Timur und sein Trupp

Timur und sein Trupp (russischer Originaltitel Тимур и его команда Timur i jewo komanda) ist die bekannteste Erzählung des russisch-sowjetischen Schriftstellers Arkadi Gaidar (1904–1941). Sie wurde 1940 veröffentlicht und war sein größter Erfolg. Im Rahmen einer Sommerferienabenteuerthematik werden Solidarität, Opferbereitschaft, Disziplin und unerschütterliche Siegesgewissheit im Dienst der guten Sache propagiert, während individuelle Befindlichkeiten in den Hintergrund zu treten haben. In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) gehörte das Buch zur Lektüre im Schulunterricht.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Geschichte ist in der Sowjetunion im Sommer 1939 oder 1940 angesiedelt. Feinde bedrohen das Land, und an der Grenze befindet sich die Rote Armee bereits im Kampf[Anm 1]. Auch Oberst Alexandrow, Kommandeur einer Panzerabteilung, steht schon seit Monaten an der Front, deshalb verbringen seine beiden Töchter die Sommerferien in der Datscha unweit von Moskau diesmal ohne ihn. Für die achtzehnjährige Olga stellt das im Prinzip kein Problem dar, doch die zuweilen etwas aufmüpfige dreizehnjährige Shenja gerät schon während der Anreise in eine brenzlige Situation. Glücklicherweise scheint es im Ort eine Art guten Geist zu geben, der über sie wacht und ihr Missgeschick stillschweigend ausbügelt.
Shenja lernt den geheimnisvollen Freund bald kennen. Es ist der vierzehnjährige Pionier Timur Garajew, der dort bei seinem Onkel Georgi wohnt und sich gemeinsam mit anderen Kindern vorgenommen hat, den Angehörigen an der Front kämpfender Rotarmisten mit allerlei Hilfeleistungen zur Seite zu stehen. Die kleinen Helfer sind mit großem Enthusiasmus bei der Sache und haben sich militärisch straff und konspirativ organisiert, ohne die Erwachsenen in ihr Vorhaben einzuweihen. Ihre Geheimniskrämerei und meistens nächtliche Aktivität hat allerdings zur Folge, dass die nichtsahnende Nachbarschaft sie irrtümlich mit der Clique des Rüpels Michail Kwakin in einen Topf wirft, deren Zeitvertreib hauptsächlich aus Herumlungern, Kartenspiel, Rauchen und Äpfelstehlen besteht. Leider unterliegt auch Olga diesem Trugschluss, was zu einem ernsten Zerwürfnis mit Shenja führt und Olgas aufkeimende Zuneigung zu Georgi überschattet.
Timur lässt sich von den ehrenrührigen Verdächtigungen nicht beirren. Es gelingt ihm sogar, die Kwakin-Bande öffentlich bloßzustellen, ohne sich auf eine Prügelei einzulassen. Einmal muss er jedoch seinen moralischen Grundsätzen untreu werden und tatsächlich etwas Verbotenes tun, um Shenja ein kurzes Wiedersehen mit ihrem Vater zu ermöglichen. Letztlich werden alle Missverständnisse aufgeklärt, sodass Timur keine Strafe, sondern die gebührende Wertschätzung zuteilwird. Als wenig später auch sein Onkel Georgi zur Armee einberufen wird, bleibt Timur mit der beruhigenden Gewissheit zurück, dass die Menschen, um die er sich so hingebungsvoll gekümmert hat, ihn jetzt ebenfalls nicht im Stich lassen werden.
Wissenswertes
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Anlehnung an den Buchtitel wurde in der DDR mancherorts ein Abzeichen namens Timurtrupp an hilfsbereite Jungpioniere verliehen, die sich auf dem Gebiet der Timurhilfe hervortaten.[1] Auch in den Geschichten um Alfons Zitterbacke kommt der Timurtrupp vor.
Die Vor- und Familiennamen Timur Garajews sind nicht russischer, sondern tatarischer Herkunft.
Der Roman wurde noch im Jahr seines Erscheinens von Alexander Rasumny verfilmt.[2] Eine weitere Verfilmung entstand 1976 unter der Regie von Alexander Blank und Sergej Linkow.
Ausgaben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Timur und sein Trupp. Neuauflage. Edition Leipzig, Leipzig 2003, ISBN 3-89603-153-8.
- Timur und sein Trupp. Aus dem Russischen von Max Hummeltenberg. Illustrationen von Hans Mau. 23. Auflage. Der Kinderbuchverlag Berlin, Lizenz-Nr. 304-270/304/75-(690).
Dramatisierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- A. Rosanowa: Timur und sein Trupp. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 1952.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Fußnoten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Im fraglichen Zeitraum ereigneten sich der Japanisch-Sowjetische Grenzkonflikt, die Sowjetische Besetzung Ostpolens, die Sowjetische Besetzung Bessarabiens und der Nordbukowina und die sowjetische Annexion der baltischen Staaten.
- ↑ Abzeichen Timurtrupp. Abgerufen am 5. November 2016.
- ↑ Timur und sein Trupp. In: Lexikon des internationalen Films. Filmdienst, abgerufen am 12. April 2014.