Tyler Cowen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Tyler Cowen

Tyler Cowen (* 21. Januar 1962 in Bergen County) ist ein US-amerikanischer Ökonom. Er ist Professor für Wirtschaftswissenschaften an der George Mason University. Er ist Direktor des Think-Tanks Mercatus Center, Kolumnist für Bloomberg News und zusammen mit Alex Tabarrok Betreiber des Blogs Marginal Revolution. Cowen studierte Ökonomie an der George Mason University (B.Sc., 1983) und promovierte 1987 an der Harvard University.

Weltmarkt der Kulturen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cowen geht im Gegensatz zur Kritischen Theorie von einem „Wohlstandsgewinn-Modell“ aus, nach dem Wohlstand, Technologie und Handel die Kultur und ihre Vielfalt fördern. Die Validität dieses Modells zeigt er anhand vieler Beispiele. So ermöglichte erst das aus Europa eingeführte Metallmesser die Schaffung eindrucksvoller Totempfähle durch die Indianer der Pazifikküste, oder die importierte Tontechnik den weltweiten Erfolg des jamaikanischen Reggae. Danach geht Cowen auf drei mögliche Probleme seines Modells ein:

  • Der Einfluss des Handels auf das gesellschaftliche Ethos: Die Weltanschauung ist ein charakteristischer Bestandteil einer Kultur, der durch verstärkten Kulturhandel gestört wird und letztlich verschwindet. Dieser zeitliche Wandel bringt jedoch zugleich neue synthetische Kulturprodukte hervor.
  • Die regionale Bündelung einiger Waren und Dienstleistungen: Am Beispiel Hollywood zeigt Cowen jedoch, dass die globale Dominanz universalistischer US-Filmproduktionen die Bedienung von Nischenmärkten nicht behindert, sondern auf beiden Seiten fördert.
  • Die Veränderung des Bewusstseins und das Interesse der Kunden an Qualitätsfragen: Mit der Größe des kulturellen Marktes wächst jedoch nicht nur der oberflächliche, von Cowen extensiv genannte Kulturkonsum, sondern auch der qualitätskontrollierende intensive Konsum oder Hobbyismus, der sich wiederum in kleineren, homogenen Märkten nicht entfalten kann.

Cowen zieht drei Schlussfolgerungen:

  • Das Konzept der kulturellen Vielfalt hat zahlreiche Bedeutungen, die manchmal voneinander abweichen. So kann zwischen der zwischengesellschaftlichen, der individuellen, und der zeitlichen Vielfalt unterschieden werden.
  • Kulturelle Homogenisierung und Heterogenisierung sind keine Alternativen und nicht gegeneinander austauschbar. Vielmehr tendieren sie dazu, gleichzeitig aufzutreten. Ein verstärkter kultureller Austausch kann die zwischengesellschaftliche Vielfalt vermindern und gleichzeitig die innergesellschaftliche Vielfalt und die individuellen Wahlmöglichkeiten erhöhen.
  • Zwar ändert und beschädigt der interkulturelle Austausch jede Gesellschaft, die er berührt, aber letztlich fördert er die Innovation sowie die Kreativität des Menschen.

Abschließend bemerkt Cowen, dass die meisten Kulturen synthetisch sind, sich aber dies selten bewusst machen. Die Ablehnung bestimmter Kulturänderungen gründe weniger auf der Wertschätzung der Vielfalt an sich als zumeist auf der unsystematischen Abwertung einzelner fremder Einflüsse.

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • The Complacent Class: The Self-Defeating Quest for the American Dream. New York, NY: St. Martins Press. 2017. ISBN 1250108691
  • The Great Stagnation. How America Ate All The Low-Hanging Fruit of Modern History, Got Sick, and Will (Eventually) Feel Better. Dutton, 2011. (E-Book)
  • Modern Principles of Economics (mit Alex Tabarrok). Worth Publishers, 2009.
  • Modern Principles: Microeconomics (mit Alex Tabarrok). Worth Publishers, 2009.
  • Modern Principles: Macroeconomics (mit Alex Tabarrok). Worth Publishers, 2009.
  • Create Your Own Economy: The Path to Prosperity in a Disordered World. Dutton, 2009.
    • als Taschenbuch erschienen unter dem Titel: The Age of the Infovore: Succeeding in the Information Economy. Plume, 2010.
  • Discover Your Inner Economist: Use Incentives to Fall in Love, Survive Your Next Meeting, and Motivate Your Dentist, Penguin/Dutton, 2007.
  • Good & Plenty: The Creative Successes of American Arts Funding. Princeton University Press, 2006.
  • Markets and Culture Voices: Liberty vs. Power in the Lives of the Mexican Amate Painters. University of Michigan Press, 2005.
  • Creative Destruction: How Globalization is Changing the World's Cultures. Princeton University Press, 2002. - deutsche Übersetzung: Weltmarkt der Kulturen. Murmann, 2004.
  • New Theories of Market Failure (Hrsg. mit Eric Crampton). Edward Elgar Press, 2002.
  • What Price Fame?, Harvard University Press, 2000.
  • Economic Welfare (Hrsg.). Edward Elgar Press, 2000.
  • In Praise of Commercial Culture. Harvard University Press, 1998.
  • Risk and Business Cycles: New and Old Austrian Perspectives. Routledge Press, 1998.
  • Explorations in the New Monetary Economics (mit Randall Kroszner). Basil Blackwell Press, 1994.
  • Public Goods and Market Failures: A Critical Examination (Hrsg.; Neuauflage). Transactions Publishers, 1991.
  • The Theory of Market Failure: A Critical Examination (Hrsg.). George Mason University Press, 1988.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]