Brake (Unterweser)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Brake
Brake (Unterweser)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Brake hervorgehoben
53.3380638888898.4813Koordinaten: 53° 20′ N, 8° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Wesermarsch
Höhe: 3 m ü. NHN
Fläche: 38,18 km²
Einwohner: 14.983 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 392 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26919
Vorwahl: 04401
Kfz-Kennzeichen: BRA
Gemeindeschlüssel: 03 4 61 002
Stadtgliederung: 12 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schrabberdeich 1
26919 Brake
Webpräsenz: www.brake.de
Bürgermeister: Roland Schiefke (parteilos)
Lage der Stadt Brake im Landkreis Wesermarsch
Zwischenahner Meer Bremen Bremerhaven Delmenhorst Landkreis Ammerland Landkreis Cloppenburg Landkreis Cuxhaven Landkreis Friesland Landkreis Oldenburg Landkreis Osterholz Landkreis Wesermarsch Landkreis Wittmund Oldenburg (Oldenburg) Wilhelmshaven Berne Brake (Unterweser) Butjadingen Elsfleth Jade (Gemeinde) Lemwerder Nordenham Ovelgönne StadlandKarte
Über dieses Bild
Luftbild von Brake von Süden aus, rechts die Weser

Brake (Plattdeutsch Braak) ist die Kreisstadt des Landkreises Wesermarsch in Niedersachsen. Die Stadt gehört zur Region Oldenburger Land sowie seit 2005 zur europäischen Metropolregion Bremen/Oldenburg.

Geografie[Bearbeiten]

Brake liegt im Zentrum des Städtevierecks Bremerhaven, Bremen, Oldenburg und Wilhelmshaven direkt am Westufer der seetiefen Unterweser. Im Norden grenzt Brake an die Gemeinde Stadland, im Süden an die Stadt Elsfleth und im Westen an die Gemeinde Ovelgönne. Die Stadt ist umgeben von flachem Marschenland, das überwiegend als Grünland genutzt wird.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Brake besteht aus insgesamt zwölf Stadtteilen, die folgendermaßen aufgeteilt sind:

  • Schmalenfleth, Golzwarden und Boitwarden (im Norden)
  • Harrien und Klippkanne (nahe der Kernstadt)
  • Harrierwurp, Hammelwarder Außendeich, Norderfeld und Süderfeld (im Westen)
  • Fünfhausen, Kirchhammelwarden (Hammelwarden) und Käseburg (im Süden)

Geschichte[Bearbeiten]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die ersten Fischer und Bauern, die vereinzelt auf den Wurten an der Weser bei Brake siedelten, bekamen um 1100 Zuwachs, als der Erzbischof von Bremen Kolonisten ins Land rief, die als Stedinger Geschichte machten. Sie bauten erste zusammenhängende Deiche von der Huntemündung bis Golzwarden. Die Dörfer Harrien und Hammelwarden entstanden. Von 1164 bis 1511 überfluteten vier große Sturmfluten das Gebiet, die die Stedinger Deiche zerstörten und denen tausende Menschen zum Opfer fielen.

Brake wurde erstmals am 25. beziehungsweise 30. Mai 1384 in einer Urkunde als Brake to Harghen (Harrien) erwähnt. Die Erwähnung erfolgte wegen eines großen, nicht wieder einzudämmenden Deichbruchs (Brack), der in der Nähe der Siedlung Harrien lag.

Zwischen dem neu entstandenen Jadebusen (1164, 1334 und 1362) und der Weser gab es große Insellandschaften. Nördlich von Elsfleth hatte sich ein Nebenarm der Weser gebildet, der sich bei Käseburg mit einem weiteren Durchbruch traf und nordwestlich von Harrien das Lockfleth traf. Das südliche Stück dieses Weserarmes hieß Balgegraben, der nördliche Rönnel. Ab 1512 wurden die Inseln durch die Oldenburger Grafschaft eingedeicht; zuerst die Rönnel, dann folgten 1526 die Abschnitte bei Lockfleth und Hammelwarden. Bis 1531 waren diese Deichbauten weitgehend abgeschlossen. Auf den drei eingedeichten Inseln entstanden die ersten Siedlungen von Braksiel, dem heutigen Brake.

17. bis 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Nach 1624 plante der Oldenburger Graf Anton Günther einen Hafen, gebaut wurde er aber noch nicht. Eine Zollstation für die Weserschiffe entstand zum Leidwesen der Bremer; aber auch sie wurde bald darauf nach Elsfleth verlegt. Durch die Versandung der Weser wurde Brake aber dann doch Umschlagplatz für größere Überseeschiffe, die hier ihre Waren auf kleinere Leichter umladen mussten. Die Leichter fuhren dann nach Bremen, um an der Schlachte die Waren endgültig zu löschen. Packhäuser entstanden. Bis weit in das 18. Jahrhundert hinein legten die Schiffe am Südufer des Braker Außentiefs an. Um 1787 wurden in der Nähe der heutigen Kaje Duckdalben im offenen Strom eingerammt, an dem die größer werdenden Segler festmachen konnten. Brake blühte auf. Die Kontinentalsperre in Napoleonischer Zeit von 1806 bis 1814 unterbrach diese positive Entwicklung nur kurz.

Ab dem 17. Jahrhundert wurde Brake als Name für einen Wohnort verwendet: Braksiel und Harrierbrake. 1731 wurde das Fischerhaus an der heutigen Mitteldeichstraße erbaut, es ist das älteste noch erhaltene Gebäude in Brake. 1756 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Brakes als Hafen. Ab 1814 bildete Brake eine eigene Kommune, und es entstand das Amt Brake.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Brake jedoch zu einem bedeutenden Standort für die Schifffahrt. Von 1817 bis 1833 wurde Brake vom Dampfschiff Die Weser im Liniendienst angelaufen.

Am 4. Februar 1825 verwüstete eine Sturmflut die Stadt. Der Wiederaufbau wurde um 1830 abgeschlossen. Über 500 Bremer Schiffe wurden in diesen fünf Jahren in Brake umgeladen. Durch die Neugründung von Bremerhaven im Jahre 1827 endete dieser Aufschwung.

1835 wurde Brake zum Freihafen erklärt und 1842 Umschlagsplatz für den Viehexport nach England. Nach 1850 verlagerte der neugegründete Norddeutsche Lloyd den Umschlagestandort nach Nordenham. Die Optische Telegrafenlinie Bremen–Bremerhaven zur Weitergabe von Schiffsnachrichten wurden 1846 über Brake geführt. Von 1848 bis 1852 war Brake der Heimathafen der deutschen Reichsflotte. Nach dem Scheitern der Revolution und der Herstellung des alten Bundestages wurde am 2. April 1852 die Auflösung der Reichsflotte beschlossen.

Am 1. Mai 1856 erhielt Brake das Stadtrecht II. Klasse.[2] Neben der Stadt Brake bestanden die heutigen Stadtteile Golzwarden und Hammelwarden mit Fünfhausen-Süd, Kirchdorf (Kirchhammelwarden), Käseburg und den Dorfschaften auf dem Hammelwardermoor sowie die meisten Weserinseln als selbstständige Gemeinden.

1861 erfolgte die Fertigstellung des Braker Binnenhafens. Rund 600 Schiffe liefen Brake im Jahr an. Ohne Anschluss an das neue, schnellere Verkehrsmittel Eisenbahn verringerte sich diese Zahl anschließend erheblich, 1873 erfolgte deshalb der Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1892 wurde die Pieranlage gebaut und 1936 die Admiral-Brommy-Kaserne, die bis 1997 bestand, als sich die Marine von verschiedenen Standorten trennte. Die frei werdende Fläche kam dann der Hafenerweiterung zugute.

Die neuere Zeit[Bearbeiten]

Das Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser in Brake wurde 1960 im „Telegraphen“ eingeweiht. 1985 erweiterte sich das Museum um das „Borgstede und Becker Haus“. In diesem wurde die Dauerausstellung nach anderthalbjährigem Umbau im Jahre 2007 neu eröffnet. Im Jahre 2008 kam in Elsfleth mit der „Villa Steenken“ ein drittes Gebäude hinzu. Die endgültige Eröffnung dieses Museumsgebäudes erfolgte im Jahre 2010. Seit 2009 nennt sich das Schifffahrtsmuseum „Schiffahrtsmuseum Unterweser“.

1972 entstand das Kultur- und Sportzentrum mit Stadtbad und Großsporthalle. 1974 erfolgte der Baubeginn des Kreisberufsschulzentrums.

Historische Presse[Bearbeiten]

Von 1856 bis 1939 besaß Brake mehrere selbstständige Zeitungen.

1856 wurde das Braker Wochenblatt. Intelligenzblatt für Stad- und Butjadingerland u. Amt Elsfleth gegründet. Es wurde 1858 in Braker Anzeiger und Wochenblatt für den Kreis Ovelgönne u. Amt Elsfleth umbenannt und hieß von 1865 bis 1867 Braker Anzeiger.

1867 wurde der Braker Anzeiger in Der Weserbote umbenannt, der bis zur letzten Ausgabe des Blattes am 24. März 1939 wechselnde Untertitel besaß. Die politische Ausrichtung der Zeitung war bis 1900 unabhängig, danach deutschnational. Die Zeitung wurde wie ihre Vorgänger von der Firma Lehmann in Brake gedruckt. Die Ausgaben von 1858 bis 1938 sind in der Landesbibliothek Oldenburg archiviert.

Von November 1875 bis Juni 1881 existierte die Braker Zeitung, die von W. Auffurth, der offenbar auch ihr Chefredakteur war, in Brake gedruckt wurde. Die politische Ausrichtung war nationalliberal. Die Ausgaben von 1876 bis 1881 befinden sich in der Landesbibliothek Oldenburg, die erste Ausgabe im Zeitungsmuseum der Stadt Aachen.

Von 1920 bis 1925, genaue Daten sind nicht bekannt, gab die USPD, dann die SPD in Brake die Volkszeitung für das Stad- und Butjadingerland heraus, die in Wilhelmshaven gedruckt wurde und zunächst eine Parallelausgabe der Ostfriesischen Volks-Zeitung in Emden war. Einige Ausgaben sind in der Landesbibliothek Oldenburg erhalten geblieben.

1945 erschien kurzfristig ein Mitteilungsblatt der amerikanischen Besatzungsmacht, The Larkspur Leader. 110th Field Artillery Battalion, das vom Special Service des Bataillons herausgegeben wurde.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bartholomäuskirche Brake Golzwarden

Am 1. März 1974 wurde ein Teil der Nachbargemeinde Ovelgönne (Ortsteil Golzwarden) mit damals mehr als 1000 Einwohnern eingegliedert.[3]

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die rechts der Weser gelegenen Gebiete der Stadt an die Gemeinde Schwanewede (Landkreis Osterholz) abgetreten.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

(jeweils zum 31. Dezember)[4]

Politik[Bearbeiten]

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Rat der Stadt Brake besteht aus 32 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 15.001 und 20.000 Einwohnern.[5] Die 32 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.

Stimmberechtigt im Gemeinderat ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Roland Schiefke.

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis:[6]

Partei  Anteilige Stimmen  Anzahl Sitze  Veränderung Stimmen  Veränderung Sitze
SPD 37,3 % 12 − 15,3 % − 5
CDU 26,8 % 9 + 1,3 % + 1
Bündnis 90/Die Grünen 16,1 % 5 + 11,5 % + 4
Wählergemeinschaft Brake (WGB) 10,2 % 3 + 0,6 % 0
FDP 5,8 % 2 − 2,0 % − 1
Linke 3,8 % 1 + 3,8 % + 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 51,1 %[6] etwas unter dem niedersächsischen Durchschnitt von 52,5 %.[7] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei 53 %.[8]

Bei der Stadtratswahl verloren die Sozialdemokraten ihre absolute Mehrheit im Braker Stadtrat. Direkt nach der Wahl trat der bisherige SPD-Ortsvorsitzende Ali Bataji von seinem Amt zurück und gehört dem Rat seitdem als parteiloser Ratsherr an.[9] Seitdem bilden SPD und GRÜNE sowie CDU und FDP jeweils eine Ratsgruppe. Es existieren wechselnde Mehrheiten.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit dem 1. November 2006 Roland Schiefke, der am 24. September 2006 in einer Stichwahl gegen Klaus Busch (SPD) gewählt wurde. Er löste damit Brakes erste Bürgermeisterin Uta Maron (parteilos) ab. Sie war nicht nur die erste Frau in diesem Amt, sondern auch die erste direkt gewählte Bürgermeister(in) in der Geschichte der Stadt.

Braker Wappen

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt besteht aus drei Teilen. Die linke obere Hälfte des Wappens zeigt einen halben Reichsadler als Zugehörigkeit zu Friesland. Kaiser Barbarossa erlaubte den Friesen den Adler im Wappen zu führen, weil diese ihm zuvor in Kriegszügen beigestanden hatten. Die rechte obere Hälfte des Wappens zeigt die gelben Felder mit den roten Balken der Grafschaft Oldenburg und die blauen Felder mit den gelben Kreuzen der Grafschaft Delmenhorst. Die untere Hälfte zeigt ein Segelschiff für die Bedeutung Brakes als wichtige Hafenstadt an der Unterweser.[10] Das Wappen wurde der Stadt vom Großherzog von Oldenburg am 3. Juli 1911 verliehen. Vorher führte die Stadt kein Wappen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit dem 5. Mai 2006 besteht eine Städtepartnerschaft mit der Stadt Zwiesel im Bayerischen Wald.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Optischer Telegraph in Brake
Schifffahrtsmuseum der Oldenburgischen Weserhäfen Brake

Brakes Wahrzeichen ist der 1846 unter dem oldenburgischen Großherzog Paul Friedrich August errichtete Telegraph. Der turmartige Backsteinbau war Bestandteil einer zwischen Bremen und Bremerhaven eingerichteten optischen Telegraphenlinie. Das Gebäude beherbergt seit 1960 das Schiffahrtsmuseum der oldenburgischen Unterweser. Anhand zahlreicher Ausstellungsstücke, wie Schiffsporträts und -modellen, Galionsfiguren, Seekarten, nautischen Instrumenten und Reisemitbringseln, wird auf insgesamt sieben Stockwerken die Schifffahrtsgeschichte des oldenburgischen Unterweserraums dokumentiert. Wrackteile der Pamir erinnern an deren Untergang.

In einem in unmittelbarer Nähe des Telegraphen gelegenen Kaufmanns- und Reederhaus aus dem Jahre 1808 ist seit 1985 der zweite Teil der Sammlung des Schifffahrtsmuseums untergebracht. Sie besteht aus einem kompletten Schiffsausrüsterladen aus der Zeit um 1900, einer Segelmacherwerkstatt, einem historischen Reedereikontor und dem Wohnsalon von Admiral Karl Rudolf Brommy, dem Befehlshaber der ersten deutschen Flotte.

Weiter sind die historischen Dorfkirchen in den Stadtteilen Golzwarden und Kirchhammelwarden sehenswert.

1990 entstand die „Wartende“, eine Freiplastik an der Kaje aus Sandstein des Künstlers Norbert Marten.

Ein Wahrzeichen des Ortsteils Kirchhammelwarden ist der Wasserturm Kirchhammelwarden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Blick auf den südlichen Teil des Braker Hafens
Frachtschiffe im Braker Hafen
Niedersachsenkai im Norden von Brake
Fettraffinerie Wilmar Edible Oils
Blick vom Binnenhafen in Brake

Die Lage Brakes am tiefen Fahrwasser der Unterweser war ausschlaggebend für die historische Entwicklung der Stadt und die Wettbewerbsfähigkeit ihres Hafens.

Der Hafen dient als Umschlagstelle für die traditionellen Massenschüttgüter Getreide, Futter- und Düngemittel, Schwefel sowie die Massenstückgüter Holz, Papier, Eisen und Stahl. Zusätzlich gewinnt der Umschlag von Projektladung, Stück- und Schwergut sowie Containern ständig an Bedeutung und bildet einen weiteren Schwerpunkt.

Heute kann der Braker Hafen von Schiffen mit 11,9 m Tiefgang und einer Tragfähigkeit von bis zu 45.000 tdw angelaufen werden. Im Tide-unabhängigen „Binnenhafen“ (Dockhafen) werden LASH-Barges, Kümos und Binnenschiffe für den europäischen Verkehr abgefertigt. Per Binnenschiff werden regelmäßig umfangreiche Transporte über die Weser oder über die Hunte und den Küstenkanal von und nach Brake durchgeführt.

Im Jahr 2003 wurden rund 5,27 Mio. Tonnen Güter im Seeverkehr umgeschlagen. Zusammen mit dem Binnenschiffverkehr belief sich der Umschlag auf 6,28 Mio. t. Im Jahr 2009 wurden wegen der Auswirkungen der Wirtschaftskrise im Seeverkehr lediglich 4.676.593 t umgeschlagen, das sind 19 % weniger als im Vorjahr. Im Binnenverkehr fiel der Umschlag sogar um 42 %.[11] Im Jahr 2010 war eine Erholung zu spüren: das Umschlagsvolumen stieg um 11 % auf 5,19 Mio. t.[12] Das Ergebnis im Jahr 2011 lag mit 5,34 Mio. t für den Seeverkehr um 3,1 % über dem des Vorjahres.[13] 2012 wurden im Seeverkehr mit rund 6,1 Mio. t 15 % mehr Güter umgeschlagen.[14] Die Menge des Seegüterumschlags fiel im Jahr 2013 mit 5,7 Mio. t um 8 % geringer aus als im Vorjahr.[15]

Im Jahre 2004 wurde der bis dahin frei zugängliche Seehafen im Zuge der Umsetzung der ISPS-Vereinbarungen vollständig eingezäunt. Die Nordstraße wurde dem öffentlichen Verkehr entzogen und, ebenso wie das Gelände der ehemaligen Marineschule, dem Hafengebiet zugeschlagen. Zugang zum Hafengelände besitzen seitdem nur noch autorisierte Personen.

Panorama der Stadt und des Hafens, aufgenommen von Harriersand aus

Ab 2007 wurde der Hafen im Norden erweitert. Bis zum Frühjahr 2012 entstanden so zwei Liegeplätze für größere Seeschiffe (Panmax-Klasse) am neuen 450 Meter langen „Niedersachsenkai“ und eine Erweiterung durch Gleisanlagen, Lagerhallen und weiterem. Hier wird verstärkt die Infrastruktur für den zunehmenden Offshore-Versorgungsverkehr der Nordsee angeboten.

Bedeutende Industriebetriebe und Arbeitgeber sind ein Zweigwerk der REHAU Gruppe, der Hafenbetrieb J. Müller, das mittelständische Handwerksunternehmen Barghorn, die Spedition L.I.T. sowie die Fettraffinerie Wilmar Edible Oils. Im Binnenhafen liegt das Mineralmahlwerk SIBELCO (vormals: North Cape Minerals sowie Mandt & Co). Eine Anfang 2007 am Bau interessierte Bioraffinerie zog ihre Pläne wieder zurück.

Brake ist ein Mittelzentrum und als Kreisstadt des Landkreises Wesermarsch Sitz zahlreicher Behörden.

Für rund 50.000 Einwohner im Einzugsbereich (von insgesamt über 90.000 Einwohnern im Landkreis Wesermarsch) erfüllt Brake diverse Versorgungsfunktionen in den Bereichen Handel, Gesundheitswesen, Soziales und Kultur.

Bildung[Bearbeiten]

Als Bildungsmittelpunkt des Landkreises Wesermarsch verfügt Brake über ein großes Angebot von Grundschulen und über alle weiterführenden Schulen. Der Großteil dieser Schulen sind im BBZ Brake (Berufs- und Bildungszentrum) zusammengefasst.

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Grundschulen in Brake:

Weiterführende Schulen in Brake:

Berufsbildenden Schulen für den Landkreis Wesermarsch mit folgenden Schulformen

  • Berufliche Gymnasien für Wirtschaft, Gesundheit/Soziales, Technik
  • Fachoberschulen Technik, Wirtschaft
  • Fachschulen Sozialpädagogik, Heilpädagogik
  • Berufsfachschulen Altenpflege, Pflegeassistenz, Sozialassistenz, Sozialpädagogik, Wirtschaft, Holztechnik, Bautechnik, Agrarwirtschaft, Metalltechnik, Elektrotechnik, Hauswirtschaft und Pflege, Gastronomie, Friseurtechnik
  • Berufseinstiegsklasse
  • Berufsvorbereitungsjahr
  • Berufsschule für diverse Berufe

Förderschulen in Brake:

  • Pestalozzischule
  • Staatlich anerkannte Tagesbildungsstätte der Lebenshilfe Wesermarsch für Menschen mit Behinderung e.V.

Sonstige Schulen in Brake:

Bis zur Schulreform im Jahre 2002 verfügte Brake ebenfalls über zwei Orientierungsstufen (OS-Brake Nord und OS-Brake Süd).

Die Haupt- und Realschule (HRS) bestand bis 2010 aus zwei getrennten Schulen. Zukünftig soll sie in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) umgewandelt werden.

Ergänzt wird dieses Angebot durch die nahegelegenen Universitäten bzw. Fachhochschulen in Elsfleth, Bremen, Oldenburg, Wilhelmshaven und Bremerhaven.

Sport[Bearbeiten]

Brake hat dank seiner zentralen Stellung im Landkreis Wesermarsch ein großes Spektrum an Vereinen und Sportaktivitäten.

Für sportliche Zwecke stehen ein Hallen- und Freibad, Sportfreianlagen, Tennisplätze sowie eine Tennishalle zur Verfügung.

Brake war 2008 der Austragungsort der Deutschen Meisterschaft im Korbball. Der SV Brake hatte sich ebenfalls für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften qualifiziert und gewann den 3. Platz.[16]

Der erste Kunstrasenplatz Deutschlands befindet sich an der Bahnhofstraße.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Informationsstand an der Kaje

Feuerwehr[Bearbeiten]

In der Stadt Brake gibt es die Freiwillige Schwerpunktfeuerwehr Hafenstraße[17] in der Heinestraße (Hafenstraße deshalb, weil sie in der Hafenstraße im Jahr 1862 gegründet wurde und bis zum Jahr 1997 in dem dortigen Feuerwehrhaus ihren Dienst verrichtete). Weiterhin gibt es die Stützpunktfeuerwehren Golzwarden im Stadtnorden und Hammelwarden im Stadtsüden.

Der Grund für drei Feuerwehren im Stadtgebiet ist bedingt durch die hohe Brandlast, die vom Hafen ausgeht. Die Freiwillige Feuerwehr Hammelwarden existiert offiziell seit mehr als 75 Jahren, doch schon vor 125 Jahren gab es ein Feuerlöschwesen in Hammelwarden. Die Feuerwehr Golzwarden feierte im Jahr 2008 ihr 75-jähriges Bestehen.

Gesundheitswesen[Bearbeiten]

Brake besitzt mit dem St.-Bernhard-Hospital ein Krankenhaus in kirchlicher Trägerschaft, das über 110 Betten verfügt. Ende 2009 wurde das Krankenhaus um ein Ärztehaus erweitert. Des Weiteren verfügt das Krankenhaus über ein Schwesternwohnheim, das ebenfalls Ende 2009 fertiggestellt wurde.

Weiterhin gibt es verschiedene Arztpraxen im Stadtgebiet und das Gesundheitszentrum Wesermarsch Mitte im Stadtteil Hammelwarden. Hier sind neben der Süd Apotheke diverse Facharztpraxen angesiedelt. Das Konzept des Gesundheitszentrums entspricht dem „Ärztehaus der kurzen Wege“.

Marine[Bearbeiten]

Brake war lange Zeit ein wichtiger Standort für die Ausbildung der Seeleute der Marine. In der 1936 gebauten Admiral-Brommy-Kaserne wurden Matrosen und Unteroffiziere auf den technischen Dienst an Bord vorbereitet. Nach Gründung der Bundeswehr wurde hier im Wesentlichen die Grundausbildung für die Wehrpflichtigen in den technischen Verwendungsreihen der Marine MD 41 (Dampftechnik), MM 42 (Antriebstechnik),ME 43 (Elektrotechnik) und 44 (Schiffsbetriebstechnik) durchgeführt.

1997 zog der komplette Lehrbetrieb in die neugebaute Marinetechnikschule Parow um, die seitdem alle technischen Ausbildungseinheiten der Marine bis auf die Schiffssicherungstechnik (Neustadt in Holstein) und die Marineoperationsschule (Bremerhaven) umfasst. Die Gebäude der Admiral-Brommy-Kaserne wurden im Jahre 2000 abgerissen und das Gelände in den Seehafenbereich einbezogen. Es blieben lediglich die für Offiziere und Unteroffiziere unmittelbar vor dem Kasernentor gelegenen Wohnhäuser, weitere Wohnhäuser in der Brommystraße sowie das ehemalige Offizierskasino am Friedensplatz erhalten. Das vormalige Kasino wird vom Diakonischen Werk Oldenburg als Wohnheim zur Wiedereingliederung von Suchtkranken in die Gesellschaft genutzt.

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt Brake liegt an der Bahnstrecke Hude–Nordenham der Deutschen Bahn. Brake war bis zur Stilllegung der Strecke auch Endpunkt der Bahnstrecke Oldenburg–Brake. Zudem besaß Brake über das benachbarte Rodenkirchen Anschluss an die Bahnstrecke Varel–Rodenkirchen nach Varel. Dem historischen, unter Denkmalschutz stehenden Braker Bahnhofsgebäude von 1900 droht nach 18-jährigem Leerstand und Vernachlässigung durch des Eigentümers Deutsche Bahn AG der Abriss.[18]

Seit Mitte Dezember 2010 ist Brake in das Netz der Regio-S-Bahn Bremen einbezogen.

Die Züge halten nur noch am Bahnhof Brake, die früheren Bahnhöfe bzw. Haltepunkte Golzwarden und Kirchhammelwarden sind seit den 1980er Jahren außer Betrieb und nicht mehr nutzbar. Im Süden der Stadt soll ab 2014 der Haltepunkt Kirchhammelwarden reaktiviert werden. Die zuständige LNVG hat der Reaktivierung zugestimmt. Der Zeitpunkt der Finanzierung des Neubaus an der Westseite ist noch nicht bestimmt. Der Braker Stadtrat hat im Frühjahr 2012 die notwendige Bauplanung für Bahnsteig, Parkplätze und Fahrradunterstand beschlossen.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Über den nördlich von Brake gelegenen und ausschließlich für den motorisierten Verkehr zugelassenen Wesertunnel besteht seit Januar 2004 eine direkte Anbindung an das Autobahnnetz (A 27). Mit Oldenburg ist die Stadt über die Bundesstraße 211 verbunden und mit Nordenham bzw. Elsfleth über die Bundesstraße 212.

Mit dem geplanten Bau der A 22 bekäme Brake einen direkteren Anschluss an das deutsche Autobahnnetz. Der Bau der A 22 gilt zwar als beschlossene Sache, es ist jedoch noch offen, wann mit dem Bau begonnen werden soll.

Für das Jahr 2011 ist mit dem Bau der Bundesstraße 211 Neu eine Umgehung der anliegenden Wohngebiete geplant. Die geplante Strecke verläuft von der Kreuzung Weserstraße / B 212 zwischen Ovelgönne und der alten Trasse entlang und schließt hinter Oldenbrok (Mittelort) wieder an die alte Straßenführung an. Das Vorhaben wurde von den direkten Anliegern der Bundesstraße 211 begrüßt.

Schiffs- und Fährverkehr[Bearbeiten]

Fähre Guntsiet

Mit dem gegenüberliegenden Weserufer ist Brake über die Schnellfähre Brake–Sandstedt[19] verbunden. Zur Weserinsel Harriersand besteht eine Fährverbindung nur für Fußgänger und Radfahrer.

In der Sommersaison verkehren auf der Unterweser Ausflugsschiffe zwischen Bremen und Bremerhaven mit Halt in Brake.

Fahrradwege in Brake[Bearbeiten]

Brake ist angebunden an die Deutsche Sielroute, den Weserradweg und an den Radrundweg Unterweser.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Arp-Schnitger-Denkmal in Schmalenfleth

Mit Brake verbunden[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadt Brake (Unterweser) (Hrsg.), Stadtdirektor Otto Echl (Redaktion), Ludwig Schmidt (Fotografie) (1973): Brake. Seehafenstadt an der Unterweser. Gerhard Stalling – Verlagsgruppe Kommunalpolitik + Wirtschaft, Oldenburg (Oldenburg).
  • Albrecht Eckhardt, Wolfgang Günther, Friedrich-Wilhelm Schaer, Heinrich Schmidt, Friedrich-Wilhelm Winter (Hrsg.): Brake. Geschichte der Seehafenstadt an der Unterweser. Oldenburg 1981
  • Walter Barton: Bibliographie der oldenburgischen Presse. Teil I (Die Zeitungen) Abschnitt 2,2: Die Zeitungen der nordoldenburgischen Landkreise Friesland und Wesermarsch. (Mit 3 graphischen Darstellungen). In: Oldenburger Jahrbuch, 59. Band, 1960, S. 83–110, hier S. 98–104.
  •  Jürgen Meyer: Oldenburger Schiffahrtschronik, Beiträge zur maritimen Geschichte von Brake und Elsfleth 1870-1930. Isensee, Oldenburg 1996, ISBN 3-89598-314-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Brake – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Brake (Unterweser) – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. G.Hölscher, K. Klug: Brake 1860–1945. Edition Temmen, Bremen 1999, S. 11
  3. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 276.
  4. LSKN-Online
  5. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 12. Mai 2012
  6. a b Stadt Brake – Gesamtergebnis Stadtratswahl 2011, abgerufen am 12. Mai 2012
  7. www.ndr.de: Abwärtstrend bei Wahlbeteiligung gestoppt, abgerufen am 12. Mai 2012
  8. Kreiszeitung Wesermarsch: SPD verliert die absolute Mehrheit, abgerufen am 12. Mai 2012
  9. Kreiszeitung Wesermarsch: SPD-Vorsitzender Baltaji tritt zurück, abgerufen am 12. Mai 2012
  10. Das Wappen der Stadt Brake, abgerufen am 3. April 2012
  11. Bilanz der deutschen Seehäfen 2009. In: Hansa, Heft 4/2010, S. 85. Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2010, ISSN 0017-7504
  12. Bilanz der deutschen Seehäfen 2010. In: Hansa, Heft 4/2011, S. 62, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2011, ISSN 0017-7504
  13. Bilanz der deutschen Seehäfen 2011. In: Hansa, Heft 4/2012, S. 78/79, Schiffahrts-Verlag Hansa, Hamburg 2012, ISSN 0017-7504
  14. Unterschiedliche Entwicklung der Umschlagzahlen, Bilanz 2012. In: Schiff & Hafen, Heft 5/2013, S. 16/17, Seehafen-Verlag, Hamburg 2013, ISSN 0938-1643
  15. Peter Kleinort: Brasilien dämpft Umschlag in Brake. In: Täglicher Hafenbericht vom 26. Februar 2014, S. 4, ISSN 2190-8753
  16. http://www.korbball-brake.de/01_neuigkeiten/neuigkeiten.htm#Platzierungen
  17. Internetseite der Braker Feuerwehren
  18. http://www.nwzonline.de/brake/bahnhof-in-brake-droht-abriss_a_1,0,2198539817.html
  19. Internetseite der Schnellfähre Brake–Sandstedt