TOSLINK

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TOSLINK-Stecker mit F05-Anschluss

TOSLINK ist ein ursprünglich von Toshiba entwickeltes (daher der Name TOShiba-LINK), standardisiertes Lichtwellenleiter-Verbindungssystem für optische Signalübertragungen im Bereich bis etwa 20 Mbit/s. Weite Verbreitung hat es durch die Benutzung bei der digitalen Übertragung von Audio-Signalen bei Konsumgütern gefunden, wo es zum Beispiel zur Übertragung zwischen Komponenten wie CD- und DVD-Spielern und Audioverstärkern oder D/A-Wandlern benutzt wird.

Der Leitungscode und die übertragenen Datenformate sind weitgehend identisch mit den elektrischen Signalen bei S/PDIF, so dass einfache Wandler zur Konvertierung verwendet werden können.

Kabel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwendet wird ein Lichtwellenleiter (LWL) aus transparentem Kunststoff (PMMA oder Polycarbonat, siehe Polymere optische Faser, kurz POF) mit 1 mm Kerndurchmesser. Der große Durchmesser erlaubt es, die Strahlung von Leuchtdioden mit einer an diese angeformten Fokussierungslinse einzukoppeln – es sind keine Laserdioden erforderlich. POF haben bei gleichem Durchmesser einen geringeren Biegeradius, jedoch eine höhere Dämpfung als Glas-LWL, die Reichweiten sind daher auf bis etwa 100 Meter, praktisch auf etwa 10 Meter begrenzt. Die Kabel werden meist teurer als Kupferkabel verkauft.

Vor-/Nachteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vorteil einer LWL-Verbindung in der Audiotechnik ist, dass damit eine Potenzialtrennung der Gerätekomponenten erreicht wird und somit Masseschleifen vermieden werden. Auch sind LWL unempfindlich gegenüber elektrischen und magnetischen Störeinkopplungen. Weiterhin werden Störabstrahlungen durch kabelübertragene elektrische Digitalsignale vermieden. Allerdings kommt es vor, dass zur Erhöhung der Robustheit metallverstärkte TOSLINK-Kabel verwendet werden, die dann doch wieder Brummschleifen in digitalen Geräten verursachen, falls die Metallverstärkung an beiden Kabelenden mit Masse verbunden ist. Zudem besitzen LWL-Kabel aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften grundsätzlich eine Anfälligkeit gegenüber engen Biegeradien (scharfe Kanten, Knicke).

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TOSLINK wurde 1983 ursprünglich von Toshiba entwickelt, um deren CD-Player mit deren Radio-Receivern zu verbinden, hat sich aber schnell auch bei CD-Spielern anderer Marken durchgesetzt. Frühe TOSLINK-Systeme verwendeten die digitalen Rohdaten der CD-Player, mittlerweile hat sich der S/PDIF-Standard als universelles Format für Audio-Streams durchgesetzt.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

TOSLINK

Zunächst wurde TOSLINK meistens dazu benutzt, um Daten an MiniDisc- oder DAT-Rekorder zu senden, durch den Rückgang der Zahl der Geräte und gleichzeitiger Verbreitung von Rechnern und digitalen Verbindungen wurde dies mehr und mehr zum Standard digitaler Audioverbindungen auch im Konsumentenbereich. TOSLINK wird u.a. dazu verwendet, DVD-Player oder Spielkonsolen mit Dolby-Digital-/dts-Dekodern (Heimkinosystem) zu verbinden. Auch der Anschluss von Computern und Netzwerkspielern an externe D/A-Wandler ist ein häufig zu findendes Szenario, da Musik immer öfter auf Festplatten gesammelt wird.

Im Tonstudio wird dasselbe Steckersystem auch mit einem anderen Übertragungsprotokoll (ADAT Lightpipe) verwendet.

Damit können bis zu 8 Kanäle im S/PDIF-Format gleichzeitig übertragen werden.

Eine Verbindung über TOSLINK ist – obwohl Lichtleitertechnik grundsätzlich in beide Richtungen nutzbar ist – nur jeweils in einer Richtung definiert und möglich.

Steckertypen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Optischer TOSLINK-Anschluss, Kabel und Spezialadapter auf 3,5-mm-Klinkenstecker

Eine andere Bezeichnung für TOSLINK ist F05-Stecker, der den Standard darstellt.

Eine alternative Steckervariante ist die 3,5-mm-Miniplug-Verbindung. Sie findet dann Verwendung, wenn in derselben Ausgangsbuchse auch ein analoges elektrisches Klinkenstecker-Signal ausgegeben wird. Es ist dann ein TOSLINK-Miniplug-Stecker zum Anschluss notwendig, der die Form eines üblichen 3,5-mm-Klinkensteckers hat, jedoch meist aus Kunststoff besteht und an seinem Ende die Stirnfläche des LWL umfasst. Viele heutige Notebooks besitzen diesen Ausgang und realisieren hierüber den Ausgang von beispielsweise Dolby-Digital-5.1-Raumklang.

Es gibt mit allen Kombinationen dieser beiden Steckerarten konfektionierte Kabel sowie Adapter. Die optoelektronischen Bauelemente zum Senden und zum Empfang sind meist direkt in die Steckbuchsen integriert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: TOSLINK – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien