Transkription (Sozialwissenschaften)

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Auszug aus einem Transkript mit speziellen Kennzeichnungen von abgebrochenen Worten, sprachlichen und lautlichen Besonderheiten sowie gleichzeitig gesprochenen Textpassagen

Transkription bezeichnet in der qualitativen Sozialforschung das Verschriftlichen von gesprochener, teilweise auch nonverbaler Kommunikation, die auf Video- oder Tonträgern aufgezeichnet wurde. Das Ergebnis einer Transkription heißt Transkript.

Ziel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel der Transkription ist die spätere Analyse der Transkripte mittels verschiedener Techniken der empirischen Sozialforschung, wie beispielsweise der qualitativen Inhaltsanalyse oder der Gesprächsanalyse. Für verschiedene Analysepraktiken existieren verschiedene Transkriptionsverfahren, die zum Teil auch non-vokale Informationen – wie zum Beispiel Tonfall und Sprechlautstärke – abbilden. Abhängig vom Transkriptionsverfahren werden dabei immer auch Informationen vernachlässigt. Die Transkription bedeutet somit schon eine Interpretation der Daten. Je nach geplanter Auswertungsmethode kann die Transkription beispielsweise eher sinngemäß erfolgen oder sehr präzise, das heißt unter Berücksichtigung von Versprechern, Verzögerungslauten, Pausen etc.

Problematiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein weiteres Problem bei der Transkription von Telekommunikation, insbesondere Videokonferenzen, ist das Darstellen von zeitlichen Verzögerungen in Transkripten, welches die heutigen Transkriptionssysteme nur unzureichend lösen.[1]

Transkriptionssysteme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besondere Bedeutung haben Transkripte in der Konversationsanalyse, für die eine Reihe verschiedener Transkriptionssysteme existieren, von denen das am weitesteten Verbreitete die von Gail Jefferson entwickelte Systematik ist. Daneben gibt es auch das Gesprächsanalytisches Transkriptionssystem, HIAT und Transkription in der Filmanalyse.

Transkriptionssoftware[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spezialsoftware finden u. a. Anvil, ELAN, EXMARaLDA, Express Scribe, Feldpartitur, Folker, f4transkript, HyperTranscribe, Transcribe, Transcriber, Transcriva und Transana Anwendung.[2]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Körschen, Marc, Jerssica Pohl, H. Walter Schmitz, and Olaf A. Schulte. 2002. „Neue Techniken der qualitativen Gesprächsforschung: Computergestützte Transkription von Videokonferenzen.“ Forum Qualitative Sozialforschung – FQS 3(2) :19, Abs. 16 f.; <http://www.qualitative-research.net/index.php/fqs/article/view/858/1865>.
  2. Gey, Ronny. 2012. Software zur Transkription. SoSciSo - Social Science Software. Die Datenbank über Software im sozialwissenschaftlichen Forschungsprozess. <http://www.sosciso.de/de/software/datenumwandlung/transcription/>.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]