Vatikanische Museen

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Mitte oben: Die Vatikanischen Museen in umgedrehter L-Form
Übersichtsskizze der Vatikanischen Museen
Skulptur über dem Eingangsportal

Die Vatikanischen Museen (italienisch: Musei Vaticani) beherbergen die päpstlichen Kunstsammlungen und befinden sich auf dem Territorium der Vatikanstadt.

Die Sammlung ist eine der wichtigsten und größten der Welt und umfasst die Bereiche orientalische Altertümer (Ägypten und Assyrien), klassische Antike (griechisch-römische Kunst), etruskisch-italische Altertümer (heutiges Italien vor der Römerzeit), frühchristliche und mittelalterliche Kunst (3.–14. Jh.), Kunst von der Renaissance (15. Jh.) bis ins 19. Jahrhundert, zeitgenössische Kunst und eine völkerkundliche Sammlung. Der wohl bekannteste Teil, der im Zuge eines Museumsbesuchs besichtigt werden kann, ist die Sixtinische Kapelle.

Übersicht[Bearbeiten]

Schon der Name „Vatikanische Museen“ weist darauf hin, dass es sich um mehrere im Laufe der Zeit entstandene und in unterschiedlichen Teilen des vatikanischen Palastes untergebrachte Sammlungen handelt.

  • Palazzi Vaticani (Papstpalast)
    • Gallerie (Galerien)
      • Galleria dei Candelabri (Galerie der Kandelaber)
      • Galleria degli Arazzi (Galerie der Wandteppiche)
      • Galleria delle Carte Geografiche (Galerie der Landkarten)
    • Cappelle (Kapellen)
    • Stanze/Sale (Gemächer)
      • Appartamento di San Pio V. (Gemächer des heiligen Pius V.)
      • Sala Sobieski (Sobieski-Saal)
      • Sala dell'Immacolata (Saal der Unbefleckten Empfängnis)
      • Stanze di Raffaello (Stanzen des Raffael)
        • Stanza della Segnatura (Saal der Signatur)
        • Stanza di Eliodoro (Saal des Heliodor)
        • Stanza dell'Incendio di Borgo (Saal des Borgobrands)
        • Sala dei Chiaroscuri (Saal der Hell-Dunkel-Malereien)
        • Sala di Constantino (Konstantinssaal)
      • Loggia di Raffaello (Loggien des Raffael)
      • Sala dei Chiaroscuri (Saal der Chiaroscuri)
      • Appartamento Borgia (Borgia-Gemächer)
        • Sala delle Sibille (Saal der Sibyllen)
        • Sala del Credo (Saal des Glaubensbekenntnisses)
        • Sala delle Arti Liberali (Saal der Artes Liberales)
        • Sala dei Santi (Saal der Heiligen)
        • Sala dei Misteri (Saal der Geheimnisse)
        • Sala dei Pontefici (Saal der Päpste)
      • Sala delle Nozze Aldobrandine (Saal der Aldobrandinischen Hochzeit)
      • Sala delle Dame (Damen-Saal)
    • Vatikanische Höfe
      • Cortile della Pigna (Pinienhof)
      • Cortile della Biblioteca (Bibliothekshof)
      • Cortile del Belvedere (Belvederehof)
  • Musei e Collezioni (Museen und Sammlungen)
    • Musei di Antichità Classiche (Antikensammlungen)
      • Museo Pio-Clementino
      • Museo Chiaramonti (beziehungsweise Galleria Chiaramonti)
      • Galleria detta Braccio Nuovo
      • Galleria Lapidaria (Inschriftengalerie)
      • Spezielle Ausstellungsorte
        • Sala della biga (Saal des Zweigespanns)
      • Museo Gregoriano Profano
      • Museo Gregoriano Etrusco
      • Antiquarium Romanum
      • Vasensammlung
    • Museo Gregoriano Egizio (Gregorianisch-Ägyptisches Museum)
      • Collezione Grassi
    • Pinacoteca vaticana (Gemäldesammlung)
    • Collezione d’Arte Religiosa Moderna (Sammlung moderner religiöser Kunst)
    • Museo Pio Cristiano (Sammlung frühchristlicher Kunst)
    • Museo Missionario-Etnologico
    • Museo Storico Vaticano (Historisches Museum des Vatikan)
      • Museo Storico - Padiglione delle Carrozze (Kutschenpavillon, Verkehrsmittel des Vatikan)
      • Museo Filatelico e Numismatico (Philatelie und Numismatik)
    • Musei della Biblioteca Apostolica Vaticana (Museen der Vatikanischen Bibliothek)
      • Museo Sacro beziehungsweise Museo Cristiano
      • Salone Sistino
      • Sala dei Papiri
      • Sale Paoline, Sale dell'Alessandrina und Galleria Clementina
    • Sammlungen
      • Keramik des 9. bis 18. Jahrhunderts
      • Kleine Mosaiken

Papstpalast und Profanbauten[Bearbeiten]

Baugeschichte und Topographie[Bearbeiten]

Der große Humanist Papst Nikolaus V. begann um 1450 mit den Bau der heutigen Anlage des Papstpalastes. Als er 1455 starb, waren nur das Appartamento Borgia und die Stanzen fertiggestellt. Sixtus V. errichtete zwischen 1471 und 1484 die päpstliche Hauskapelle (Cappella sistina) und Innozenz VIII. ließ zwischen 1484 bis 1492 das Gartenhaus des Belvedere aufziehen. Alexander VI. erweiterte den Komplex um den sogenannten Borgiaturm, der als Wehranlage diente.

Der Hauptkomlex der Vatikanischen Museen

Als eigentlicher Begründer der Vatikanischen Sammlungen des Vatikans gilt Papst Julius II., der bereits über eine private Antikensammlung verfügte, die nur ausgewählten Besuchern zugänglich war. Julius II. ließ an den um 1487 errichteten Palast den Anbau des Cortile delle Statue erfolgen. Zwischen 1506 und 1513 erwarb er für das Belvedere die berühmtesten antiken Skulpturen seiner Zeit. Der päpstliche Architekt Donato Bramante ließ zwischen 1503 und 1513 den Belvedere durch den riesigen rechten Hof verbinden, der Cortile del Belvedere genannt wurde. Der Papstpalast wurde 1508–1519 von Antonio da Sangallo d. J. erweitert und erstrecke sich rund um den zentralen Cortile San Damaso, der bis 1519 von Bramante gestaltet wurde. Der Bau des Damasushofs schloss jetzt im Osten an die früheren Bauteile an, die Sixtus V. errichtet hatte. Im Hof des Belvedere wurde prächtige Feste gefeiert, bevor dieser 1585 bis 1590 durch Domenico Fontana durch einen Querkorridor in zwei Teile gespalten wurde: dem höher gelegenen Cortile della Pigna und den unter Pius IV. umgestalteten und erweiterten Cortile del Belvedere. Zwischen 1817 bis 1822 wurde im heutigen Bereich der Vatikanischen Bibliothek ein zweiter Querkorridor gebaut, der Braccio Nuovo, dadurch wurde ein dritter kleiner Hof geschaffen, der Cortile della Biblioteca.

Der Haupteingang an der Via del Vaticano

Der gesamte Papstpalast umfasst heute einen Gebäudekomplex mit etwa 1.400 Räumen und 55.000 m² Grundfläche und verfügt über etwa zwanzig Höfe. Heute sind dem Papst und seinem Hofstaat nur ein kleiner Teil dieses Komplexes vorbehalten, der Großteil ist den Besuchern geöffnet. Schwer zugänglich bleiben eigentlich nur die Vatikanischen Gärten, deren wunderbare Atmosphäre aber über die Fenstern der Museen wahrgenommen werden kann. Der offizielle Eingang vom Petersplatz her führt über die Scala Regia. Diese verbindet den Petersdom auch mit der Sixtinischen Kapelle und den Stanzen. Diese Treppenanlage wurde von Antonio da Sangallo errichtet und 1663 bis 1666 von Gian Lorenzo Bernini erneuert. Am Fuß der Treppe steht ein Reiterstandbild Konstantins des Großen von Bernini. Der heutige Zugang zum Museum erfolgt aber von der Nordseite, vom Viale Vaticano durch einen zum Heiligen Jahr 2000 neu errichteten Eingangsbereich.

Sixtinische Kapelle[Bearbeiten]

Hauptartikel: Sixtinische Kapelle
Deckenfreskos von Michelangelo
Die Erschaffung Adams – Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle

Die Cappella Sistina wurde zwischen 1475 und 1483 unter Sixtus IV. erbaut, nach dem Papst benannt und am 15. August 1483 eingeweiht. Der rechteckige Bau ist 40,9 Meter lang, 13,4 Meter breit und 20,7 Meter hoch und wird von einem flachen Tonnengewölbe überdeckt. Die Kapelle entspricht in den Proportionen den Salomonischen Tempel der Bibel, ihre Länge entspricht in etwa der doppelten Höhe und der dreifachen Breite. Die Wände mit den Lünetten hatten bei Baubeginn durch den Florentiner Architekten Giovannino de Dolci 14 Fenster erhalten, die im 16. Jahrhundert zugemauert wurden. Eine Schranke in Marmor teilt die Kapelle, der Geistlichkeit bei der Zelebration großen Raum lassend in zwei Bereiche auf. Die Wandgemälde zeigen Szenen aus dem Leben Jesu und Mose und wurden von bekannten Malern der Renaissance geschaffen: Sandro Botticelli, Pietro Perugino, Domenico Ghirlandaio, Cosimo Rosselli, Biagio d’Antonio und Luca Signorelli. Die malerische Dekoration der unter Julius II. beauftragten und durch Michelangelo ausgeführten weltberühmten Deckenmalereien folgt einer programmartigen Ikonographie und beinhaltet Darstellungen wichtiger Episoden des Alten und Neuen Testamentes. Sie wurden am 1. November 1512 enthüllt und zeigen Szenen aus der Genesis auf insgesamt 520 m² mit 115 überlebensgroßen Charakteren. Besonders der Ausschnitt „Die Erschaffung Adams“ ist ein weltberühmtes und oft reproduziertes Werk. Es zeigt, wie Gottvater mit ausgestrecktem Finger Adam zum Leben erweckt. Papst Clemens VII. wollte Michelangelos Jüngstes Gericht auf die Altarwand haben und opferte dafür die vorhandenen Werke von Perugino. Die verblasste Farbenkraft der Fresken wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts in aufwendiger Säuberungsarbeit gründlich restauriert.

Appartamento Borgia[Bearbeiten]

Papst Nikolaus V. ließ diesen frühen Teil des Papstpalastes zwischen 1449 und 1455 errichten, der nach seinem Nachfolger Alexander VI. (bürgerlich Rodrigo Borgia) benannt wurde. Die im Trakt eingebaute Cappella Niccolina ist den Erzdiakonen Stephanus und Laurentius gewidmet und wurde von Fra Angelico unter Mithilfe von Benozzo Gozzoli 1447 bis 1449 ausgemalt.

Alexander VI. erweiterte das Appartamento um die Torre Borgia. Die künstlerische Ausgestaltung stammte von Pinturicchio, der von 1492 bis 1495 fünf Säle mit Legenden und Geschichten des Alten und Neuen Testamentes ausstattete. Die Hauptsäle werden nach den Motiven ihrer Freskos benannt: Sala delle Sbille, Sala del Credo, Sala della Madonna und Sala dei Santi. Der Sala dei Pontifici ist ein Werk der Schüler Raffaels, Giovanni da Udine und Pierin del Vaga. Die Dekoration stammt aus dem 16. Jahrhundert. Leo XIII. ließ die Räume durch Ludwig Seitz restaurieren und gab sie der Öffentlichkeit zur Besichtigung frei. Aus dem Sala delle Sbille führt eine Treppe zu den darüber liegenden Stanzen des Raffael. Im Appartamento Borgia ist heute ein Teil der Sammlung moderner Kunst untergebracht.

Stanzen des Raffael[Bearbeiten]

Hauptartikel: Stanzen des Raffael
Stanza della Segnatura

Die Fresken der Stanzen (ital. stanza "Zimmer") wurden von Julius II. ab 1508 für seine privaten Gemächer im zweiten Stock des Vatikanspalastes in Auftrag gegeben. Sie wurden von Raffael Santi und seinen Mitarbeitern unter dem Patronat des Papst Leo X. (1513–1521) bis 1524 ausgeführt. Die vier Räume werden heute nach ihren Hauptthemen bezeichnet. Das größte und für die offiziellen Empfänge gedachte Gemach, die Sala di Costantino stellt in vier Szenen aus dem Leben des Kaisers Konstantin (306–337) dar. Die legendäre Szene aus der Schlacht an der Milvischen Brücke gegen Konstantins Mitkaiser Maxentius symbolisiert den Beginn des Christentums als Staatsreligion. Die Stanza di Eliodoro beschreibt wieder in vier Szenen die Vertreibung Heliodors aus dem Tempel von Jerusalem, die Erzwingung Attilas Umkehr vor Rom, das Wunder von Bolsena und die Befreiung von Petrus aus dem Kerker. Die Stanza della Segnatura zeigte Raffaels Meisterwerke Die Schule von Athen, eine Allegorie des Parnaß , den Triumph der Eucharistie. Im Zimmer Stanza dell'Incendio di Borgo wird der Brand von Borgo , eine Sieg Leos IV. über die Sarazenen, die Krönung Karls des Großen und die Rechtfertigung Leos III. dargestellt.

Der Glanz der vollendeten Fresken dauerte nicht lange. Schon 1527, beim Sacco di Roma, wurden sie von protestantischen Landsknechten schwer beschädigt: Gesichter wurden ausgekratzt, die die Söldner für die von Päpsten hielten, Inschriften wurden in die bemalten Wände geritzt. Diese Details traten bei der letzten Restaurierung 1999–2001 zutage, die nicht nur Schmutz und Übermalungen beseitigte, sondern auch Schäden, die von alten Restaurierungen herrührten. Die Stanzen waren bald nach dem Sacco di Roma von Malern, die für die Päpste arbeiteten (darunter Sebastiano del Piombo), notdürftig restauriert worden. Weil sich Teile des Stucks von den Wänden zu lösen begannen, erfolgte 1754 eine größere Restaurierung, weitere in den Jahren ab 1856 und 1937. Die Restaurierung von 1937 verursachte durch Anwendung ungeeigneter Substanzen wie Salzsäure Schäden an den Farbschichten. Die aktuelle Restaurierung unter kunsthistorischer Leitung von Arnold Nesselrath hat auch die Zuschreibungen einzelner Bildteile verändert.

Die Loggien Raffaels[Bearbeiten]

Die Loggien Raffaels

Raffael hatte 1515 den Bau der von Bramante begonnenen Loggien beendet, welche dem Papstpalast nach Osten vorgelagert waren. 1516 begann die Ausstattung des zweiten Geschosses dieser Loggia, die das päpstliche Appartement verband. Die Loggia war ursprünglich zur alleinigen Benutzung des Papstes bestimmt, der hier seine private Antikensammlung einrichtete. Die dekorative Ausstattung übernahm Giovanni da Udine, nach antiken Vorbild in der Kunst der Grotesken spezialisiert. 1519 waren die Loggien vollendet, die Wirkung dieses neuen „profanen“ Stils beeinflusste das ganze 16. Jahrhundert nachhaltig. Die im Dekor eingelassenen Kopien antiker Gemmen und Reliefs fand Aufmerksamkeit und Nachahmung.

Wichtigste Mitarbeiter Raffaels bei der Ausmalung waren Giovanfrancesco Penni il Fattore (um 1494–1534), Giulio Romano, Perino del Vaga und Polidoro da Caravaggio. Die unterschiedlichen aus dreizehn Joche gebildete Gewölbe erhielten phantasievollen Architekturmalereien, ein Zyklus von 52 Szenen erzählte die biblische Geschichte in chronologischer Abfolge. Jeweils vier Szenen eines Gewölbes sind einer zentralen biblischen Persönlichkeit gewidmet. Die auf Unteransicht berechnete Gesamtkompositionen begnügte sich zwar mit wenigen Figuren gewinnt aber den Betrachter durch ausdrucksstarke Bewegung.

Vatikanische Bibliothek[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vatikanische Bibliothek
Großer Saal der Bibliothek, Salone Sistino
Galleria delle carte geografiche

Die Entstehung der heutigen Sammlung der Vatikanischen Bibliothek begann im Jahr 1447 mit der Ernennung des Papstes Nikolaus V., erster Bibliothekar war Platina, der Geschichtsschreiber der Päpste. Bei einer Inventur, die während der Amtszeit seines Vorgängers Eugen IV. durchgeführt wurde, wurden 350 Werke in verschiedenen Sprachen festgestellt, die meisten davon in Latein. Diese 350 Werke und die eigene Sammlung Nikolaus V. sind der Grundstock der heutigen Vatikanbibliothek. Im Jahre 1587 beauftragte Papst Sixtus V. den Architekten Domenico Fontana mit dem Bau eines neuen Gebäudes für die Vatikanische Bibliothek. Im Jahre 1855 wurde der Bestand gedruckter Werke im großen Ausmaß durch den Erwerb der Sammlung Cicognara erweitert. Des Weiteren kamen noch die Bibliotheken der Fürsten Borghese (1891), der Barberini und der Fondo Borgiani aus der Bibliothek der Propagandakongregation mit gedruckten Werken und Manuskripten (1902) hinzu. Zu den folgenden Erwerbungen gehören die Biblioteca Chigiana (1923), das Archiv des Kapitels von St. Peter (1940), das neben Handschriften vor allem Archivalien enthält und den Grundstock einer Sektion Archivi bildet. Neben den neueren Beständen zählt die Bibliothek heute über 150.000 Handschriftenbände, davon 75.000 Literalien, über 8300 Inkunabeln, über 70.000 Karten und Stiche sowie 200.000 Autographen, ferner über 300.000 Münzen und Medaillen. Insgesamt besitzt die Vatikanische Bibliothek heute mehr als zwei Millionen Bücher und Manuskripte.

Der große Bibliotheksaal, der Salone Sistino wurde von 1587 bis 1589 von Fontana erbaut. Die Halle ist 70 Meter lang und 15 Meter breit, die Höhe beträgt 9 Meter. Das Gewölbe und die Wände der zweischiffigen Aula sind durch Arabesken und Fresken bereichert. Die Gemälde schildern den Siegeszug des Buches durch die Jahrhunderte und die segensvolle Herrschaft der Kirche. An den Wänden und den sieben Pfeilern sind wertvolle alte Handschriften, Zeichnungen und Münzen in Vitrinen einsichtbar.

Am Ende des langen Korridors befindet sich das Museo Profano, mit antiken Bronzen, einer Medaillensammlung, Inschriften und Mosaiken. Daran anschließend die Galleria Clementina und die Sala Allessandria eine Vitrinensammlung mitwertvollen Kameen, Reliefs und bronzernen Skulpturen. Zum Baukomplex zählen auch die Sala Paolina, die Biblioteca die Sisto V., das Vestibolo della Biblioteca, der große Salone Sistino und die Galleria die Urban VIII.

Das Museo Sacro, 1756 durch Benedikt XIV. zur Aufbewahrung der Katakombenfunde begründet, beinhaltet heute die Schätze der "Sancta Sanctorum", mit Emailarbeiten und byzantinischen Kostbarkeiten. Die Abteilungen teilen sich in den Sala delle antichita Christiane (christliche Altertümer) und Sala dei Papiri. Rechts davon ist die Freskenserie Aldobrandinische Hochzeit hervorzuheben.

Die Galleria delle carte geografiche (Galerie der Landkarten) ist eine beeindruckende 120 Meter lange Prunkhalle die durch Fenster belichtet wird. Beidseitig ausgestattet mit riesigen topographischen Freskos italienischer Städte, welche 1580–1583 von Antonio Panti entworfen von Giorgio Vasari und Federico Zuccai ausgemalt wurden. Die Deckenmalereien und Ornamente erfolgten durch Maler und Stuckateure welche hier unter der Leitung von Girolamo Muziano bis 1590 tätig waren. Bemerkenswert eine Reihe von Hermen mit wertvollen antiken Büsten und Figurinen. Man kann in diesem Trakt auch flämische Gobelins aus dem 15. und 16. Jahrhundert sehen. In den zwei kleinen nebenliegenden Räumen befindet sich eine umfangreiche Sammlung von mittelalterlicher Keramik.

Vatikanische Pinakothek[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vatikanische Pinakothek
1932 errichtetes Gebäude der Vatikanischen Pinakothek, Gartenseite

Im Auftrag Papst Pius XI. errichtete Luca Beltrami 1932 in den Vatikanischen Gärten einen Neubau für die Vatikanische Pinakothek im lombardischen Renaissancestil mit 16 Sälen. An der Südseite des Gebäudes schließt sich der Giardino Quadrato an, ein rechteckiger Park mit einem Schmuckbrunnen. Das neue Pinakothek-Gebäude diente der definitiven Unterbringung der päpstlichen Gemäldesammlung. Unter Ausnutzung der neuen Räumlichkeiten verdoppelte Papst Pius XI. ihren Gemäldebestand.

Die Entstehungszeit der Werke reicht vom Mittelalter bis 1800. Die 16 Säle zeigen – in chronologischer und regionaler Ordnung – italienische Gemälde und Bildteppiche des 11.–19. Jahrhunderts mit hauptsächlich christlicher Bildthematik. Als päpstliche Gemäldesammlung präsentiert die Vatikanische Pinakothek bedeutende Werke der Renaissance und Barock, z. B. von Giotto, Fra Angelico, Perugino, Leonardo da Vinci, Raffael, Tizian, Federico Barocci, Caravaggio, Guido Reni, Carlo Maratta und Peter Wenzel. Einige Bilder stammen aus der vatikanischen Petersbasilika, die dort seit dem 17. Jahrhundert durch Mosaikkopien ersetzt wurden. Viele der ausgestellten Gemälde wurden von Napoleon 1797 nach Paris gebracht und als Ergebnis des Wiener Kongresses wieder zurückgegeben.

Vatikanische Höfe[Bearbeiten]

Cortile della Pigna mit der großen Nische und dem Pinienzapfen davor

Es gibt heute drei Höfe, den Cortile della Pigna, den Cortile della Biblioteca und den Cortile del Belvedere. Der Cortile della Pigna verdankt seinen Namen einem riesigen, fast 4 m hohen Pinienzapfen aus Bronze. Dieser befand sich im antiken Rom in der Nähe des Pantheons und wurde im Mittelalter in den Vorhof der alten Peterskirche gebracht. Seinen heutigen Standort erhielt er im Jahr 1608. Rechts und links des Pinienzapfens befinden sich zwei Bronzepfauen, Kopien der Originale aus dem 2. Jahrhundert n. Chr., die im Braccio Nuovo aufbewahrt werden. Cortile della Biblioteca und Cortile del Belvedere flankieren die Vatikanische Bibliothek.[1]

Cortile Ottogonale – achteckig angelegter Innenhof des Belvedere-Palastes
Laokoon-Gruppe in den Vatikanischen Museen

Der berühmte Cortile di Belvedere (Hof des Belvedere) war ursprünglich die Keimzelle der Vatikanischen Museen. Der Hof wurde unter Innozenz VIII. von da Pietrasanta nach Plänen Bramantes angelegt.

Der Hof mit einem Brunnen in der Mitte war anfangs als quadratischer Garten mit Orangenbäumen angelegt, er wurde zuerst von Julius II. mit Antiken ausgestattet und nach seinem Umbau zu einem achteckigen Innenhof umfunktioniert. An den acht Ecken und in der Mitte jeder Seite befinden sich Nischen, in denen klassische Meisterwerke Aufstellung fanden. 1775 wurde die Anlage durch Simonetti verändert und ein Verbindungshalle angebaut. Seit Pius VI. heißt dieser Anbau um den Cortile di Belvedere Museo Pio-Clementino. 1803 ließ Pius VII. vier Pavillons einbauen, die nach den darin aufgestellten Statuen benannt wurden, nach Hermes, dem Apollo von Belvedere nach Leochares, dem Perseus mit dem Medusenhaupt nach Canova und der beeindruckenden Laokoongruppe. Die hellenistische Gruppe wurde am 14. Januar 1506 in der Nähe non Neros Goldenes Haus fast unversehrt aufgefunden. Die falsch ergänzte Hand des Laokoon, welche ein Schüler Michelangelos, Montorsoli anbrachte, wurde mit dem 1905 aufgetauchten Original ausgetauscht.

Vom Gartenhof erreicht man eine runde Vorhalle, das Cabinetto della Apoxyomenos, in welchem sich die Statue des Schabers, eine römische Kopie nach einem Original des Lysippos befindet. Tritt man durch die Torsohalle, kann man über eine abfallende Treppe einen Zugang zum Chiaramonti-Museum erreichen.

Museen und Sammlungen[Bearbeiten]

Museo Chiaramonti[Bearbeiten]

Museo Chiaramonti
Braccio Nuovo

Das Chiaramonti Museum ist im Loggiengang untergebracht, der den kleinen Belvedere-Palast mit den Vatikanischen Palästen verbindet und ist nach seinem Begründer Papst Pius VII. Chiaramonti (1800–1823) benannt. Das Museum wurde 1807 durch den klassizistischen Bildhauer Antonio Canova eingerichtet. Es besteht aus der Galleria Chiaramonti der Galleria Lapidaria und der Braccio Nuovo.

Die große Galleria Chiaramonti besteht aus einem 300 Meter langen und 6,7, Meter breiten Säulengang, den Bramante entwarf um eine Verbindung zwischen den Loggien des Raffael und dem Gartenhaus des Belvedere herzustellen. Die Sammlung enthält etwa tausend Skulpturen, Kaiserporträts, Sarkophage und Friese, im Fußboden sind aufwendige Mosaike eingelassen. Beiden Seiten des langen Korridors sind flankiert durch Marmorwerke aus der römischer Kaiserzeit, zumeist Kopien griechischer Originale. Zum künstlerischen Inventar zählen der Herakles mit Telephos, Dionysos mit Satyr, eine Kopie der gewandeten Niobe nach Skopas und viele andere.

Allegorie des Nils
Augusto di Prima Porto

Der neue Flügel Galleria detta Braccio Nuovo wurde zwischen 1817 und 1822 vom Architekten Raphael Stern eingezogen. Der quer eingezogene Korridor ist 70 Meter lang und 8 Meter breit, die Mitte biltet architektonisch ein gleicharmiges Kreuz, das links in einem großen Halbkreis endet und rechts mit der Giardino della Pigna in Verbindung steht. Beidseitig jeweils 28 große Bogennischen beinnhaltend, 15 rechteckige Nischen für Statuen, darüber 32 Mensolen, dazwischen 32 Postamente für die Büsten. Das mit Stuckrosetten geschmückte Tonnengewölbe wird von 12 Fenstern durchbrochen, welche dem herrlichen Gesamtwerk Licht spenden. Der Braccio Nuovo beherbergt wichtige Statuen, unter anderen zwei römische Kopien Polyklets, die Verwundete Amazone und den Doryphoros und die 1513 aufgefunde liegende Allegorie der Gottheit Nil. Aus der Reihe der römischen Kaiserstatuen ragt der Augusto di Prima Porto, ein gepanzerter Domitian und ein Titus mit Toga hervor. An weiblichen Gottheiten beeindrucken die gepanzerte Minerva Giustiniani, die Diana Lucifera und Hera Borghese sowie eine Gewandstatue der Pudicizia mit Diadem. Die kopflos aufgefundene Statue eines griechischen Dichters mit Theatermaske wurde bereits unter Pius VII. mit einem Kopf des Euripides ergänzt.

Die für die Öffentlichkeit nicht zugängliche Galeria Lapidaria enthält mehr als 3.000 Steintafeln und Inschriften aus heidnischer und altchristlicher Zeit. Sie wurde durch den päpstlichen Archivar Gaetano Marini eingerichtet und stellt weltweit die größte Sammlung ihrer Art dar. Die Galeria Lapidaria wird nur mit Sondererlaubnis geöffnet, wissenschaftliche Studien bilden die Ausnahme.

Museo Pio-Clementino[Bearbeiten]

Die beiden Porphyr Sarkophage in der Sala a croce greca
Museo Pio-Clementino – Fußbodenmosaik in der Sala Rotonda aus den Otricoli-Thermen in Umbrien

Das Museum wurde von Papst Clemens XIV. 1771 nach dem Ankauf der Antikensammlung der Fusconi und Mattei gegründet und sollte die bedeutendsten griechischen und römischen Kunstwerke des Vatikans aufnehmen. Papst Pius VI. (Pontifikat 1775 bis 1799) vergrößerte das Museum und erweiterte die Sammlung. Der Museumsbau wurde von Papst Pius VI. nach den Plänen des Architekten Michelangelo Simonetti bis 1793 fortgesetzt, daher der Name "Museo Pio-Clementino". Pius VI. ließ einen über dem Cortile Ottagonale des Belvedere einen Eingang zum Atrium errichten, das Museum umfasst 12 Räume. Ein berühmter Bestandteil des Komplexes ist die spiralförmige „Scala Bramante“, angelegt in einem quadratischen Turm. Die Treppe wurde von Julius II. 1512 in Auftrag gegeben, um den Palast von Innozenz VIII. mit der Stadt zu verbinden.

Der erste Raum Sala a croce greca hat ein griechisches Kreuz im Grundriss und beherbergt die Porphyr-Sarkophage der Konstanze und Helena (Tochter und Mutter des Kaisers Konstantin des Großen). Man schreitet von dort aus in den zweiten runden Saal, der Sala Rotonda, ein Werk Simonettis. Die Innenarchitektur im Stil des Pantheons, überdacht mit einer herrlichen Kuppel. Rundherum sind zehn große Nischen eingelassen, zwei Durchgänge und acht mit Statuen und Büsten, darunter die Marmorköpfe des Serapis und Zeus von Otricoli, eine Juno Baberina und Faustina minor, sowie die Kolossalstatuen des Claudius als Gott Jupiter, des thronenden Nerva und des bekränzten Antinous, die Allegorie des Bacchus verkörpernd. Der Fußboden ausgelegt mit großartigen Mosaiken: Kämpfende Kentauren, Tritonen und Nereiden, in der Mitte eine, aus einem Stück gearbeitete Porpyhrschale aus dem 2 Jahrhundert.

Die folgende Sala delle Muse (Saal der Musen) enthält acht Statuen der Musen und als Führer der Künste, einen Apollo Kitharoedos, welche allesamt im achtzehnten Jahrhundert bei den Ausgrabungen in der Hadriansvilla von Tivoli zu Tage traten. Im Mittelpunkt des Saales kann man den sogenannten Torso vom Belvedere bewundern, ein Werk das früher in der Torsohalle aufgestellt war und bei dem sich bereits Michelangelo Anregungen geholt hatte. Des Weiteren mehrere Friese und Büsten, darunter die Marmorporträts der Griechen Platon, Bias, Sokrates, Epikur und den Perikles, letztere eine Kopie eines Erzbildes nach Kresilas. Auch diese Skulpturen wurden vom Architekten Simonetti dem achteckigen Grundriss des Saales entsprechend angeordnet.

Die kuriose Sala degli Animali (Saal der Tiere) enthält zumeist Skulpturen verschiedenster Tierarten, die alle durch den Bildhauer Francesco Franzoni (1734–1818) gefertigt oder aus antikem Bestand restauriert wurden. Der Raum verfügt über Marmorskulpturen von Haus- und Wildtieren, aber auch fantastische Tiere wie Kentauren, einem Greif und dem Minotaurus. In der mittleren Hauptnische sticht der Meleagros mit dem Hund nach einem Original des Skopas hervor, zwischen kleineren Exponaten erscheint der Mithras Tauroktonos bemerkenswert: Mithras opfert einen Stier, während ein Skorpion und ein Hund versuchen ihn dabei zu stoppen.

Galleria delle Statue

Die folgende Galerie der Statuen (Galleria delle Statue) und der Saal der Büsten (Sala dei Busti) wurde zwischen 1484 und 1492 vom Architekten Pollajuolo mit mehrern Rundbögen ausgestattet und durch Malereien von Mantegna und Pinturicchio geschmückt. Der Saal wurde unter Clemens XIV. restauriert und unter Pius VI. vergrößert, wobei die Fresken in den Lünetten zugrunde gingen. Die Galerie beinhaltet am Zugang gegenüber stehend, die Sitzstatuen der Literaten Menander und Poseidippos. Des Weiteren zu nennen ist die jugendliche Statue des Apollon Sauroktonos, die Schlafende Ariadne die Vatikanische Danaide und eine herrliche Verwundete Amazone nach Kresilas. Als Hauptwerk des Saales thront die Kopie eines hellenistischen Originals des Thronenden Zeus Verospi mit dem Donnerkeil in der Rechten. Im Saal der Büsten sind die Plastiken des Menelaos und mehrerer römischer Imperatoren hervorzuheben.

Die Decke des Gabinetto delle Maschere (Saal der Masken) wird von acht Säulen aus Alabaster gestützt. Im Fußboden sind vier quadratische Mosaiken aus dem 2. Jahrhundert eingearbeitet, welche ebenfalls aus der Hadriansvilla stammen. Dieser Saal beherbergt als Hauptwerke zwei Kopien hellenistischer Originale, eine Knidische Venus nach Praxiteles und eine Kauernde Aphrodite.

In einem abgesonderten Abschnitt des Komplexes befindet sich das Atrium der vier Tore und darüber die Sala della Biga (Saal des Zweigespanns), eine Kuppelrotunde aus er Zeit Pius VI., beide wurden zwischen 1786 und 1795 vom Architekten Giuseppe Camporese erschaffen. Der Saal des Zweigespanns enthält Statuen und Sarkophage mit Darstellungen von Athleten und Zirkusszenen. Im Mittelpunkt des Raumes eine marmorne Biga (Zweigespann), deren Wagen zwar antiken Ursprungs ist, deren Deichsel linkes Pferd aber 1788 durch den Bildhauer Franzoni hinzugefügt wurden. Im Mittelalter hatte die Biga als Bischofsstuhl in San Marco gedient. In diesem Saal sind besonders die Statue des Discuswerfers nach Myron und ein bärtiger Dionysios Sardanapalos nach einem griechischen Original des Praxiteles hervorzuheben.

Bei der Gründung des Museo Pio-Clementino war die Galleria dei Candelabri eine offene Loggia, erst Simonetti ließ sie in den heutigen Zustand umbauen. Die Galleria hat ihren Namen von den verschiedenen marmornen Kandelaber-Paaren aus der römischen Kaiserzeit, die zu beiden Seiten der Arkaden, die den Saal in sechs Abteilungen gliedern. Unter Leo XIII. wurden von 1883 bis 1887 die Fresken des Saales durch Dominik Torti und Ludwig Seitz ausgeführt.

Das Museum wird heute in umgekehrter Reihenfolge durchgangen.

Museo Gregoriano Egizio[Bearbeiten]

Gregorianisch-Ägyptisches Museum

Das Gregorianisch-Ägyptische Museum wurde 1839 von Gregor XVI. gegründet und beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Fundstücken aus dem alten Ägypten. Enthalten sind Papyrus-Dokumente, Mumien, das berühmte „Totenbuch“ sowie die „Sammlung Grassi“. Das Museum enthält wenig Werke der ägyptischen Frühzeit, dafür zahlreiche Plastiken der saitischen und hellenistischen Periode. Unangebracht erscheint die wenig "ägyptische" Dekoration der Räume. Hervorzuheben ist ein bedeutender Kalksteinkopf des Pharao Mentuhotep IV. (etwa 2030 v. Chr.) und eine Kolossalstatue der Mutter Ramses II, die als Allegorie der Isis aus schwarzem Granit ausgeführt wurde.

Museo Gregoriano Etrusco[Bearbeiten]

Das am 2. Februar 1837[2] von Papst Gregor XVI. gegründete Gregorianisch-Etruskische Museum zeigt archäologische Fundstücke aus Südetrurien wie Vasen und Bronzen. Außerdem enthält die Sammlung eine umfangreiche Kollektion von Vasen aus dem hellenisierten Italien sowie Funde aus der Römerzeit. Die etruskische Sammlung beruht hauptsächlich auf Fundstücke, die 1828 aus Gräberstädten im westlichen Etrurien bei Vulci entdeckt wurden. Der bekannte Mars von Todi stellt eine technisch vollende Bronzefigur dar, welche aber noch nicht den lebendigen Geist der griechischen Vorbilder erreicht. An der linken Hand ist der Speer, an der rechten ein Kranz verloren gegangen. Eine bronzerne Biga (Streitwagen), an welcher der Schmuck der Räder beeindruckt und dessen Holzteile restauriert wurden, stammt aus dem 4. vorchristlichen Jahrhundert vor Chr. Weiter erwähnenswert ist eine griechische Amphora des Vasenmalers Exekias, welche Achill und Ajax beim Würfelspiel zeigt.

Museo Gregoriano Profano[Bearbeiten]

Gruppe Athena und Marsyas

Das Museum wurde am 16. Mai 1884 von Gregor XVI. im Lateranpalast eingerichtet und im Juni 1970 in den Vatikan verlegt. Das neu architektonische Projekt fand in Papst Paul VI. große Unterstützung und wurdedem Ingenieurbüro Passarelli anvertraut. Der moderne Anbau macht vom natürlichen Licht Gebrauch, das aufgrund der fehlenden Raumteilung durch große Glas- und Dachfenster den Ausgleich schafft. Die Abteilung frühgriechischer Kultur ist durch Grabstelen, Votivreliefs und architektonischen Fragmenten vertreten. Andere Säle enthalten griechische Originale oder Kopien griechischer Werke aus römischer Zeit. Die Bildhauerei der römischen Kaiserzeit aus dem 1. bis 3. Jahrhundert nach Christus wird großer Platz eingeräumt, ergänzt wird diese durch Grabbildhauerei Altäre, Sarkophage. Hervorzuheben ist die Marmorgruppe des „Athena und Marsyas“ nach Myron.

Museo Missionario-Etnologico[Bearbeiten]

Doppelläufige Spiral-Treppe am Ausgang von Giuseppe Momo (1932)

Das von Papst Pius XI. 1929 gegründete Museum befand sich ursprünglich wie das Museo Gregoriano Profano im Lateran-Palast und wurde 1973 auch in den Vatikan verlegt. Zu den interessantesten Objekten des Museums zählen Modelle von Kultstätten anderer Konfessionen. Es beinhaltet Kunstwerke aus Mexiko, Guatemala und Nicaragua und Zeugnisse des religiösen, hauptsächlich buddhistischen Lebens in Tibet, Indonesien, Indien und dem Fernen Osten. Des Weiteren sind Fundstücke der islamischen Kultur und native Kunst aus Zentralafrika ausgestellt.

Museo Storico Vaticano[Bearbeiten]

Das 1973 gegründete Museum beherbergt die durch die Jahrhunderte benutzten päpstlichen Staatskarossen und sonstige Transportmittel. Außer Kutschen, Automobilen und Sänften ist auch das Modell der ersten Lokomotive der Vatikanstadt von 1929 zu sehen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Helbig: Führer durch die öffentlichen Sammlungen klassischer Altertümer in Rom. 4., völlig neu bearb. Auflage. Band 1: Die päpstlichen Sammlungen im Vatikan und Lateran. Wasmuth, Tübingen 1963.
  • Marco Bussaglio, Guido Cornini, Enrica Crispino, Gloria Fossi, Claudio Pescio: Vatikanische Museen. Sillabe und Giunti, Livorno, Florenz und Mailand 2011, ISBN 978-88-8271-089-7 (Edizioni Musei Vaticani).
  • Susanna Bertoldi: Die Vatikanischen Museen. Geschichte-Kunstwerke-Sammlungen. Sillabe, Livorno 2011, ISBN 978-88-8271-209-9 (Edizioni Musei Vaticani).
  • Freie Blicke – Christoph Brech fotografiert die Vatikanischen Museen. Sieveking Verlag, München 2015, ISBN 978-3-944874-16-6.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vatikanische Museen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Plan der Vatikanischen Bibliothek
  2. Alessandro Mandolesi: Materiale protostorico: Etruria et Latium Vetus. ISBN 88-8265-326-9, S. 14. (italienisch), abgefragt am 1. Februar 2012.

41.90645555555612.454347222222Koordinaten: 41° 54′ 23″ N, 12° 27′ 16″ O