Uli Keuler

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Ulrich "Uli" Keuler (* 3. Dezember 1952 in Kirchheim unter Teck) ist ein deutscher Kabarettist, Satiriker und Autor von Rundfunk-Sketchen und Mundarthörspielen.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uli Keuler wuchs in Wendlingen am Neckar auf. Er studierte Rhetorik, Germanistik und empirische Kulturwissenschaft in Tübingen und verfasste eine Dissertation über Häberle und Pfleiderer bei Walter Jens.[1] Nach ersten Bühnenerfahrungen als Zauberkünstler, trat er ab 1973 – überwiegend in Baden-Württemberg – als Komiker und Kabarettist auf.

Steht Keuler nicht auf der Bühne, verbringt er sehr zurückgezogen in der Nähe von Tübingen und am Bodensee seine Zeit mit Schreiben, Lesen und Wandern.

Auftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Keuler tritt fast nur in schwäbischsprachigen Gegenden auf, da er überwiegend diese Menschen karikiert. Viele Szenen seiner erdachten Figuren spielt er über Jahre hinweg, wobei er vordergründig Klischees auf der Bühne benutzt, die er selbst verkörpert, mit denen er spielt und jongliert.

Uli Keuler tritt stets solo auf. Auf der Bühne stehen das Mikrofon und ein Stuhl. Weitere Requisiten werden nicht eingesetzt.

„Der Witz“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den meisten seiner Auftritte wird als letzte Zugabe „nur noch“ folgender im Laufe der Jahre wenig abgewandelter Witz erzählt (hochdeutsche Übersetzung, erzählt wird auf Schwäbisch):

Geht ein Mann durch den Wald. Plötzlich springt einer mit der Pistole vor ihn hin und ruft: „Geld oder Leben!“ Jetzt hat der kein Geld dabeigehabt! Sagt der andere: „Na gut, dann gibst du mir halt deine Armbanduhr!“ Jetzt hat der auch keine Armbanduhr dabeigehabt! Da springt ihm der mit der Pistole auf den Rücken und ruft: „Dann trag mich halt ein Stückchen!“

Das lustige Element liegt dabei nicht im eher mäßigen Witz selbst, sondern darin, wie er erzählt wird. Von der Wirkung zunächst vorgeblich enttäuscht, erzählt Keuler ihn wieder und wieder, als habe das Publikum ihn nur noch nicht richtig verstanden, setzt zu unterschiedlichen Erklärungen an und bringt durch penetrante Wiederholung der immergleichen Textpassagen die Säle zum Kochen[2][3], bis der Witz abschließend in eine überraschende andere Pointe mündet und das Programm beendet.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uli Keuler: Häberle und Pfleiderer - zur Geschichte, Machart und Funktion einer populären Unterhaltungsreihe. Tübinger Vereinigung für Volkskunde, Tübingen 1992. (ger) ISBN 3-925340-77-7 (Untersuchungen des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen Band; 78) (Zugleich Tübingen Universität Dissertation 1992)

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Betriebsausflug (CD)
  • Camillo (CD)
  • Uli Keuler spielt ... 1973 - 2003 (CD)
  • ... spielt LIVE (DVD)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Gäli“ und der Mann im Wald, Gäubote vom 7. November 2008, abgerufen am 22. Mai 2014.
  2. Dieter Gräter: Uli Keuler begeistert, Südwestpresse vom 29. Oktober 2012, abgerufen am 22. Mai 2014.
  3. Marieke Henriques: Keulers Kabarett fürs schwäbisch-kollektives Gemeingut: „Goht en Ma durch da Wald …“, Pforzheimer Zeitung vom 12. Mai 2012, abgerufen am 22. Mai 2014.