Thyen-Werft

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Ein Heringslogger treibt mit dem Stützsegel hinter dem Fleet

Die Thyen-Werft in Brake war ein Werftbetrieb, der von 1876 bis 1916 bestand.

Geschichte der Thyen-Werft (1876–1916)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Übernahme des 1848 für die Deutsche Reichsflotte in Brake erbauten Trockendocks, begann 1876 die Geschichte dieser Werft, die sich anfangs auf Grundlage des Trockendocks nur mit Dockungen und Reparaturen von Schiffen beschäftigte. Die Neubautätigkeit begann 1894, in diesem Jahr wurde als erstes Schiff der Dreimastschoner Bussard an F. Thyen abgeliefert. 1916 wurde die Werft als eigenständiger Betrieb geschlossen.

Übernahme von der Frerichswerft (1916–1920)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1916 wurde die Thyen-Werft von der Frerichswerft übernommen, anfangs wurden hauptsächlich Reparaturarbeiten an Schiffen durchgeführt, ab 1919 wurde auch das Neubaugeschäft weitergeführt. Es entstanden bis 1920 weitere drei Segellogger und zwei Motorlogger mit rund 120 BRT, vorwiegend für die Bremen-Vegesacker Fischerei-Gesellschaft.

Auf der Thyen-Werft gebaute Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1898 entstanden auf der Werft vor allem Segellogger, die mit der Verwendung von Treibnetzen als Heringslogger zum Heringsfang eingesetzt wurden. Die Logger wurden größtenteils an die örtliche Braker Heringsfischerei abgeliefert. Daneben war jedoch auch die Elsflether Heringsfischerei ein wichtiger Kunde, und ab 1907 kam auch die Leerer Heringsfischerei als Kunde dazu. So wurden alleine von diesem Schiffstyp rund 15 Schiffe abgeliefert. Auch drei Feuerschiffe entstanden auf dieser Werft. Eines davon, die Weser, war für das Tonnen- und Bakenamt Brake bestimmt. Das andere, die Ausseneider wurde nach Tönning geliefert und das dritte, die Minsener Sand erhielt die Kaiserliche Werft Wilhelmshaven.

Insgesamt wurden über vierzig Schiffe abgeliefert, neben den Segelloggern und Feuerschiffen waren es Gaffelschoner, Leichter, ein Wohnschiff und ein Fährdampfer.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Karting: Deutsche Schoner. Band 1–5: Die Entwicklung des Schiffstyps und der Bau hölzerner Schoner nach 1870 an der Deutschen Nordseeküste (von der Ems bis zur Weser). Hauschild Verlag, Bremen.
  • N. N.: 100 Jahre Schiffahrt, Schiffbau, Häfen. Schiffahrtsverlag „Hansa“, Hamburg, 1964.
  • Mehrere Autoren: 125 Jahre Verband für Schiffbau und Meerestechnik e. V.. Verband für Schiffbau und Meerestechnik (Hrsg.), Hamburg 2009.