Torfkanal und Randmoore

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Torfkanal und Randmoore

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

Weg im ehemaligen Naturschutzgebiet (man geht direkt auf Torf)

Weg im ehemaligen Naturschutzgebiet (man geht direkt auf Torf)

Lage in der Ortschaft Teufelsmoor der Stadt Osterholz-Scharmbeck im Landkreis Osterholz
Fläche 196,6 Hektar
Kennung NSG LÜ 078
WDPA-ID 82729
Vogelschutzgebiet 71,4 Hektar (Hammeniederung)
Geographische Lage 53° 16′ N, 8° 53′ OKoordinaten: 53° 16′ 22″ N, 8° 52′ 33″ O
Torfkanal und Randmoore (Niedersachsen)
Torfkanal und Randmoore
Meereshöhe von 1 m bis 5 m
Einrichtungsdatum 1. Juni 1981
Verwaltung NLWKN
Das ehemalige Naturschutzgebiet Torfkanal und Randmoore (gelbgrün) am linken Ufer der Beek im Teufelsmoor

Torfkanal und Randmoore ist ein ehemaliges Naturschutzgebiet in der Ortschaft Teufelsmoor der Stadt Osterholz-Scharmbeck im niedersächsischen Landkreis Osterholz.

Es gehört zu einem ehemals großen Hochmoorgebiet, dessen Rest allgemein als Teufelsmoor bezeichnet wird. Das ehemalige Schutzgebiet trägt seinen Namen nach dem Torfkanal, über den früher der gewonnene Torf zur Brennstoffgewinnung zum Beispiel nach Bremen abtransportiert wurde und die Bauern das geerntete Heu von ihren Wiesen zur Hofstelle befördern konnten.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Naturschutzgebiet „Torfkanal und Randmoore“ ist rund 196 Hektar groß. Es wurde zum 1. Juni 1981 durch die Bezirksregierung Lüneburg unter Naturschutz gestellt. Zum 3. Oktober 2019 ging es in dem am 20. April 2017 ausgewiesenen Naturschutzgebiet „Teufelsmoor“ auf. Ein Teil der Flächen in dem Gebiet befindet sich im Besitz des Landkreises Osterholz.

Laut der Bezirksregierung Lüneburg erfolgte die Unterschutzstellung, „... um den selten gewordenen Lebensraum Moor mit seinen typischen Tieren und Pflanzen zu schützen. Langfristig sollen auch durch Vernässungsmaßnahmen auf Teilflächen die Torfmoose so gefördert werden, dass das Moor wieder wachsen kann. Die Wiesen an der Beek sollen als Beispiel einer extensiv bewirtschafteten Moorlandschaft erhalten und entwickelt werden.“

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Moor ist heute kein intaktes Hochmoor mehr, sondern wurde im Laufe der Jahrzehnte durch Entwässerung, bäuerlichen und industriellen Torfabbau beeinträchtigt. Nach Ende des Abbaus ist in den nicht mehr genutzten Flächen ein Moorbirkenwald entstanden, während sich in den angrenzenden Bereichen noch die typischen Tiere und Pflanzen der Hochmoore finden. Für den Naturschutz besonders wertvoll sind die extensiv genutzten Grünlandflächen zwischen dem Torfkanal und der Beek.

Tierwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im ehemaligen Schutzgebiet kommt die Kreuzotter relativ häufig vor. Als Brutvögel sind unter anderem Dorngrasmücke, Schwarzkehlchen und Neuntöter anzutreffen. Die Wiesenweihe, die in den Hammewiesen brütet, sucht das Gebiet zur Nahrungssuche auf. Als Wintergäste in der Region nutzen Kornweihen und Sumpfohreulen das Gebiet als Schlafplatz. Ebenfalls überwintert hier die Waldschnepfe.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Torfkanal und Randmoore – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Naturschutzgebiet „Torfkanal und Randmoore“, Informationsbroschüre, herausgegeben von der Bezirksregierung Lüneburg, 2001 (PDF, 2,4 MB)