Trauben-Gamander

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Trauben-Gamander
Trauben-Gamander (Teucrium botrys)

Trauben-Gamander (Teucrium botrys)

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Lippenblütlerartige (Lamiales)
Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
Unterfamilie: Ajugoideae
Gattung: Gamander (Teucrium)
Art: Trauben-Gamander
Wissenschaftlicher Name
Teucrium botrys
L.

Der Trauben-Gamander (Teucrium botrys), auch Feld-Gamander genannt, ist ein Angehöriger der Lippenblütler (Lamiaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einjährige, selten auch zweijährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von 10 bis 30 cm. Sie hat einen unangenehmen Geruch. Der Stängel ist aufsteigend, drüsig zottig behaart und unten meist mit bogig aufsteigenden Ästen versehen. Die Blätter sind langgestielt, 1,5 bis 2,5 cm lang, die unteren einfach, die oberen meist doppelt fiederspaltig mit lanzettlich-linealischen Lappen.

Die Blüten stehen zu 2 bis 4 (bis 6) in den Achseln der Laubblätter, sind etwa 12 mm lang und besitzen 3 bis 7 mm lange Stiele. Die Krone ist trübrosa, sehr selten auch weiß gefärbt. Die Staubblätter und Griffel ragen weit hervor und sind herabgebogen. Der Kelch ist etwas aufgeblasen, besitzt eine große, nach hinten gerichtete Aussackung und ist dicht drüsig-flaumig behaart.

Die Nüsschen sind fast kugelig, 1,5 bis 2 mm lang, grubig-rau und besitzen eine von einer tiefen Furche umzogene Anheftungsfläche.

Er blüht von Juli bis Oktober.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 10, seltener 32.[1]

Trauben-Gamander (Teucrium botrys), Illustration

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten zeigen die Eigentümlichkeit, dass sich die Blütenstiele oft nach rechts drehen, so dass die Unterlippe nach links oder selbst nach oben zu liegen kommt. Diese schwach angedeutete, so genannte Resupination, tritt bei einigen mediterranen Arten regelmäßig auf.

Verbreitung und Standortansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Trauben-Gamander wächst in Äckern, Weinbergen, Lesesteinhaufen, Kiesgruben, Steinbrüchen, auf Geröllhalden, an Bahndämmen und an Ruderalstellen. Er kommt besonders auf kalkhaltigen, humus- und feinerdearmen Böden vor, gelegentlich ist er auch auf kalkarmem Gestein zu finden. Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Teucrio-Melicetum aus dem Verband Seslerio-Festucion pallentis.[1]

Trauben-Gamander (Teucrium botrys), Herbarbeleg
Trauben-Gamander (Teucrium botrys)

Teucrium botrys kommt vom westlichen Mittelmeergebiet mit Algerien und Marokko bis Mittel- und Osteuropa vor. Er dringt östlich bis Polen, die Ukraine und den nördlichen Balkan vor.[2] Er ist ein submediterran-subatlantisches Florenelement. In Österreich und der Schweiz findet man ihn allgemein zerstreut vor. Gebietsweise ist er auch gefährdet.

Der Trauben-Gamander kommt in Deutschland in den südlichen Kalkgebieten zerstreut bis verbreitet vor (unter anderem Oberrhein- und Neckargebiet, Pfalz). Darüber hinaus ist er selten oder nur verschleppt aufzufinden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 795–796.
  2. Rafaël Govaerts (Hrsg.): Teucrium botrys - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 14. Februar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Trauben-Gamander – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien