 1195.
  • James Alm, Todd Cherry, Michael Jones, Michale Mc Kee: Taxpayer information assistance services and tax compliance behaviour. In: Journal of Economic Psychologie. 2010, S. 577–586.
  • Roman Seer: Tax Compliance und Außenprüfung. In: FS für Michael Streck zum 70.Geburtstag. O. Schmidt, Köln 2011, S. 403–415.
  • Klaus Moosmayer, Niels Hartwig: Interne Untersuchungen - Praxisleitfaden für Unternehmen. Beck, München 2012, ISBN 978-3-406-62819-1.
  • Müller, Fischer: Tax Compliance: Steuerstrafrechtliche Verantwortung im Unternehmen. ESV, Berlin 2018, ISBN 978-3-503-18110-0.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]