Tomba Regolini-Galassi

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Plan der Tomba Regolini-Galassi
Goldfibel aus dem Grab

Die Tomba Regolini-Galassi wurde 1836 in Cerveteri, dem antiken Caere, gefunden und liegt in der Sorbo-Nekropole südwestlich der antiken Stadt. Das Grab war unberaubt und wurde für die damalige Zeit relativ gut dokumentiert. Die Bestattung enthielt eine reiche Sammlung von Goldobjekten, die heute im Museo Gregoriano Etrusco, einem Teil der Vatikanischen Museen,[1] aufbewahrt werden. Das Grab wird in die Mitte des 7. Jahrhunderts v. Chr. datiert und wurde nach Alessandro Regolini und Vicenzo Galassi benannt, die mehrere Grabanlagen in der Nekropole gefunden hatten.[2] Heutzutage ist die Tomba Regolini-Galassi das einzig erhaltene und zugängliche Grab der Sorbo-Nekropole, die mit ihrer Belegung aus der Zeit der Villanovakultur des 9. und 8. Jahrhunderts v. Chr. und des sich im 7. Jahrhundert v. Chr. anschließenden „orientalisierenden Stils“ der älteste Friedhof Caeres war.

Grabanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grabräume der Tomba Regolini-Galassi lagen unter einem Tumulus von 48 Metern Durchmesser. Die gangförmige Grabanlage war 37 Meter lang. Etwa die Hälfte hiervon wurde von einem 1,80 Meter breiten Dromos eingenommen, der den Zugang zur eigentlichen Grabkammer ermöglichte. Diese Kammer war durch eine niedrige Mauer verschlossen, besaß jedoch in deren oberen Bereich eine Öffnung, die vermutlich der Durchführung von Grabritualen diente. Am Ende des Dromos, kurz vor der Verschlussmauer der Hauptkammer, öffnete sich auf beiden Seiten je eine ovale Seitenkammer. Die vom Eingang aus gesehen rechte Kammer enthielt eine große Aschenurne mit den Resten eines Individuums und einige Grabbeigaben, die linke Kammer zwar Grabbeigaben, aber keine Bestattung.

Die ganze Anlage war im unteren Teil in den anstehenden Tuff gehauen, im oberen Teil aus Quadern aufgemauert und mit einem Kraggewölbe abgedeckt worden.[3] Bei der Öffnung des Grabes stürzte die Decke ein und zerstörte einen Teil der Funde, die hauptsächlich aus der eigentlichen Grabkammer stammen.

Es handelte sich um das Grab einer Frau, deren Skelett bei der Aufdeckung noch erhalten war. Sie lag auf einem bronzenen Totenbett, der Boden war in der Mitte des Raumes erhöht. Der Tumulus selbst enthielt in seinem Randbereich fünf Nachbestattungen, die seine Nutzung bis in die erste Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. belegen.

Grabbeigaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fund ist vor allem wegen des reichen Goldschmuckes berühmt. Aus dem Grab kommt eine große Goldfibel, bei der es sich um eines der bekanntesten Werk etruskischer Goldschmiedekunst handelt. Die Fibel besteht aus einer Goldplatte, auf der fünf Löwen dargestellt sind. Im unteren Teil befindet sich ein halbrundes Goldblech, auf dem sich Reihen von Greifen befinden. Zwischen diesen beiden Goldplatten befinden sich zwei längliche, mit einem Zickzackmuster dekorierte Goldröhren. Auf der Rückseite der Fibel befindet sich eine Nadel. Die Funktion der Fibel wird kontrovers diskutiert, vor allem die Größe der Fibel ist außergewöhnlich.[4] Ein weiteres ungewöhnliches Schmuckstück aus dem Grab ist ein großes Pektoral aus Goldblech, auf dem verschiedene Tiere dargestellt sind.[5] Zwei goldene Armbänder sind granuliert und zeigen verschiedene Reihen von Frauenfiguren.

Aus dem Grab stammen noch weitere Objekte. Dazu gehören zahlreiche, zum Teil goldene Teller, die mit ägyptisierenden Motiven dekoriert sind. Es gibt verschiedene Bronzegefäße sowie die Reste eines Bettes und eines Streitwagens. Eines der Bronzegefäße ist ein Kochkessel, der sich in der Grabkammer fand. Das Becken ist etwa 37,5 cm im Durchmesser groß und mit sechs Löwenkopfprotomen dekoriert. Die Beckenwandung zeigt eingeritzte Löwen und Rinder. Die Löwenprotomen schauen nach innen. Vergleichbare Protomen stammen aus dem Bereich des Reiches von Urartu. Dort mag das Gefäß angefertigt worden sein. Ein weiterer, ebenfalls mit Löwenkopfprotomen dekorierter Kessel scheint eine einheimische Arbeit zu sein. Hier schauen die Löwen nach außen. Zum Inventar gehört eine aus Silber gearbeitete Situla, die in durchbrochener Arbeit verschiedene Tiere und Pflanzen in drei Registern zeigt. Das Gefäß hatte einst einen hölzernen Kern.

Auf einem Satz Silbergefäße des Grabinventars fand sich sechsmal der Name der Bestatteten: Larthia; auf einer Schüssel zudem die Erweiterung Larthia Velthurus – einer der frühesten Belege für einen Gentilnamen, der in diesem Fall von einem Personenamen Velthur abgeleitet ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maurizio Sannibale: The Etruscan Princess of the Regolini Galassi Tomb. In: Nikoalos Chr. Stampolidis (Hrsg.): ‚Princesses‘ of the Mediterranean in the Dawn of History. Ausstellungskatalog Athen 2012. Museum of Cycladic Art, Athen 2012, S. 306–321 (Online).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luigi Pareti: La tomba Regolini-Galassi del Museo gregoriano etrusco e la civiltà dell’Italia centrale nel sec. 7 A. C. Pontificia Accademia Romana di Archeologia, Vatikanstadt 1947.
  2. Mark Cartwright: Regolini-Galassi Tomb Regolini-Galassi Tomb. Ancient History Encyclopedia vom 23. Februar 2017, abgerufen am 20. Juni 2017.
  3. Luigi Pareti: La tomba Regolini-Galassi del Museo gregoriano etrusco e la civiltà dell’Italia centrale nel sec. 7 A. C. Pontificia Accademia Romana di Archeologia, Vatikanstadt 1947, Tafel 1–2.
  4. Richard Daniel de Puma: Gold and Ivory. In: L. N. Thomson de Grummond, Lisa C. Pieraccini (Hrsg.): Caere. University of Texas Press, Austin 2016, ISBN 978-1-4773-0843-1, S. 197–199.
  5. Richard Daniel de Puma: Gold and Ivory. In: L N. Thomson de Grummond, Lisa C. Pieraccini (Hrsg.): Caere. University of Texas Press, Austin 2016, ISBN 978-1-4773-0843-1, S. 196–197.