Tetraamminkupfersulfat

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Strukturformel
Tetraamminkupfer Kation.svgSulfat-Ion2.svg Punkt Hydrat
Allgemeines
Name Tetraamminkupfersulfat
Andere Namen

Tetramminkupfer(II)-sulfat

Summenformel [Cu(NH3)4]SO4 · H2O
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 10380-29-7
EG-Nummer 626-953-8
ECHA-InfoCard 100.155.305
Wikidata Q413075
Eigenschaften
Molare Masse 245,75 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,81 g·cm−3[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]

Monohydrat

07 – Achtung

Achtung

H- und P-Sätze H: 315​‐​319​‐​335
P: 261​‐​305+351+338 [1]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Tetraamminkupfer(II)-sulfat [Cu(NH3)4]SO4, (frühere Namen: Cuprum sulfuricum ammoniatum, schwefelsaures Kupferoxydammoniak, Kupfersalmiak, Kupriammoniumsulfat, Tetramminkupfer(II)-sulfat) ist ein Komplexsalz des zweiwertigen Kupfers und der Schwefelsäure. Als Feststoff liegt es als Monohydrat [Cu(NH3)4]SO4 · H2O vor. Die tiefblaue Farbe der Salzkristalle entsteht durch den Tetraamminkomplex [Cu(NH3)4]2+ des Kupfers, der in wässriger Lösung durch zwei weitere Wassermoleküle komplexiert wird. Das an Luft langsam zu einem grünen Pulver verwitternde Salz hat einen Zersetzungspunkt von ca. 150 °C.

Tetraamminkupfer(II)-sulfat entsteht durch Versetzen einer wässrigen Kupfer(II)-sulfat-Lösung mit Ammoniakwasser im Überschuss:

Tetraamminkupfer(II)-sulfat-Monohydrat [Cu(NH3)4]SO4·H2O

Der Farbumschlag von blassblau zu tiefblau kann zum Nachweis der Kupferionen dienen. Auf Bildung des Tetraamminkupferkomplexes beruht auch die Verwendung von Kupfersalzen als Geheimtinte.

Obwohl die Tetraammin-kupfer(II)-salze stabile Komplexsalze sind, ist eine Reaktion mit Schwefelwasserstoff (H2S) möglich: Bei der Zugabe von Schwefelwasserstoff (H2S) wird schwarzes Kupfer(II)-sulfid ausgefällt. Die aus dem Gleichgewicht des Komplexes resultierende Kupfer(II)-ionenkonzentration[2] entsprechend der Gleichung

ist höher als die max. Lösungskonzentration des Kupfer(II)-sulfids. Deshalb wird trotz der Komplexverbindung Kupfer(II)-sulfid ausgefällt.

Bei der Zugabe von Kalkmilch zu einer Lösung von Tetraamminkupfer(II)-sulfat bildet sich ein blaugrüner Niederschlag. Dieses Farbpigment, auch als Kalkblau oder Neuwieder Blau[3] bezeichnet, wird für Malerfarben verwendet.

Tetraamminkupfersulfat wurde zum ersten Mal 1644 von Johan Baptista van Helmont synthetisiert.

Die wässrige Lösung wurde als „Flüchtige Kupferoxydtinctur“ (Tinctura veneris volatilis) von Herman Boerhaave (1668–1738) als Arznei eingeführt, jedoch nicht mehr verwendet.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Datenblatt Tetraamminecopper(II) sulfate monohydrate bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 24. April 2011 (PDF).
  2. Jander-Wendt: Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie, 3. Auflage, S. Hirzel Verlag, Sttg., 1959, S. 243.
  3. Brockhaus der Naturwissenschaften und der Technik, 4. Auflage, S. F.A.Brockhaus Verlag, Wiesbaden, 1958, S. 325.