Typ 89 Granatwerfer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Typ-89-Granatwerfer)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Typ 89 Granatwerfer
Japan Type 89 grenade discharger.jpg
Allgemeine Information
Militärische Bezeichnung: Typ 89 Granatwerfer
Entwicklungsjahr: 1929
Herstellerland: JapanJapan Japanisches Kaiserreich
Produktionszeit: 1929 bis 1945
Waffenkategorie: Leichter Granatwerfer
Ausstattung
Gesamtlänge: 610 mm
Gewicht: (ungeladen) 4,7 kg
Lauflänge: 254 mm
Technische Daten
Kaliber: 50 mm
Munitionszufuhr: einzeln
Kadenz: 25 Schuss/min
Listen zum Thema

Der Typ 89 Granatwerfer (jap. 八九式重擲弾筒 Hachikyū-shiki jūtekidantō) war ein japanischer Granatwerfer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Granatwerfer in Schussposition

Bereits früh stellte sich heraus, dass der japanischen Infanterie eine geeignete, schnell verfügbare Artillerieunterstützungswaffe fehlte. So wurde von der japanischen Armee der Typ 89 50-mm-Mörser entwickelt. Dieser wurde von einem einzigen Soldaten mitgeführt und konnte dem Zug so in kürzester Zeit Feuerunterstützung bieten. Zum Transport wurde der Mörser einfach am Bein des Soldaten festgezurrt, da die Konstruktion, Größe und Gewicht dieses erlaubten. Die Japaner nannten das Gerät deshalb „Beinmörser“. Als die Alliierten im Zweiten Weltkrieg einige der Mörser erbeuteten, erlagen sie einem fatalen Irrtum. Ein Übersetzer übersetzte „Beinmörser“ als „Kniemörser“, woraufhin von einigen alliierten Soldaten der Mörser auf dem Knie stehend abgefeuert wurde, was zu einigen schweren Verletzungen führte.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Mörser war eine unkonventionelle Konstruktion, die eher an einen Stab als an einen herkömmlichen Mörser erinnert. Der Höhenrichtbereich war nicht veränderbar und lag immer bei +45°. Die Reichweite konnte durch einen in das Rohr schraubbaren Stab verringert werden. Dadurch wurde die Treibladung der Granate früher gezündet, die Gase hatten mehr Expansionsspielraum und die Reichweite sank. Neben üblichen flossenstabilisierten Geschossen konnten auch ganz gewöhnliche Handgranaten verschossen werden.

Da der Mörser über kein Zweibein verfügte, musste der Schütze das Rohr beim Feuern festhalten. Daher geschah der Schussvorgang meist so, dass der Schütze hinter der Waffe kniete. Der „Kniemörser“ war auf einer Bodenplatte angebracht und beim Daraufhocken konnte es durch den massiven Rückstoß zu Knochenbrüchen kommen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaliber: 50 mm
  • Rohrlänge: 254 mm
  • Gewicht: 4,7 kg
  • Geschossgewicht: 793 g
  • Höchstschussweite: 670 m
  • Schussgeschwindigkeit: 25 Schuss/min

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]