Balamir

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Balamir (auch Balamber) war angeblich ein König der Hunnen im 4. Jahrhundert.

Balamir soll mit seinen Reiterheeren über die Wolga vorgedrungen sein und das Reich der Alanen an Terek, Kuban und am unteren Don zerschlagen haben. Daraufhin griff er Ermanarichs Greutungenreich an und zwang es zu Heeresfolge und Tribut. Später soll er eine gotische Prinzessin geheiratet haben, nachdem er ihren Vater Vinitharius, der gegen ihn rebellierte, getötet hatte.

Die Historizität Balamirs, der von Jordanes erwähnt wird,[1] ist umstritten.[2] Der Name ist dem gotischen Valamer (Valamir) angeglichen,[3] und sicherlich trugen die um 375 nach Westen vorstoßenden Hunnen noch keine gotischen Namen (dies war erst später der Fall). Es ist daher möglich, dass die Goten ihre Niederlage in Südrussland nur mit einer Person assoziieren wollten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter J. Heather: The Goths. Oxford 1996.
  • Otto J. Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Wiesbaden 1997 (Erstauflage 1978).
  • Tibor Schäfer: Balamber und Balamer: Könige der Hunnen. In: Historia 63, 2014, S. 243–256.
  • Edward A. Thompson: The Huns. Oxford 1999 (Nachdruck der Auflage von 1948, mit einem Nachwort von Peter Heather).

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unter anderem Jordanes, Getica 24,130
  2. Vgl. Edward A. Thompson: The Huns. Oxford 1999, S. 62f.; siehe auch Peter J. Heather: The Goths. Oxford 1996, S. 114.
  3. Otto J. Maenchen-Helfen: Die Welt der Hunnen. Wiesbaden 1997, S. 279.