Uldin

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Uldin († um oder kurz nach 409) war ein Stammesführer bzw. vielleicht sogar König der Hunnen an der unteren Donau. Er ist der erste historisch wirklich fassbare Hunnenherrscher (da die Person des Balamir wahrscheinlich nicht historisch ist).

Uldin schlug im Jahr 400 die Reste des Heeres des Rebellen Gainas, der kurz zuvor vergeblich gegen den oströmischen Kaiser Arcadius rebelliert hatte. Gainas fiel und Uldin schickte seinen Kopf nach Konstantinopel, wofür er eine hohe Belohnung erhielt (Zosimos 5,22). 406 sandte Uldin Truppen zum weströmischen General Stilicho, mit dem er ein Bündnis geschlossen hatte, um dessen Kampf gegen den Goten Radagaisus zu unterstützen (Orosius, Historiae adversum Paganos 7,37). Nachdem Uldin bereits im Winter 404/05 oströmisches Gebiet angegriffen hatte, fiel er 408 erneut in Thrakien ein, musste sich aber nach ersten Erfolgen bald wieder zurückziehen. Anschließend sind keine Nachrichten über Uldin mehr überliefert.

Über den Zusammenhalt des Reiches, über das Uldin herrschte, ist viel spekuliert worden. Wahrscheinlich vollzog sich eine regelrechte „hunnische Reichsbildung“ erst nach Uldins Tod. Dennoch sollte sein Anteil an der zukünftigen Entwicklung auch nicht unterschätzt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto J. Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Herkunft, Geschichte, Religion, Gesellschaft, Kriegführung, Kunst, Sprache. VMA-Verlag, Wiesbaden 1997, ISBN 3-928127-43-8, S. 43–53 (Erstaufl. 1978), [Standardwerk, welches gegenüber der amerikanischen Originalausgabe durchgesehen und verbessert wurde.]