Kanton Wallis

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Staat Wallis
État du Valais
Wappen
Wappen
Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Kürzel/Kontrollschild: VS
Amtssprache: Französisch (60 %),
Deutsch (30 %)
Hauptort: Sitten
Beitritt zum Bund: 1815
Kantonshymne: Walliserhymne
Fläche: 5224 km²
Website: www.VS.ch
Bevölkerung
Einwohner: 335'600 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 64 Einwohner pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
23,1 % (30. September 2015)[2]
Arbeitslosenquote: 5,8 % (31. Dezember 2015)[3]
Lage des Kantons in der Schweiz
Lage des Kantons in der Schweiz
Karte des Kantons
Karte des Kantons
Politische Gemeinden des Kantons
Politische Gemeinden des Kantons

Das Wallis [ˈvalɪs] (französisch Valais [valɛ], italienisch Vallese, rätoromanisch  Vallais?/i, arpitanisch Valês), amtlich Staat Wallis und État du Valais, ist ein Kanton im Südwesten der Schweiz mit einer französischen (frankophonen) und einer deutschsprachigen Bevölkerung. Entsprechend teilt er sich zwischen Romandie und Deutschschweiz auf. Der Hauptort ist Sitten. Das Wallis ist der drittgrösste Kanton der Schweiz und liegt vollständig im Gebiet der Alpen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage und Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick ins Tal der Rhone von Martigny aus

Das Wallis besteht (mit Ausnahme kleinerer Gebiete jenseits der Pässe Simplon und Gemmi) aus dem Tal der Rhone (Rotten) vom Rhonegletscher bis zum Genfersee und den Seitentälern. Im Norden liegen die Berner und Waadtländer Alpen, im Süden die Walliser Alpen mit den mächtigsten und höchsten Bergmassiven der Alpen (Monte Rosa, Mischabel und Weisshorngruppe). Die höchsten Berge der Walliser Alpen und der Schweiz sind die Dufourspitze mit 4'634 m ü. M. (höchster Berg der Schweiz und damit des Wallis), Nordend 4'609 m ü. M., Zumsteinspitze 4'563 m ü. M., Signalkuppe 4'554 m ü. M., Dom 4'545 m ü. M. (höchster ganz auf Schweizer Staatsgebiet liegender Berg), Liskamm 4'527 m ü. M., Weisshorn 4'505 m ü. M., Täschhorn 4'490 m ü. M., Matterhorn 4'478 m ü. M., Parrotspitze 4'432 m ü. M., Dent Blanche 4'357 m ü. M., Ludwigshöhe 4'341 m ü. M., Nadelhorn 4'327 m ü. M., Grand Combin 4'314 m ü. M. und Lenzspitze 4'294 m ü. M..[4] Mit dem Aletschgletscher, dem Gornergletscher und dem Walliser Fieschergletscher befinden sich im Wallis die drei grössten Gletscher der Alpen.[5]

Durch den Schutz der umliegenden Berge ist das Haupttal des oberen Wallis, aber auch das Vispertal ausgesprochen trocken und warm mit einem Steppenklima. Die Wasserversorgung wird vielerorts durch schon im Mittelalter angelegte Wasserleitungen, sogenannte Suonen oder Bissen, gewährleistet.[6]

Der tiefste Punkt liegt bei 372 m ü. M. am Genfersee.

Wichtige Seitentäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten Seitentäler sind nördlich der Rhone das Fieschertal, Lötschental und Dalatal. Südlich der Rhone liegen das Binntal, Nanztal, Saastal, Mattertal (auch Nikolaital genannt), Turtmanntal, Val d’Anniviers (Eifischtal), Val d’Hérens (Eringertal), Val de Bagnes (Baniental), Val d’Entremont und Val d’Illiez.

Städte und Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kantonshauptstadt Sitten mit Weinbergen

Im Kanton Wallis gab es am 31. Dezember 2014 fünf Gemeinden mit mehr als 10'000 Einwohnern, die bevölkerungsreichste Gemeinde ist Sitten mit 33'296 Einwohnern. Monthey hat 17'409, Martigny 17'342, Siders 16'547 und Brig-Glis 12'935 Einwohner. Bedeutende Zentren des Wallis sind Sitten (Hauptort), Brig, Martigny, Monthey, Naters, Saint-Maurice, Siders und Visp.

Bezirke mit Hauptort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirke des Wallis

Das Wallis besitzt 14 Bezirke. Sie sind aus den 13 Zehnden hervorgegangen, die auf dem Kantonswappen durch 13 Sterne repräsentiert werden. Die Bezirke Westlich Raron und Östlich Raron bildeten gemeinsam einen Zehnden.[7]

Bezirk Einwohner Hauptort
Goms (frz. Conches) 4506 Münster
Östlich Raron (frz. Rarogne oriental) 10'865
(einschl. Bezirk Westlich Raron)
Mörel-Filet
Brig (frz. Brigue) 26'303 Brig-Glis
Visp (frz. Viège) 28'294 Visp
Westlich Raron (frz. Rarogne occidental) 10'865
(einschl. Bezirk Östlich Raron)
Raron
Leuk (frz. Loèche) 12'316 Leuk
Sierre (dt. Siders) 48'476 Sierre (dt. Siders)
Sion (dt. Sitten) 45'473 Sion (dt. Sitten)
Conthey (dt. Gundis) 26'678 Conthey (dt. Gundis)
Hérens (dt. Ering) 10'874 Evolène
Entremont 14'984 Sembrancher
Martigny (dt. Martinach) 45'167 Martigny (dt. Martinach)
Saint-Maurice 13'443 Saint-Maurice
Monthey 44'384 Monthey

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Suonen wurde früher die Wasserversorgung im trockenen Rhonetal sichergestellt

Das Wallis weist ein besonders trockenes Klima auf mit nur 500 bis 600 Millimeter Niederschlag pro Jahr: kalte Winter, trockene Sommer, starke Temperaturunterschiede und klare Luft. Grund dafür ist seine Lage zwischen den Gebirgsmassiven der Walliser Alpen im Süden und der Berner Alpen im Norden, die beide bis auf über 4000 Meter reichen und einen Grossteil der Niederschläge abfangen, die von Norden oder vom Mittelmeer her gegen die Alpen strömen. Das Unterwallis gehört zu den trockensten Tälern Europas. Das Steppenklima hat auch starken Einfluss auf die Vegetation, so dass nebst Reben auch Kakteen gedeihen.[6][8][9][10]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich von Siders (französisch Sierre), im Oberwallis, wird Deutsch bzw. Walliserdeutsch, ein höchstalemannischer Dialekt, gesprochen. In und westlich von Siders im Unterwallis spricht man Französisch bzw. teilweise noch frankoprovenzalische Mundart. Die Sprachgrenze bildet nördlich der Rhone der kleine Bach Raspille zwischen Siders und Salgesch. Südlich der Rhone wird die Sprachgrenze durch den Pfynwald markiert. Kantonale Amtssprachen sind Französisch und Deutsch, kommunale Amtssprache entweder Französisch oder Deutsch.[11] Bei der Volkszählung 2000 lag der Anteil der Französisch sprechenden Bevölkerung bei 62,8 Prozent, Deutsch sprachen 28,4 Prozent. Italienisch wurde von 2,2 Prozent gesprochen, Rätoromanisch und andere rund 6,6 Prozent.[12]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche sind beide öffentlich-rechtlich anerkannt, daneben können auch andere Religionsgemeinschaften anerkannt werden.[13] Im Jahr 2000 waren 81,2 Prozent der Bevölkerung katholischen Glaubens und 6,3 Prozent waren evangelisch. 4,3 Prozent der Bevölkerung gehörten anderen Religionen an und 8,2 waren nicht religiös.[14]

Abwanderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Viele Menschen aus den Alpenkantonen zieht es, zumindest vorübergehend, in die städtischen Ballungszentren des schweizerischen Mittellandes. Auch das Wallis ist von dieser Wanderungsbewegung betroffen. Jedes Jahr verlassen zahlreiche, vorwiegend junge Leute das Tal, um woanders zu arbeiten oder an einer Hochschule (Universität etc.), berufsbildenden Schule (Berufsschule etc.) oder in einem Lehrbetrieb eine Ausbildung zu absolvieren. Die meisten von ihnen tun dies, weil die Möglichkeiten dazu im Wallis beschränkt sind. Sie finden keine ihnen entsprechende Anstellung oder die angestrebte Ausbildung wird nicht angeboten. Teilweise besitzen die ausserhalb lebenden Walliser eigene Ferienhäuser, die sie zum Wandern oder Skifahren aufsuchen. Ein Teil der Ausgewanderten kehrt nach ein paar Jahren oder dem Abschluss der Ausbildung wieder ins Wallis zurück. Gerade für Hochschulabgänger ist es oft schwierig, im Wallis eine ihrer Ausbildung entsprechende Stelle zu finden. Erhebungen von 2004 zufolge arbeiten tatsächlich rund zwei von drei Wallisern mit einer höheren Ausbildung nach deren Abschluss nicht im Heimatkanton. Damit verliert dieser jährlich viele hochqualifizierte Arbeitskräfte und es geht ihm Kapital verloren (Braindrain). Der Kanton investiert jedes Jahr rund 50 Millionen Schweizer Franken in die höhere Ausbildung von Personen, die später ausserhalb des Kantons arbeiten und leben.[15][16][17]

Verfassung und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gegenwärtige Kantonsverfassung[18] datiert mit zahlreichen Änderungen auf 1907.

Die Kantonshymne ist die Walliserhymne.

Legislative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesetzgebende Behörde ist der Grosse Rat oder Grand Conseil. Er zählt 130 vom Volk im Proporzsystem auf vier Jahre gewählte Mitglieder. Gleichzeitig mit den Abgeordneten werden jeweils 130 Stellvertreter (Suppleanten) gewählt.

Vom Grossen Rat erlassene Gesetze unterliegen der Volksabstimmung, falls eine solche innert 90 Tagen nach deren Veröffentlichung von 3000 Stimmberechtigten verlangt wird (fakultatives Referendum). Obligatorisch der Volksabstimmung unterliegen die Teil- und die Partialrevision der Kantonsverfassung (obligatorisches Referendum). Das Volk hat überdies das Recht, mittels Volksinitiative selbst die Ausarbeitung, Änderung oder Aufhebung eines Gesetzes oder die Ausarbeitung oder Änderung der Verfassung zu verlangen. Für eine Gesetzesinitiative braucht es die Unterschrift von 4000 Stimmberechtigten, für eine Verfassungsinitiative deren 6000.

Bei den letzten Wahlen erreichten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei 2001 2005 2009 2013 Sitzverteilung 2013 Wähleranteil in %
Christlichdemokratische Volkspartei (CVP) 61 58 54 49
2
14
3
12
49
1
28
21
14 12 49 28 21 
Von 130 Sitzen entfallen auf:
Grossratswahlen vom 3. März 2013
Wahlbeteiligung: 68.18 %
 %
50
40
30
20
10
0
43,83
21,58
17,21
11,89
3,34
1,55
0,60
Sonst.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-4,66
-0,72
+5,73
+4,90
+1,13
-0,04
-6,34
Sonst.
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer
Christlichsoziale Volkspartei Oberwallis (CSPO) 14 15 14 12
FDP.Die Liberalen (FDP) 28 28
Freisinnig-Demokratische Partei (FDP) 32 28
Liberale Partei der Schweiz (PLV) 3 2
Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP) 18 21 17 14
Schweizerische Volkspartei (SVP) 1 6 12 21
Christlich-soziale Partei (CSP) 0 0 3 3
Grüne Partei der Schweiz (GPS) 0 0 2 2
Entremont Autrement 0 0 0 1

Exekutive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die oberste Vollziehungs- und Verwaltungsbehörde ist der aus fünf Mitgliedern bestehende Staatsrat oder Conseil d’État. Die Wahl erfolgt direkt durch das Volk im Majorzsystem auf vier Jahre. Die drei verfassungsmässigen Regionen (Ober-, Mittel- und Unterwallis) haben Anrecht auf mindestens einen Sitz im Staatsrat. Die Bezirksklausel verhindert die doppelte Vertretung eines Bezirkes im Staatsrat. Der Staatskanzler, die Regierungsstatthalter sowie die Regierungsstatthalter-Stellvertreter werden durch den Staatsrat ernannt.

Amtszeit 2013–2017
Staatsrat Partei Region Departement
Jean-Michel Cina CVP Oberwallis Departement für Volkswirtschaft, Energie und Raumentwicklung
Jacques Melly CVP Mittelwallis Departement für Verkehr, Bau und Umwelt
Esther Waeber-Kalbermatten SP Oberwallis Departement für Gesundheit, Soziales und Kultur
Maurice Tornay CVP Unterwallis Departement für Finanzen und Institutionen
Oskar Freysinger SVP Mittelwallis Departement für Bildung und Sicherheit

Judikative[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberstes kantonales Gericht ist das Kantonsgericht mit Sitz in Sitten. Es ist für Zivil- und Straffälle sowie für das Sozialversicherungsrecht und das Verwaltungsrecht zuständig. Für Zivil- und Straffälle in erster Instanz bestehen neun Bezirksgerichte. Auf Ebene der Gemeinden bestehen ein Gemeinderichteramt als Schlichtungsbehörde sowie ein Polizeigericht.

Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentlichrechtliche Gemeindearten sind die Einwohnergemeinden, von denen es 135 gibt (2013). Sie sind die Träger der lokalen Selbstverwaltung.

Weiter gibt es die Burgergemeinden (Erteilung des Gemeindebürgerrechts und Verwaltung der burgerlichen Güter) und die römisch-katholischen sowie evangelisch-reformierten Kirchgemeinden.

Parteiensystem[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kanton Wallis hat die CVP (inklusive der – der nationalen CVP angeschlossen – CSP) ihre dominante Stellung eingebüsst. Zwar hält sie in der nach Majorzwahl gewählten Regierung nach wie vor die absolute Mehrheit inne, im nach Proporzwahl gewählten Parlament hat sie jedoch 2013 die absolute Mehrheit verloren. Nicht nur die CVP, sondern auch die CSP, die FDP, die SP und die SVP gliedern sich in autonome deutsch- und französischsprachige Parteien.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grande Dixence, eine der höchsten Staumauern der Welt

Stauseen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staumauer Grande Dixence am Lac des Dix ist mit einer Höhe von 285 Metern eine der höchsten der Welt und die höchste Europas. Der Stausee liegt auf einer Höhe von 2365 m ü. M. und hat ein Fassungsvermögen von 400 Millionen Kubikmeter Wasser.[19] Die zweithöchste Staumauer der Schweiz ist die des Lac de Mauvoisin mit einer Höhe von 250 Metern. Der Lac de Tseuzier liegt in einem Talkessel, der von bis zu 3200 Meter hohen Bergen umgeben ist. Der Lac de Moiry hat eine hell-türkise Farbe und liegt an der Strecke des Race across the Alps.[20] Mit den Parc d’Attractions du Châtelard wird die Gegend um den Lac d’Émosson erschlossen, am 300 Meter höher gelegenen Lac du Vieux Émosson gibt es über 800 rund 250 Millionen Jahre alte Fussabdrücke von Dinosauriern.[21] Nördlich des Sanetschpasses wurde zwischen 1959 und 1966 der Sanetschsee aufgestaut.[22] Beim Bau des Staudamms am Mattmarksee kam es 1965 zu einem der schwersten Unglücke im Schweizer Bauwesen, 88 Bauarbeiter starben, als eine Gletscherzunge auf ihr Barackendorf stürzte.[23] Der Griessee an der Grenze zu Italien wird vom Griesgletscher gespeist, der Stausee Ferden wurde 1975 gebaut und hat eine Länge von einem Kilometer. Oberhalb der Massaschlucht liegt der Stausee Gibidum, der vom grössten Gletscher der Alpen, dem Aletschgletscher, gespeist wird.

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftssektor im Wallis.[24]

Oberwallis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Gletsch mit Zügen der Dampfbahn Furka-Bergstrecke

Im Bezirk Goms wurde 1850 der Hotelier César Ritz geboren. Im Ort Fiesch-Eggishorn leben 968 Einwohner und es gibt über 4'000 Gästebetten, in Bellwald sind es bei 460 Einwohner 4.300 Betten. Binn liegt im Binntal, das für seine Mineralienfunde bekannt ist. Rund 200 verschiedene Mineralien wurden hier gefunden, über ein Dutzend kommen nirgends sonst vor. Im Binntal leben drei Berufsstrahler, diese leben vom Mineraliensammeln.[25] Die Kirche in Ernen ist seit 1214 urkundlich bezeugt, im Dorfkern stehen noch heute viele bis zu 500 Jahre alte Häuser.[26] In der Gemeinde Obergoms liegt die Endstation der Dampfbahn Furka-Bergstrecke, die in Realp im Kanton Uri beginnt. Sie führt über die Steffenbachbrücke nach Tiefenbach und weiter durch den Furka-Scheiteltunnel über Gletsch nach Oberwald. Der erste Teil der Bahn wurde 1992 wiedereröffnet, der letzte Teil zwischen Gletsch und Oberwald im August 2010. Das Aletschgebiet liegt im Zentrum des UNESCO-Weltnaturerbes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Namensgebend ist der grösste Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher. Am Gletscher liegt die Bettmeralp, sie kann durch zwei Luftseilbahnen erreicht werden. Da die Bettmeralp oberhalb des Rhonetals liegt, kann bei Inversionswetterlagen ein nebelgefülltes Tal vom sonnigen Hochplateau aus beobachtet werden. Die Fiescheralp liegt auf demselben Hochplateau und ist einer der drei Zugangsorte zum Skigebiet Aletscharena, das 104 Pistenkilometer umfasst.[27] Auf dem Gebiet von Riederalp liegt der Aletschwald, ein alter Arven-Lärchenwald, direkt am Aletschgletscher. Der Wald wurde 1933 von der Naturschutzorganisation Pro Natura gepachtet und unter Schutz gestellt, die Villa Cassel in Riederalp dient heute als Informationszentrum von Pro Natura.[28]

In Brig steht das zwischen 1651 und 1671 errichtete Stockalperschloss, einer der grössten privaten Barockbauten der Schweiz. Das Schloss besitzt einen dreistöckigen Arkadenhof und drei quadratische Türme mit Zwiebelhauben, die nach den Heiligen Drei Königen Kaspar, Melchior und Balthasar benannt werden.[29] In der Gemeinde Termen liegen die Sommer- und Wintersportorte Rosswald und Blatten bei Naters. Im Sommer können Touristen auf dem Massaweg durch die 6,5 Kilometer lange Massaschlucht wandern und im Winter unter anderem auf der Belalp auf über 3'000 m ü. M. Ski fahren. Unter dem Namen Belalp Hexe werden seit 1983 jährlich verschiedene Skirennen auf der Belalp gefahren, die Hexenabfahrt ist zwölf Kilometer lang und überwindet 1'800 Höhenmeter, es nehmen rund 2'000 Teilnehmer an den Rennen teil.[30] In Birgisch und Mund VS gibt es mehrere teilweise sehr alte Suonen, diese Wasserleitungen wurden früher im trockenen Innerwallis zur Bewässerung von Feldern und Wiesen benötigt. Die Suone Wyssa oberhalb von Mund wurde erstmals 1426 erwähnt, könnte aber schon im Jahr 930 errichtet worden sein.[31]

Zermatt mit dem Matterhorn

Visp ist ein kulturelles Zentrum des Oberwallis,[32] im Kulturzentrum La Poste finden regelmässig Opern, Theatervorstellungen und Konzerte statt.[33] Bekannt wurde Visperterminen mit seinem Weisswein Heida (ein Savagnin), der an einem der höchstgelegenen Weinberge Europas wächst. Die Ritibrücke in Neubrück unterhalb von Stalden VS ähnelt der Stari most und wurde 1599 gebaut, die Kinnbrücke in Stalden 1544[34]. Im Staldenrieder Weiler Gspon liegt auf rund 2000 m die GsponArena des FC Gspon, laut eigenen Angaben der höchstgelegene Fussballplatz Europas.[35] Die Alp von Törbel ist die Moosalp, hier finden jedes Jahr im Zuge des Alpaufzuges Ringkuhkämpfe statt.[36] Oberhalb von St. Niklaus und Grächen liegen der Riedgletscher und die Bordierhütte, von der aus der Nadelgrat und der Gipfel des Balfrin bestiegen werden kann. Zudem beheimatet St. Niklaus das weltweit einzigartige Bergführermuseum, welches seine Besucher in die Zeit der Alpen- und insbesondere der Zaniglaser Bergführerpioniere entführt, die vor allem über die ersten zwei Generationen hinweg in der ersten Reihe standen und weltweit das Bergführerwesen in den verschiedensten Bereichen massgeblich prägten. Von den insgesamt 82 Hauptgipfeln der Viertausender der Alpen umgeben 36 das Mattertal,[4] das sich von Stalden über St. Niklaus bis Zermatt zieht, darunter mit der Dufourspitze der höchste Berg der Schweiz und einer der Seven Second Summits. Das Matterhorn liegt zwischen Zermatt und Breuil-Cervinia, der von Zermatt aus begangene Hörnligrat (Nordostgrat) ist die am häufigsten begangene Aufstiegsroute und zusammen mit dem Liongrat (Südwestgrat) auch die einfachste, mit einer Schwierigkeit von III+ auf der UIAA-Skala. Durch das Saastal fliesst die Saaser Vispa, im Zentrum des Tals liegt Saas-Grund. Die Antoniuskapelle in Bidermatten steht in der Gemeinde Saas-Balen, gehört jedoch zur Pfarrei St. Bartholomäus in Saas-Grund. Das Gebetshäuslein neben der Kapelle ist aus dem Jahr 1619 und die älteste Kapelle des Saastals.[37] Saas-Fee ist ein Skiort oberhalb von Saas-Grund, auch im Sommer kann auf dem Feegletscher Ski gefahren werden. Eine Besonderheit von Saas-Fee stellt die Metro Alpin dar, eine Art U-Bahn die die Skifahrer von der Station «Felskinn» (2'980 m ü. M.) zur Station «Mittelallalin» (3'456 m ü. M.) bringt. Das südlichste der Saas-Dörfer ist Saas-Almagell, neben Tourismus spielt hier die Elektrizitätswirtschaft am Mattmarksee eine Rolle. Der See wurde 2008 komplett abgelassen, um Renovierungsarbeiten an ihm durchzuführen.[38]

Der Schwarzsee im Lötschental

Das Lötschental liegt ebenfalls im Oberwallis und wird von der Lonza durchflossen. Der im hintersten Ende des Lötschtals gelegene Langgletscher ist die Quelle des Flusses. Das alpine Skisportzentrum im Lötschental ist die Lauchernalp, neben einem der höchsten Skigebiete der Schweiz gibt es auch den höchsten Winterwanderweg Europas auf gut 3'000 Meter Höhe.[39] In Unterbäch stimmten 1957 erstmals Frauen in einer Schweizer Abstimmung ab, sie durften bei der eidgenössischen Urnenabstimmung über die Ausdehnung der Zivilschutzpflicht auf die Frauen teilnehmen. Die Gemeinde führte im selben Jahr das kommunale Wahlrecht für Frauen ein, 14 Jahre vor der bundesweiten Entscheidung dass Frauen wählen dürfen.[40]

Im Dalatal liegt Leukerbad, den Anfang des Tals bildet die Dalaschlucht. Hier führt seit 2004 der Thermalquellen-Steg entlang, auf dessen Wegstrecke die Thermalwasser führenden Gesteinsschichten zu sehen sind. Zwischen Leuk und Siders liegt der Pfynwald, einer der grössten Föhrenwälder der Alpen und teil des Naturparks Pfyn-Finges. Im Naturpark wachsen Orchideen und Kleine Kronwicken und es gibt sehr viele Insektenarten. Ein sieben Kilometer langer Abschnitt der Rhone fliesst durch den Park und breitet sich dort ungestört aus, mit Auwäldern, Inseln und Altarmen. Der Illgraben (ein Wildbachgerinne) trägt grosse Mengen Sedimente mit sich und hat durch mehrere Murgänge dafür gesorgt, dass die Rhone hier nicht kanalisiert werden konnte.[41] In der Nähe von Siders liegt das Val d’Anniviers, in dem etliche Skigebiete liegen und Walliser Trockenfleisch produziert wird.[42] Um Salgesch wird seit Ende des Zweiten Weltkriegs verstärkt Wein angebaut. In der Gemeinde Anniviers liegt Zinal, im Sommer gibt es 300 Kilometer markierte Wanderwege, im Winter stehen Langlaufloipen und Abfahrtspisten bereit.

Unterwallis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basilique de Valère in Sitten

Das Stadtbild von Sitten ist mittelalterlich geprägt, in der Basilique de Valère steht eine der ältesten spielbaren Orgeln der Welt. Der Kern des heutigen Glockenturm der Kathedrale Unserer Lieben Frau entstand Ende des zwölften Jahrhunderts. Neben 160 Kilometer Skipisten hat Crans-Montana mit dem Golf-Club Crans-sur-Sierre einen der ältesten Golfplätze der Schweiz, auf dem Platz wird jährlich das Omega European Masters ausgetragen. Auf dem Gebiet von Conthey liegt der Lac de Derborence. Einer der gewaltigsten Bergstürze in der Schweiz im Frühjahr 1749 liess ihn entstehen, seit 1961 ist das Gebiet ein Naturschutzgebiet.[43]

Strassentunnel durch die Erdpyramiden

In Ardon VS befindet sich eine Schlucht der Lizerne, an der senkrechten Felswand ist eine alte Suone aufgehängt. Evolène ist der Hauptort des Val d’Hérens, durch das die Borgne fliesst. Die Haute Route führt durch Arolla, einen Ferienort am oberen Talabschluss des Val d’Hérens. An der Landstrasse nach Euseigne liegen im Val d’Hérémence die Erdpyramiden von Euseigne. Sie bestehen aus einem Material das Betonmoräne genannt wird und entstanden nach der Würmeiszeit. Ein kleiner Teil der Pyramiden wird von der Landstrasse in einem Tunnel durchbrochen. Das 4-Vallées-Skigebiet liegt auf Gebiet der Gemeinden Nendaz, Verbier, Veysonnaz, Thyon und La Tzoumaz und ist mit über 400 Pistenkilometer das grösste Skigebiet der Schweiz.[44] Das Skigebiet Portes du Soleil liegt teilweise in Frankreich und teilweise in der Schweiz, es umfasst die Skiorte Morgins, Torgon, Champéry und in Val-d’Illiez die beiden Orte Champoussin und Les Crosets. In Saint-Maurice VS liegt die Abtei Saint-Maurice, ein 515 gegründetes Kloster der Augustiner-Chorherren. Monthey ist für seinen Karneval bekannt, der 2012 zum 140. Mal veranstaltet wurde.[45] In Saint-Gingolph VS bildet der Bach Morge die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz, auf der französischen Seite liegt Saint-Gingolph (Haute-Savoie).

Thermalbäder und Golfplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Wallis gibt es Thermalbäder in Leukerbad (grösstes Thermalbadezentrum der Alpen), Ovronnaz, Saillon-les-Bains, Brigerbad, Val-d’Illiez sowie das Soleheilbad in Breiten bei Mörel VS.[46] Golfplätze gibt es in folgenden Orten: 18-Loch-Golfplätze in Crans-Montana, Leukerbad, Siders, Sitten und Verbier (zwei Kurse). 9-Loch-Golfplätze in Crans-Montana, Obergesteln, Zermatt und Riederalp, welcher der höchstgelegene Golfplatz Europas ist.[47][48]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferhalsziege

Am Südhang des Rhonetals herrscht im Unterwallis (flächendeckend) und im Mittelwallis (teilweise) Rebbau vor, stellenweise auch in den Seitentälern. Neben der Leitsorte Fendant wird in neuerer Zeit wieder vermehrt auf alte, ortstypische Sorten wie Humagne (weiss und rot), Petite Arvine, Amigne, Rèze oder Malvoisie zurückgegriffen.[49] In Visperterminen befindet sich der höchste Weinberg Europas, auf einer Höhe von 650 bis 1'150 m ü. M.[50] Im Val d’Anniviers wird der Gletscherwein produziert, ein oxidativer Wein aus der Rebsorte Rèze. Durch deren hoher Säurehalt wird der Wein lange gelagert um einen angenehmen Geschmack zu kriegen.[51]

Im Wallis werden in grossem Stil Früchte angebaut, etwa 95 % der Schweizer Aprikosen und die Hälfte der Birnen kommen aus dem Kanton. Die Gemüsesorten mit den grössten Anbauflächen sind in absteigender Reihenfolge Lagerkarotten, Blumenkohl, Frühkarotten und Zwiebeln. Besonders der Spargelanbau hat in den letzten zehn Jahren stark an Bedeutung gewonnen, weisser und grüner Spargel zusammen haben heute die drittgrösste Anbaufläche unter den Gemüsesorten.[52] In Mund wird seit dem Mittelalter Safran angebaut, man vermutet dass er durch Pilger oder Söldner in die Schweiz kam.[53]

In der Viehzucht geniesst neben klassischer Milchwirtschaft die Schaf- und Ziegenhaltung einen bedeutenden Stellenwert. Die hochalpinen Rahmenbedingungen werden zunehmend als Gelegenheit wahrgenommen seltenen und bedrohten Arten eine Chance zum Überleben zu bieten, zum Beispiel Walliser Schwarzhalsziege und Kupferhalsziege sowie Schwarznasenschaf.[52] Allerdings bestehen zwischen Viehzucht und Artenschutz auch Konflikte, etwa im Zusammenhang mit der Wiederansiedlung des Wolfes. Dieser wandert seit den 1980er Jahren von Frankreich und Italien in den Kanton Wallis ein, durch Bauern die um ihre Tiere fürchten und die Jagdlobby ist er jedoch weiterhin stark gefährdet.[54]

Raffinerie Collombey

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Industriebetrieb in St. Niklaus der Scintilla AG der Robert Bosch GmbH ist weltweiter Branchenleader in der Herstellung von Stichsägeblättern. In 60 Jahren der Stichsäge-Produktion des Werkes St. Niklaus VS konnte im Jahre 2007 das viermilliardste Sägeblatt hergestellt werden.

Im Wallis sind zudem die Chemie- und pharmazeutische Industrie wichtige Arbeitgeber, etwa die Lonza Group in Visp. Die Energiewirtschaft hat durch viele Speicherkraftwerke gute Voraussetzungen.[24] Die Raffinerie Collombey ist eine von zwei Erdölraffinerien in der Schweiz und gehört dem libyschen Ölkonzern Tamoil, sie liegt in der Gemeinde Collombey-Muraz unweit der Ostspitze des Genfersees. Der Aluminiumproduzent Constellium hat Standorte in Chippis, Siders und Steg.[55]

Im Wallis wurden während des Zweiten Weltkriegs 380'000 Tonnen Anthrazitkohle abgebaut. Grosse Schieferverkommen gab es in und um Sembrancher, der Abbau endete Mitte des 20. Jahrhunderts.[56] Schon in den 1960er bis 1980er Jahren wurde im Wallis nach Uran gesucht, durch die niedrigen Weltmarktpreise waren die Minen jedoch nicht wettbewerbsfähig. Bei Martigny und Salvan-Les Marécottes werden seit 2008 erneut Erkundungen unternommen.[57]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug der SBB bei Illarsaz (Gemeinde Collombey-Muraz)

Im Wallis gibt es einige Schnellzugstrecken, die Bahnhöfe von Visp und Brig sind wichtige Knotenpunkte. Der Bahnhof Brig liegt an den Strecken GenfLausanne–Mailand (Rhonetalstrecke) und Basel–Bern–Mailand, von hier aus fahren die Autozüge durch den Simplontunnel nach Iselle di Trasquera. Der Lötschberg-Basistunnel wurde 2007 in Betrieb genommen, dadurch wurde der Bahnhof Visp zum Umsteigebahnhof für die umliegenden Städte und Gemeinden. Durch den erhöhten Bahnverkehr und dazugehörige Infrastrukturprojekte hat die Bevölkerung von Visp seit der Eröffnung stark zugenommen.[58]

Weitere Strecken sind Lausanne–Simplon, Bern–Lötschberg–Simplon, MartignyOrsièresLe Châble und Saint-MauriceSaint-Gingolph.[59]

Im Wallis gibt es mehrere Schmalspurbahnen, die teilweise auch Zahnradbahnen sind. Die Matterhorn-Gotthard-Bahn besteht aus den ehemaligen Bahnen Brig–Visp–Zermatt und Furka–Oberalp. Die Furka-Oberalp-Bahn führt durch die Kantone Graubünden, Uri und Wallis über den Furkapass und den Oberalppass nach Brig, von wo die Brig–Visp–Zermatt-Bahn weiter nach Visp und zum Endhaltepunkt Zermatt fährt. Die Transports de Martigny et Régions verfügt über zwei voneinander getrennte Schienennetze, sie entstand durch die Fusion der Martigny-Châtelard-Bahn (MC) mit der Martigny-Orsières-Bahn (MO), die nicht die gleichen Spurweiten benutzen. Die MC betreibt den Mont-Blanc Express von Martigny über Salvan VS hinauf nach Le Châtelard VS, von wo die SNCF die Strecke weiter bis nach Chamonix-Mont-Blanc betreibt. Der Saint-Bernard Express wird von der MO betrieben und ist im Gegensatz zum Mont-Blanc Express eine normalspurige Eisenbahn von Martigny über Sembrancher nach Orsières. Die Aigle–Ollon–Monthey–Champéry-Bahn ist eine meterspurige Eisenbahn, die von Aigle VD über Ollon und Monthey nach Champéry führt. Sie ist eine der fünf Linien der Transports Publics du Chablais. Von Zermatt aus führt die Gornergratbahn hinauf zum Gornergrat, wo die Bergstation auf einer Höhe von 3'089 m ü. M. liegt. Sie ist damit nach der Jungfraubahn die zweithöchste Bergbahn Europas.[60]

Daneben gibt es 78 Postautolinien, die Überlandverkehr und die Stadtnetze von Brig-Glis/Naters, Monthey/Collombey-Muraz, Sitten und Martigny betreiben,[61] und viele touristische Bergbahnen.[62]

Strassen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Furka- und Grimselpassstrassen

Die Autobahn 9 führt durch die Kantone Waadt und Wallis und ist im Wallis teilweise nicht doppelspurig und richtungsgetrennt. Das Teilstück im Oberwallis zwischen Susten und Gampel soll voraussichtlich 2017 fertiggestellt sein. Die ganze Verbindung von Siders Ost bis Gamsen kann erst in den späten 2020er Jahren geschlossen werden; grosse Probleme stellen dabei unter anderem das Teilstück Siders Ost bis Susten, das durch den geschützten Naturpark Pfynwald führt, und der Tunnel Visp, der geologisch sehr schwer fertigzustellen ist.[63]

Die bekanntesten und wichtigsten Passstrassen sind von Italien aus der Simplonpass und der Grosse St. Bernhard, von Frankreich aus der Pas de Morgins und der Col de la Forclaz. Zu anderen Kantonen sind es der Nufenenpass in das Tessin, der Furkapass nach Uri und im Kanton Bern der Grimselpass und der Sanetschpass. Der Sanetschpass kann jedoch nur von der Walliser Seite her befahren werden, vom nahen Gsteig bei Gstaad im Kanton Bern aus wäre der Bau wegen des steilen Geländes zu aufwändig gewesen.[64]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab dem Alter von vier Jahren muss seit 2008 jedes Kind zwei Jahre lang den Kindergarten besuchen. Die eigentliche Schulzeit besteht aus sechs Jahren Primarschule und drei Jahren Orientierungsschule (auch Sekundarstufe I), an deren Ende bei Erfüllung der Anforderungen des Programms des letzten Pflichtschuljahres ein Abschlussdiplom erteilt wird. Wenn die neun Jahre obligatorische Schule besucht wurden, aber nicht die Anforderungen des dritten Jahres der Sekundarstufe I erfüllt wurden, wird nur eine Bestätigung des Schulabschlusses erteilt.[65]

Die Sekundarstufe II kann im Wallis als berufliche Grundbildung mit anschliessenden Berufsattest, Fähigkeitszeugnis oder Berufsmaturität absolviert werden, daneben auch als Fachmittelschule mit abschliessender Fachmaturität oder auf dem Gymnasium mit abschliessender Gymnasialer Maturität. Die Tertiärstufe umfasst Ausbildungen im Bereich der höheren Berufsbildung, höheren Fachschulen und Hochschulen.[66]

Fahne und Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Siegel des Kantons Wallis von 1582

Die Walliser Fahne zeigt 13 Sterne in drei vertikalen Reihen (Verteilung 4-5-4) auf rot-weissem Grund. Die rote Hälfte mit den weissen Sternen ist rechts, die fünf mittleren Sterne sind zweifarbig. Wird die Fahne an einem Fahnenmast montiert, so steht die weisse Hälfte mit den roten Sternen an der Mastseite, bildet also das Liek.[67]

Rot und Weiss (früher Rot und Silber) sind die Farben des Bischofs von Sitten. Die 13 Sterne repräsentieren die Zehnden, was eine alte Bezeichnung für die Bezirke des Wallis ist. Die Fahne und das Wappen, damals noch ohne Sterne, gibt es wohl schon seit dem Jahr 999, als Rudolf III. das Wallis dem Bistum Sitten übergab. Urkundlich belegt ist die Fahne seit 1220. Quellen von Ende des 15. Jahrhunderts zeigen Wappen mit 6, 7, 9, 11 und 16 Sternen. Ab 1802 waren es zwölf Sterne, mit dem neuen Bezirk Conthey kam am 12. Mai 1815 der 13. und bisher letzte Stern hinzu.[68]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte des Wallis

Um 57 v. Chr. wurde das von den Römern Vallis Poenina genannte Gebiet des heutigen Wallis erobert und zu einer römischen Provinz. Um 888 wurde es Teil des Königreichs Burgund. König Rudolf III. von Burgund übergab 999 die Grafschaft Wallis mit allen Rechten und Privilegien an den Bischof von Sitten. Ab der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts bis 1798 war das Wallis in sieben Zehnden eingeteilt und wurde daher auch Republik der sieben Zehnden genannt. Diese Republik setzte im 16. Jahrhundert ihre Eigenständigkeit von den Bischöfen von Sitten durch. 1802 erklärte Napoleon I. das Gebiet zur unabhängigen Republik Wallis und 1810 zum französischen Département du Simplon. 1815 trat das Wallis als 22. Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei.[69] Die noch heute gültige Verfassung wurde 1907 verabschiedet, seitdem wurden jedoch einige Passagen durch Volksabstimmungen geändert. Die Frauen des Kantons sind seit 1970 stimmberechtigt.[70] Im Jahr 2000 gab es starke Hochwasser an der Rhone, durch die 3. Rhonekorrektion soll dies in Zukunft vermieden werden. Das Projekt soll den Hochwasserschutz gewährleisten, der Rhone Teile ihres ursprünglichen Flussbetts zurückgeben und durch Freizeit- und Erholungsraum gesellschaftlichen Mehrwert schaffen.[71] Die Baumassnahmen finden in drei Phasen statt und werden voraussichtlich Mitte der 2030er Jahre abgeschlossen sein.[72]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Portal: Wallis – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Wallis

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kanton Wallis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Kanton Wallis – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Wallis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige Wohnbevölkerung nach Kanton. Räumliche Verteilung: Kantone und Gemeinden. Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 7. Mai 2016.
  2. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Kanton, am Ende des dritten Quartals 2015. Bundesamt für Statistik (BFS), 15. Dezember 2015, abgerufen am 19. Januar 2016 (XLS; 47 kB).
  3. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Dezember 2015. Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), 8. Januar 2016, S. 9, abgerufen am 13. Januar 2016 (PDF; 807 kB).
  4. a b Mattertal. Bundesamt für Landestopografie swisstopo, abgerufen am 13. April 2016.
  5. Die Längenänderungen im Jahr 2010. glaciology.ethz.ch, abgerufen am 12. September 2012.
  6. a b Schweizer Kanton Wallis. swiss.de, abgerufen am 12. September 2012.
  7. Anton Riva: Raron (Zenden, Bezirk) im Historischen Lexikon der Schweiz, Zugriff am 6. April 2014
  8. Das Klima der Schweiz – eine kurze Übersicht. In: MeteoSchweiz. Abgerufen am 30. Mai 2014.
  9. Klima. In: Wikiwallis. 27. Mai 2010, abgerufen am 30. Mai 2014.
  10. Andreas Honegger: Die fetten Pflanzen, die das Wasser speichern können. In: Neue Zürcher Zeitung. 22. November 2013 (Artikel auf NZZ Online).
  11. Ein Wallis - oder doch lieber zwei? nzz.ch, abgerufen am 12. September 2012.
  12. Georges Lüdi, Iwar Werlen (Hrsg.):Sprachlandschaft in der Schweiz. Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, April 2005.
  13. Staat und Religion. migraweb.ch, abgerufen am 12. September 2012.
  14. Wohnbevölkerung nach Religion 2000. bfs.admin.ch, abgerufen am 12. September 2012.
  15. Wegziehen – Bleiben – Zurückkehren, Sion 2004. vs.ch, abgerufen am 12. September 2012.
  16. VS-link: ein vom Kanton Wallis lanciertes Projekt gegen den brain drain. vslink, abgerufen am 12. September 2012.
  17. Studie zu Lebenssituation und Sprachverhalten von Oberwalliser Migranten in Bern, Bern 2006. Institut für Sprachwissenschaft, Universität Bern, abgerufen am 23. Dezember 2014 (PDF).
  18. Verfassung des Kantons Wallis, Die Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft (admin.ch)
  19. Lac des Dix und Grande Dixence. swiss.de, abgerufen am 11. September 2012.
  20. Lac de Moiry (and Zinal). cycling-challenge.com, abgerufen am 11. September 2012.
  21. Site of dinosaur footprints. finhaut.ch, abgerufen am 11. September 2012 (englisch).
  22. Hans von Rütte: Sanetschpass im Historischen Lexikon der Schweiz, Zugriff am 6. April 2014
  23. Mattmark: Dunkle Seite der Baugeschichte. swissinfo.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  24. a b Südschweiz - Tourismushochburg und vieles mehr. dievolkswirtschaft.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  25. Mineralien-Eldorado Binntal. landschaftspark-binntal.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  26. Edwin Pfaffen: Ernen im Historischen Lexikon der Schweiz, Zugriff am 6. April 2014
  27. Aletsch Arena (Riederalp, Bettmeralp, Fiesch-Eggishorn). bergfex.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  28. Aletschwald. riederalp.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  29. Stockalperschloss/Geschichtliches. brig.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  30. Belalp Hexe 2010. belalphexe.ch, abgerufen am 11. September 2012 (PDF).
  31. Wyssa / Gredetschwasserleitung. suone.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  32. Alois Grichting: Visp (Gemeinde) im Historischen Lexikon der Schweiz, Zugriff am 6. April 2014
  33. Visp - die Kulturstadt. visp.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  34. Historische Entwicklung. stalden.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  35. FC Gspon: Bergdorf-EM auf 2008 müM. (23.-25. Mai 2008). fc-gspon.ch, abgerufen am 11. September 2012 (PDF; 1,7 MB).
  36. Eringer Kühe. buerchen-unterbaech.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  37. Saas-Grund. touristik.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  38. Bilder von den Renovationsarbeiten am Staudamm Mattmark. panoramio.com, abgerufen am 11. September 2012.
  39. Der Aussichtsreiche: Höhen-Panoramaweg. bergfex.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  40. «Es ist Zeit zu handeln». Walliser Bote, abgerufen am 11. September 2012 (PDF; 510 kB).
  41. Wilde Rhone. pfyn-finges.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  42. Die Produzenten von Walliser Trockenfleisch. trockenfleischwallis.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  43. Maurice Terrettaz: Derborence im Historischen Lexikon der Schweiz, Zugriff am 6. April 2014
  44. 4 Vallées. bergfex.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  45. Prince 2012. carnavaldemonthey.com, abgerufen am 11. September 2012 (französisch).
  46. Thermalbäder und Wellness im Kanton Wallis. swisstherme.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  47. Hauptseite. Walliser Golf Verband, abgerufen am 11. September 2012.
  48. Golf Club Riederalp. Walliser Golf Verband, abgerufen am 11. September 2012.
  49. Walliser Weine und Rebsorten. walliserweine.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  50. Höchster Weinberg Europas. heidadorf.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  51. Gletscherwein. Kulinarisches Erbe der Schweiz, abgerufen am 11. September 2012.
  52. a b "Der Gesundheitszustand der Walliser Landwirtschaft". Kanton Wallis, abgerufen am 11. September 2012 (PDF; 9,9 MB).
  53. Wie kam der Safran nach Mund? mund.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  54. Wolf im Ständerat: Schritt zurück in die Vergangenheit. gruppe-wolf.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  55. Trotz Milliardenauftrag: Der Aluminium-Hersteller Constellium streicht im Wallis 120 Stellen. drs.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  56. Arme Böden - Reiches Land. 20min.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  57. Kanadier suchen im Wallis nach Uran. tagesanzeiger.ch, abgerufen am 11. September 2012.
  58. Die NEAT und der neue Bahnhof Visp. skos.ch, abgerufen am 11. September 2012 (PDF; 7,5 MB).
  59. Die SBB in Zahlen und Fakten 2011. sbb.ch, abgerufen am 11. September 2012 (PDF; 4,8 MB).
  60. Die Gornergratbahn. zermattportal.de, abgerufen am 12. September 2012.
  61. Porträt Wallis. postauto.ch, abgerufen am 12. September 2012.
  62. Bergbahnenverzeichnis. panorama-alpen.de, abgerufen am 12. September 2012.
  63. A9 Info November 2014. a9-vs.ch, abgerufen am 22. April 2015 (PDF).
  64. Gsteig – Sanetschpass – Sion. gstaad.ch, abgerufen am 12. September 2012.
  65. Einige Informationen über das obligatorische Schulsystem im Wallis. vs.ch, abgerufen am 12. September 2012 (PDF; 174 kB).
  66. Waliser Bildungssystem. vs.ch, abgerufen am 12. September 2012 (PDF).
  67. Valais/Wallis canton (Switzerland). crwflags.com, abgerufen am 12. September 2012 (englisch).
  68. Wappen der Schweiz. Heraldry of the World, abgerufen am 12. September 2012 (englisch).
  69. 1911 Encyclopædia Britannica/Valais. wikisource.org, abgerufen am 12. September 2012 (englisch).
  70. Verfassungen des Wallis. verfassungen.de, abgerufen am 12. September 2012.
  71. Sachplan 3. Rhonekorrektion. rhonevivant.ch, abgerufen am 12. September 2012 (PDF).
  72. 3. Rhonekorrektion. Bundesamt für Umwelt (BAFU), abgerufen am 12. September 2012.

Koordinaten: 46° N, 8° O; CH1903: 612485 / 101695