Thievery Corporation

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Thievery Corporation
Thievery Corporation beim Lollapalooza Festival (2006)
Thievery Corporation beim Lollapalooza Festival (2006)
Allgemeine Informationen
Herkunft Washington, D.C., USA
Genre(s) Electronica, Downbeat
Gründung 1996
Website thieverycorporation.com
Gründungsmitglieder
Rob Garza
Eric Hilton

Thievery Corporation ist eine 1996 gegründete US-amerikanische Musikgruppe, die aus den Musikern Rob Garza und Eric Hilton besteht. Ihre Musik ist eine Melange aus Downbeat-, Lounge- und Nu-Jazz-Sounds mit Elementen des Bossa Nova, Dub und jamaikanischem Reggae.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eric Hilton und Rob Garza lernten sich 1996 im Club Eighteenth Street Lounge in Washington, D.C. kennen,[1] der kurz zuvor von Hilton und Farid Nouri eröffnet worden war. Garza und Hilton fingen an, selbst verschiedene Klänge aus Dub, Bossa Nova und orientalischer Musik zu mixen, die sie überwiegend im Eighteenth Street Lounge spielten. Aus dieser Zusammenarbeit entstand noch im selben Jahr das DJ-Duo Thievery Corporation und das eigene Plattenlabel Eighteenth Street Lounge Music.

Zwei Jahre später erschienen im Jahr 1997 die Singles Shaolin Satellite und 2001: A Spliff Odyssey sowie ihr Debütalbum Sounds from the Thievery Hi-Fi. Letzteres erschien in der amerikanischen und 1998 in der europäischen Fassung, 2006 folgte ein Re-Release. Als Gastmusiker sind unter anderem die Jazz-Sängerin Pam Bricker und die brasilianische Musikerin Bebel Gilberto auf dem Album zu hören.

Nach ausgedehnten Tourneen veröffentlichte Thievery Corporation 2000 ihr zweites Studioalbum The Mirror Conspiracy, wie alle bisherigen Alben ebenfalls beim eigenen Plattenlabel Eighteenth Street Lounge. Das Lied Lebanese Blonde wurde 2004 für Zach Braffs Film Garden State verwendet. Nach 33.000 verkauften Einheiten vom ersten Album, wurden von diesem nun 119.000 Einheiten abgesetzt.[2]

Im Oktober 2002[2] erschien The Richest Man in Babylon, das sich klanglich an ihr vorheriges Album anlehnt und ebenfalls auf viele Gastmusiker setzt, darunter Pam Bricker, Emilíana Torrini und der jamaikanische Rapper Notch.

2005 veröffentlichten Eric Hilton und Rob Garza The Cosmic Game. Darauf gesellt sich zum Orientalischen, Bossa Nova und Dub auch Rock, denn es sind diesmal Perry Farrell von Jane’s Addiction, David Byrne, bekannt geworden mit den Talking Heads, sowie die Flaming Lips zu hören.[3] Ein Jahr später erschien ihr erstes Remix-Album Versions. Die darauf folgende Tour wurde vom Gitarristen der Band Rob Myers fotografiert und als Online-Fotobuch unter dem Namen Thievery Corporation 2006 vermarktet.

2008 kam Radio Retaliation auf den Markt und setzt wieder auf viele Gastmusiker. Das Album wurde für einen Grammy in der Kategorie Best Recording Package nominiert. 2010 erschien It Takes a Thief, ein Best-of-Album der Band aus den Studioalben der vergangenen Jahre. Ihr sechstes Studioalbum Culture of Fear erschien im Juni 2011. Neben anderen Gastmusikern lieh Shana Halligan von Bitter:Sweet ihre Stimme für den Titel Is It Over?.

Am 10. Februar 2017 erschien das Album The Temple of I & I, an das auch eine Europatournee anschloss. Beim zweistündigen Konzert in Berlin am 24. Februar 2017 waren zahlreiche Gastmusiker mit von der Partie: Percussions, Drums, Sängerinnen und Sänger, der Einsatz von Sitar, E-Bass und Gitarren (auch von Rob Garza gespielt), machten die Show zu einem Live-Spektakel.

Das Auftreten der Musiker auf und neben der Bühne wird als schnieke beschrieben,[3] aber die Musik soll, dem entgegengesetzt, nicht kalt, steif, steril und vorgefertigt klingen.[2] Sie geben zu, dass es kein leichtes Unterfangen ist, aus den sehr verschiedenen musikalischen Versatzstücken eine kohärente Einheit zu weben.[2]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
2000 The Mirror Conspiracy
32
(6 Wo.)
48
(1 Wo.)
300! 76
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 2. April 2000
2002 The Richest Man in Babylon
42
(5 Wo.)
45
(5 Wo.)
300! 300! 150
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. September 2002
2005 The Cosmic Game
50
(3 Wo.)
48
(4 Wo.)
79
(2 Wo.)
74
(1 Wo.)
94
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 22. Februar 2005
2008 Radio Retaliation
300! 300! 79
(1 Wo.)
300! 35
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. September 2008
2011 Culture of Fear
300! 300! 52
(1 Wo.)
300! 52
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 28. Juni 2011
2014 Saudade
300! 300! 300! 78
(1 Wo.)
58
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. März 2014
2017 The Temple of I & I
37
(1 Wo.)
18
(4 Wo.)
60
(1 Wo.)
300! 111
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 10. Februar 2017
2018 Treasures from the Temple
49
(1 Wo.)
21
(1 Wo.)
47
(1 Wo.)
300! 300!
Erstveröffentlichung: 20. April 2018

Weitere Veröffentlichungen

  • 1996: Sounds from the Thievery Hi-Fi
  • 1999: Abductions & Reconstructions
  • 1999: DJ-Kicks
  • 2002: Sounds from the Verve Hi-Fi
  • 2004: The Outernational Sound
  • 2004: Babylon Rewound
  • 2006: Versions
  • 2010: It Takes a Thief

Singles (Charterfolge)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[4] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1998 Lebanese Blonde
The Mirror Conspiracy
300! 300! 300! 96
(1 Wo.)
300!
Erstveröffentlichung: 17. November 1998

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thievery Corporation – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eighteenth Street Lounge, History (Memento vom 4. Januar 2008 im Internet Archive) alte Version der Website vom 4. Januar 2008
  2. a b c d Michael Paoletta: Thievery Returns On Eighteenth St. In: Billboard. 31. August 2002, Dance/Electronic, S. 39.
  3. a b S[teven] T[homsen]: Thievery Corporation. The Cosmic Game. In: Eclipsed. Nr. 70, März 2005, S. 50.
  4. a b Chartquellen: DE AT CH UK US