The Third Wave

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The Third Wave war ein Sozialexperiment, um vor der Anziehungskraft faschistischer Bewegungen zu warnen.

Im April 1967 führte der Geschichtslehrer Ron Jones zusammen mit Schülern und Lehrern an der Cubberley High School in Palo Alto ein Experiment durch. Auslöser waren Aussagen in der Klasse, dass Verhaltensformen des Nationalsozialismus „bei uns nicht vorkommen könnten“.

Die Schüler wurden in dem Experiment als The Third Wave („Die Dritte Welle“) organisiert, bekamen Rollen zugeteilt und wurden Einschränkungen unterworfen; Verhaltensnormen wurden aufgestellt und streng durchgesetzt. Ursprünglich war das Experiment für die Dauer eines Tages vorgesehen, lief aber über fünf Tage.

Aufgeschreckt durch die Leichtigkeit, mit der die Schüler sich vereinnahmen und manipulieren ließen, brach Jones das Experiment abrupt ab, indem er in einer Schulversammlung den begeisterten Anhängern der „Dritten Welle“ einen direkten Vergleich mit Jugendorganisationen im nationalsozialistischen Deutschland vorführte.

1972 entstand ein kurzer Artikel von Jones unter dem Titel The Third Wave. Jahre später fasste dieser seine Erfahrungen in dem Buch No Substitute for Madness: A Teacher, His Kids, and the Lessons of Real Life zusammen. 1981 entstand für das US-Fernsehen der Film Die Welle. Im gleichen Jahr verarbeitete Morton Rhue das Drehbuch des Films zum gleichnamigen Roman. Im Jahr 2000 wurde von Margaret Gutmann und Jens Blockwitz ein Musical (Musiktheaterstück) mit dem Namen Die Dritte Welle in Berlin und Potsdam mit der Zustimmung von Jones aufgeführt.

2008 kam ein Film mit dem Titel Die Welle unter der Regie von Dennis Gansel in die Kinos, der auf der Kurzgeschichte von Ron Jones basiert, die Handlung aber in das moderne Deutschland verlegte. Zu diesem Film erschien ein Roman mit dem Titel Die Welle von der deutschen Schriftstellerin Kerstin Winter. Im Frühjahr 2008 wurde das kanadische Musical The Wave von Olaf Pyttlik, einem ausgewanderten Deutschen, in Greiz in Thüringen erstmals auf Deutsch gespielt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ron Jones: No Substitute for Madness: A Teacher, His Kids, and the Lessons of Real Life. Island Pr. 1981, ISBN 0-933-28006-8.
  • Ralph Erbar: „Macht durch Disziplin“. Der Film „Die Welle“ im Geschichtsunterricht. In: Praxis Geschichte 6/1992 (Film–Geschichte–Unterricht) S. 18–21.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]