Thrakergrab von Sweschtari

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Thrakergrab von Sweschtari
Свещарска гробница
*
UNESCO-Welterbe
UNESCO-Welterbe-Emblem

Sveshtari Thracian tomb Bulgaria IFB.JPG
Staatsgebiet: BulgarienBulgarien Bulgarien
Typ: Kultur
Kriterien: ii, iii
Referenz-Nr.: 359
Region: ª Europa
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 1985  (Sitzung 9)

* Der Name ist auf der Welterbe-Liste aufgeführt.
ª Die Region ist von der UNESCO klassifiziert.

Das Thrakergrab von Sweschtari (bulgarisch Свещарска гробница) befindet sich 2,5 km südwestlich des Dorfes Sweschtari, 9 km nordwestlich von Isperich, 42 km nordöstlich von Razgrad im Nordosten Bulgariens.

Das Grab aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. wurde 1982 entdeckt. Besonders einzigartig sind die halb menschlichen, halb pflanzlichen Karyatiden. Es wird angenommen, dass es sich um die Grabstätte des getischen Königs Dromichaites handelt.[1]

Das Thrakergrab von Sweschtari gehört seit 1985 zum UNESCO-Welterbe.

Das Grab steht frei auf einer Hügelspitze, nur wenige Kilometer entfernt von der antiken Stadt Helis. Der Eingang ist nach Osten gerichtet. Das Grab ist aus massiven, behauenen Steinquadern zusammengefügt. Vereinzelt wurden eiserne Bauklammern eingesetzt. Jede der 3 Kammern hat ein eigenes Tonnengewölbe. Es gibt eine Grabkammer, Opfergabenkammer und Vorkammer. Die Hauptkammer enthält 2 Liegen, gerade gegenüber dem Eingang eine für den König und eine kleinere seitlich rechts für die Königin. Direkt vor der Liege des Königs stand mitten im Raum ein 2x2m großen steinerner Portikus, der mit Steinplatten verschlossen war. Es wird angenommen das dies eine symbolische Trennung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits darstellen soll. Der Fries ist mit Tierköpfen und Blumen abwechselnd dekoriert. In der Vorkammer und der Opferkammer wurden zahlreiche Grabbeigaben gefunden. Darunter auch mehrere Pferde. Die Vorkammer war nach außen zu zugemauert. Links und rechts war der Zugang mit einer kleinen Mauer flankiert.

Zur Erhaltung es Grabes wurde der Erdhügel komplett abgetragen. Dann wurde daneben eine Glocke aus Beton gegossen und auf Schienen über das Grab gefahren. Anschließend wurde der Erdhügel wieder aufgeschüttet. Nach der Restauration wurde der Portikus nicht wieder an seine alte Stelle errichtet, sondern außerhalb des Grabes an einer Wand. Der Tourist hätte sonst nichts sehen können in der Grabkammer.

Grab Nr. 2

Neben dem Königsgrab gibt es noch viele weitere Grabhügel. Insgesamt wurde bislang 36 in der näheren Umgebung von Helis gefunden. Davon enthielten 4 massive Grüfte wie im Königsgrab. Es konnten bis jetzt lediglich 23 Hügel untersucht werden. Dabei wurden auch Attrappen gefunden, die nichts enthielten. Direkt neben dem Königsgrab sind 2 weitere zugänglich. Sie sind deutlich kleiner und niedriger und haben nur je eine Kammer. Allerdings scheinen sie wiederverwendbar zu sein, denn sie haben auf Bronze gelagerte, steinerne Drehtüren. Die Tür des Königsgrabes war lediglich zugemauert Diese weniger wertvollen Gräber haben lediglich ein Wellblechdach zum Schutz gegen die Witterung

Führungen zur vollen Stunde, jeweils abwechselnd in englischer und bulgarischer Sprache. Eintritt BGN 15,-- Leider sind eigene Fotos nicht erlaubt im Inneren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexandar Fol, M. Čičikova, T. Ivanov, T. Teofilov: The Thracian Tomb near the Village of Sveshtari. Sofia 1986.
  • Alexander Fol: Die thrakische Orphik oder zwei Wege zur Unsterblichkeit, In: Die Thraker. Das goldene Reich des Orpheus, Ausstellung, 23. Juli bis 28. November 2004, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Philipp von Zabern, Mainz 2004, S. 177–186.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Delev: Lysimachus, the Getae, and Archaeology. In: The Classical Quarterly New Series 50 (2000) S. 384–401.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Thrakergrab von Sweschtari – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 43° 44′ 42″ N, 26° 45′ 59″ O