Turmruine Sarmingstein

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Turmruine Sarmingstein
Turm zu Sarmingstein von unten

Turm zu Sarmingstein von unten

Entstehungszeit: Turm 1488
Burgentyp: Ortslage
Erhaltungszustand: Turmruine
Ort: St. Nikola an der Donau-Sarmingstein
Geographische Lage: 48° 13′ 59,4″ N, 14° 56′ 30,9″ OKoordinaten: 48° 13′ 59,4″ N, 14° 56′ 30,9″ O
Turmruine Sarmingstein (Oberösterreich)
Turmruine Sarmingstein

Die Turmruine Sarmingstein ist der Rest einer Basteianlage im Ortsteil Sarmingstein von St. Nikola an der Donau im Bezirk Perg, Oberösterreich, mit der die zu Beginn des 16. Jahrhunderts errichtete Hauderer-Straße und die Donau überwacht wurden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der noch bestehende Rundturm wurde 1488 im Auftrag von Kaiser Friedrich III. von den Gebrüdern Prueschenk errichtet. 1513 musste der Burggraf Heinrich Prueschenk den Turm an das Stift Waldhausen abtreten, er selbst hielt sich zumeist in der Greinburg auf.[1] Auf Befehl von König Ferdinand I. wurde das Festungswerk 1538 von Propst Conrad von Waldhausen mit Basteien versehen.[1] Es diente als Ersatz für die bereits zur Ruine gewordene Burg Werfenstein, die seinerzeit zur Überwachung der Donau diente. Der Turm bildete den nördlichen Eckpunkt der Bastei, die später als Schiffmeisterhaus diente und 1602 unter Propst Partenreuter von Stift Waldhausen erneuert wurde. Mit Turm und Seitenmauern konnte die Straße gesperrt werden. Im 17. Jahrhundert wurde der funktionslos gewordene Bau zur Ruine.

Anlässlich des Baus der Donauuferbahn Anfang des 20. Jahrhunderts war der Turm durch Sprengungen stark in Mitleidenschaft gezogen worden und musste daraufhin zur Hälfte abgetragen werden. Mit dem Material wurde das Turminnere befüllt.

Im Jahr 2013 stürzten Teile des Turms auf die Gleise der Donauuferbahn. Aus Sicherheitsgründen durften einige darunter liegende Häuser teilweise nicht mehr bewohnt werden und die Donau Straße (B 3) wurde bis zum Abschluss der Untersuchungen und Vornahme von Sicherungsmaßnahmen mehrere Wochen gesperrt.[2][3]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Turm ist einer der letzten erhaltenen mittelalterlichen Mauttürme an der Donau und findet sich auch im Marktwappen von Sarmingstein,[4] das Kaiser Maximilian II. dem Markt am 19. November 1572 verlieh.

Das Gebäude wird als Aussichtsturm touristisch genutzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Turmruine Sarmingstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ludwig Commenda: Neuer illustrierter Führer durch von Grein und Umgebung sowie durch das Machland, Bahnstrecke Mauthausen–Grein. Hiebl, Grein 1910, S. 115 (online (PDF) auf ZOBODAT).
  2. Mautturm ist gerettet. Abschnitt B3 bleibt gesperrt – Einsturzgefahr. In: meinbezirk.at. 11. Juni 2012, abgerufen am 9. Juni 2021.
  3. Mautturm soll mit Ruine Säbnich verbunden werden. In: meinbezirk.at. Bezirksrundschau Perg, 19. Juni 2013, abgerufen am 9. Juni 2021.
  4. Sarmingstein. In: Heraldry of the World. Abgerufen am 10. Juni 2021 (Wappen des Marktes Sarmingstein).