Tubuai

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Tubuai
Blick vom Motu Mitiha über die Lagune auf die Hauptinsel
Blick vom Motu Mitiha über die Lagune auf die Hauptinsel
Gewässer Pazifischer Ozean
Archipel Austral-Inseln
Geographische Lage 23° 23′ S, 149° 27′ WKoordinaten: 23° 23′ S, 149° 27′ W
Tubuai (Französisch-Polynesien)
Tubuai
Anzahl der Inseln 7
Hauptinsel Tubuai
Landfläche 45 km²
Lagunenfläche 94 km²
Höchste Erhebung Mont Taitaa
422 m
Einwohner 2050 (2007)
Karte (1943–45)
Karte (1943–45)

Tubuai ist der Name eines Atolls sowie dessen Hauptinsel im Südpazifik, 640 km südlich von Tahiti. Mit 2.050 Einwohnern (2007) auf 45 km² Fläche ist sie die Hauptinsel der zu Französisch-Polynesien gehörenden Austral-Inseln, die daher oftmals auch „Tubuai-Inseln“ genannt werden. Hauptort ist Mataura.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung von Tubuai wohnte traditionell in kleine Dörfern, die zu verschiedenen mata'eina'a (Distrikten) gruppiert wurden:[1]

  • Toerauetoru (Nordwesten, heutige Gemeinde Mataura, früherer Hauptbezirk, mit den Dörfern Atiahara an der Küste und Tanataetea im Inselinnern)
  • Natieva (Nordosten, heutige Gemeinde Taahuaia)
  • Paorani (Nordosten, heute verlassen, heutige Gemeinde Taahuaia)
  • Nahitorono (Süden, heutige Gemeinde Mahu)
  • Tuporo (Osten, heutiger Weiler Haramea)
  • Tamatoa (im Südosten, das gleichnamige Dorf liegt an der Grenze zwischen den Gemeinden Taahuaia und Mahu)
  • Huahine (im Zentrum, ohne Zugang zur Küste)

Nach Maude (1958) gab es zum Zeitpunkt des europäischen Kontakts dagegen nur drei Distrikte:[2]

  • Toerauetoru (jetzt Mataura)—zentriert an der Nordküste gegenüber der Laguneneinfahrt
  • Natieva (jetzt Taahuaia)—an der Nordostküste
  • Paorani (heute verlassen)—im Inselinneren und östlich von Natieva

Die Insel wurde am 8. oder 9. August 1777 von James Cook für Europa entdeckt, der aber keinen Grund sah, zu landen und sich mit den kriegerisch anmutenden Einheimischen einzulassen. Er benannte die Insel nach Georg III.

Von Juni bis September 1789 versuchten Fletcher Christian und seine Kameraden von der Bounty sich auf Tubuai niederzulassen und gründeten an der Nordostküste Fort George.

Nach andauernden Streitigkeiten untereinander und bewaffneten Auseinandersetzungen mit den Einheimischen, unter anderem wegen Frauenraubes, gaben die Meuterer den Siedlungsversuch auf. 66 Menschen, darunter sechs Frauen, hatten sie getötet. Die Europäer hatten selbst nur zwei Verletzte – einen durch einen feindlichen Speer und Christian mit einer Schnittwunde durch sein eigenes Bajonett – zu beklagen gehabt.

Die Bounty kehrte nach Tahiti zurück, wo 16 zurückblieben, bald darauf verhaftet und nach England gebracht wurden, während neun Meuterer, zwei Einwohner Tubuais, vier Tahitianer und zwölf Tahitianerinnen in derselben Nacht heimlich weiterfuhren und letztlich Pitcairn besiedelten.

Die Rekonstruktion von Fort George kann als Touristenattraktion besichtigt werden.

  • 1881: Französische Kolonieay
  • 1903: Zusammenfassung der Inseln zu Französisch-Ozeanien

Auf Tubuai gibt es rund 247 historische Flurnamen.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der weitaus größten, gebirgigen Insel im Zentrum weist das im Frühstadium seiner Entwicklung befindliche Atoll sechs weitere Inseln auf dem östlichen Riffkranz, nachfolgend im Uhrzeigersinn von Nordost bis Südost aufgelistet:

  1. Tubuaï
  2. Motu Rautaro (Nordost, zur commune associée Taahuaia)
  3. Motu Toena (Nordost, zur commune associée Taahuaia)
  4. Motu Roa (Moturaa, Tapapatatuai, Nordost, zur commune associée Taahuaia)
  5. Motu Motihia (Mitiha, Ost, zur commune associée Taahuaia)
  6. Motu 'Ōfa'i (Îlot Caillou, Ofai) (Südost, Lagune, zur commune associée Mahu)
  7. Îlot Plat (Südost, Lagune, zur commune associée Mahu)

Höchste Erhebung ist mit 422 m der Mont Taitaa östlich vom Zentrum der Hauptinsel. Im Südosten liegt der Hanareho, der 325 m Höhe erreicht. Dazwischen liegt flacheres Land, sodass die Insel von Norden und Süden aus einiger Entfernung wie zwei Inseln erscheint.

Hauptort und Verwaltungszentrum der Australinseln ist das Dorf Mataura an der Nordküste.

2007 betrug die Bevölkerung 2050 Einwohner. Sie verteilte sich auf drei Teilgemeinden (communes associées):

  1. Mataura (954, im Norden) (Hauptort, historisches Dorf Toerauetoru)
  2. Taahueia (552, im Nordosten, historisches Dorf Natieva)
  3. Mahu (544, im Süden, historisches Dorf Nahitorono)

Die Inseln haben eine aggregierte Landfläche von 45 km², wovon der Löwenanteil auf die Hauptinsel entfällt. Die Lagune misst 94 km².[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert T. Aitken: Ethnology of Tubuai, Honolulu, Hawaii 1930 (Master's Thesis) (= Bernice P. Bishop Museum, Bulletin 70) (= Bayard Dominick Expedition, Publication Number 19) (online, Karte S. 169)
  • Aymeric Hermann: Production et échange des lames d’herminette en pierre en Polynésie centrale: Les dynamiques technoéconomiques dans l’île de Tubuai (archipel des Australes). Scéances de la Société préhistorique française. Papeete 2016. (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tubuai – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aymeric Hermann: Production et échange des lames d’herminette en pierre en Polynésie centrale: Les dynamiques technoéconomiques dans l’île de Tubuai (archipel des Australes), Papeete 2016.
  2. Henry Evans Maude: In search of a home. From the Mutiny to Pitcairn Island (1789–1790). In: Journal of the Polynesian Society, Volume 67, No. 2, 1958, S. 104–131.
  3. Robert T. Aitken: Ethnology of Tubuai, Honolulu, Hawaii 1930 (Master's Thesis) (= Bernice P. Bishop Museum, Bulletin 70) (= Bayard Dominick Expedition, Publication Number 19), S. 99–101
  4. Bernard Salvat, Tamatoa Bambridge, Donatien Tanret, Jerôme Petit (eds.): Environnement Marin des Îles Australes, Polynésie Française, Tahiti 2015, S. 205