Theodor Thon

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Theodor Thon (* 14. Mai 1792 in Eisenach; † 17. November 1838 in Jena) war ein deutscher Naturforscher und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Eisenacher Gymnasium studierte Thon ab 1808 an der Universität Jena (vielleicht auch an der Universität Leipzig) Naturwissenschaften. Besonders widmete er sich der Mineralogie. 1810 wurde er Mitglied des Corps Saxonia Jena.[1] Vorübergehend Gutsverwalter, wurde er am 10. Oktober 1811 in Jena zum Dr. phil. promoviert.[2]

Wenig später wurde ihm erlaubt, ohne Habilitation als Privatdozent der Naturgeschichte in Jena zu wirken. Er gab die Stelle im Herbst 1813 auf und kehrte nach Eisenach zurück. Er übernahm dort verschiedene private Verwaltungsämter. 1816 wurde er als Registrator bei der Großherzoglichen Landesdirektion angestellt.

Von dieser Tätigkeit unbefriedigt, bat er Anfang 1821 um seine Entlassung und zog nach Weimar, um im Landesindustriekontor naturwissenschaftliche Werke zu bearbeiten. Er vervollkommnete sich nebenbei im Zeichnen und erlernte auch die Kupferstechkunst.

Der alte Wunsch nach einem Lehrstuhl an der Landesuniversität trieb ihn 1824 wieder nach Jena. Durch seine naturwissenschaftlichen und technischen Bücher inzwischen bekannt geworden, erhielt er im Juni 1827 die fürstliche Erlaubnis, ohne weitere Förmlichkeiten wieder naturwissenschaftliche Privatvorlesungen an der Universität zu halten. Ihre Themen waren außerordentlich vielfältig: Naturgeschichte, Sammlung naturwissenschaftlicher Körper, Mineralogie, Zoologie, Entomologie, Architektur, Technologie, Kupferstechkunst und Stenografie.

Die Ernennung zum a.o. Professor 1834 besserte Thons materielle Lage nur wenig. Nach wie vor war er auf schriftstellerische Arbeiten angewiesen. Bedeutsam wurde die um 1824 angeknüpfte Verbindung mit der Verlagsbuchhandlung von Bernhard Friedrich Voigt.[3]

Thon war dreimal verheiratet. Ein Sohn wurde Zeichenschuldirektor in Weimar, ein anderer Arzt in Queensland.

Stenografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thon war der erste akademische Lehrer, der sich mit der Stenografie befasste. Die Einladungsschrift zu seinen Vorlesungen betitelte er mit: Ueber den Nutzen der Stenographie, besonders über die Vortheile, welche sie Studirenden gewährt (Jena 1827). Als Student hatte sich Thon das geometrische Stenographiesystem von Carl Gottlieb Horstig (1763–1835) angeeignet und überarbeitet. Eine Skizze des Systems in dieser Fassung veröffentlichte er in seiner „Lebensmeß- und Rechnungskunst“ (Ilmenau 1825). Franz Xaver Gabelsbergers Anleitung zur deutschen Redezeichenkunst (1834) besprach er ausführlich in Gersdorf’s Repertorium der gesammten deutschen Litteratur. Er versuchte, zwischen der alten geometrischen und der neuen kursiven Richtung der Kurzschrift zu vermitteln. Das Manuskript dieser Ausarbeitung ist verschollen.

Bibliophiler Kupferstecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Kupfertafeln zu seinen Büchern stach Thon selbst. Er lieferte auch viele Zeichnungen und Kupferstiche zu fremden Werken, z. B. zu W. Dietrich’s „Deutschlands Giftpflanzen“ (1826).

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geographisches Handelslexikon, 2 Bände. Schmalkalden 1823; neue Ausgabe Leipzig 1831
  • Historisch-geographische Stammbuchblätter, 1. Bändchen (Jena 1825)
  • Die Drehkunst in ihrem ganzen Umfange. Ilmenau 1825; 5. Auflage Weimar 1855
  • Abbildungen ausländischer Insekten, I, Heft 1: Käfer (Jena 1826)
  • Der Gebäudemaler und Decorateur. Ilmenau 1826
  • Handbuch für Naturaliensammler. Ilmenau 1827
  • Die Botanik in ihrer praktischen Anwendung auf Gewerbekunde für Kaufleute u. s. w.. Ilmenau 1828
  • Lehrbuch der Kupferstechkunst, der Kunst in Stahl zu stechen und in Holz zu schneiden. Ilmenau 1831
  • Lehrbuch der Reißkunst oder Grundsätze der Zeichenwissenschaft. Ilmenau 1832; 2. Auflage Weimar 1840
  • DieInsecten dargestellt in getreuen Abbildungen und mit ausführlicher Beschreibung. Leipzig 1835 ff.
  • Die Naturgeschichte der in- und ausländischen Schmetterlinge. Leipzig 1837
  • Allgemeines ökonomisch-technologisches Kunst- und Gewerbelexikon, 2 Teile. Leipzig 1838–1840
  • Deutsches Universalkochbuch, 2 Teile. Leipzig 1840

In der Belletristik versuchte sich Thon unter dem Pseudonym „Guido Romito“. Er schrieb die Novelle „Berta oder Liebe und die Stimme von Jenseits“ (Eisenberg 1825) und die Erzählungen „Der Meisterschlag“ und „’s hat eins geschlagen“ (Leipzig 1836).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Theodor Thon – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Korps-Listen 1910, 127, 91.
  2. Dissertation: Entwurf eines neuen Systemes der Mineralien usw. (handschriftlich geblieben)
  3. gegründet in Sondershausen 1812, verlegt nach Ilmenau 1822, nach Weimar 1834, nach Leipzig 1898