Unstan Ware

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Unstan-Ware-Schale

Die Unstan Ware bezeichnet eine neolithische Töpferware, die ab dem Ende des 4. Jahrtausends v. Chr. in Schottland angefertigt wurde.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Keramiktradition wurde von Stuart Piggott auf Grund von Funden aus den Stalled Cairns auf den Orkney-Inseln [1] klassifiziert und nach 35 Schüsseln benannt, die im Unstan Cairn auf Orkney-Mainland gefunden wurden.

Piggot versteht unter Unstan-Töpferware unverzierte rundbodige Schalen mit geradem oder eingezogenem Rand und Schalen mit Umbruch und einer gerieften oder gestochenen bandförmigen Verzierung zwischen Umbruch und Rand. Audrey Henshall verengte die Definition auf verzierte Schalen mit Umbruch[2] Piggots erster Typ wird heute meist als “Plain bowls” bezeichnet.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unstan-Keramik ist durch eine einzige Form charakterisiert: eine breite rundbodige Schale, die meist zweigeteilt ist. Ihre senkrechte oder leicht konische Schulter ist manchmal durch einen leichten Wulst vom Gefäßkörper abgehoben. Nur die obere Gefäßhälfte ist verziert. Die Muster, Linien, seltener Dreiecke oder gefüllte Winkelbänder sind gestochen, geritzt und gestochen. Daneben kommen unverzierte Gefäße vor.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unstan-Ware wurde nur im nördlichen und nordwestlichen Schottland gefunden, auf den Orkney im Knap of Howar, in Stonehall und im Midhowe Cairn, auf dem Calf of Eday, im Wideford Hill Cairn, auf den Hebriden im Crannóg von Eilean Domhnuill im Loch Olabhat/Loch Olivat und Eilean an Tighe[3] auf North Uist, und Northton auf Harris[4].

Auf dem schottischen Festland gab es Funde in Skitton, Caithness und Urquhart, in Morayshire, Kenny’s Cairn in Caithness und im Ord North[5] in Sutherland. Die Verzierung neolithischer Gefäße aus Balbridie[6][7] zeigt gewissen Ähnlichkeiten zur Unstan-Keramik, die Form ist jedoch deutlich anders.

Bestattungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unstan-Töpferwaren wurden gehäuft in den langgestreckte Ganggräbern der „Stalled cairns“ des Typs Orkney-Cromarty entdeckt.

Datierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit der Unstan-Keramik ist nach Alison Sheridan[8] zwischen 3600/3500 BC (Knap of Howar) und 3200 anzusetzen.

Die Unstan-Töpfertradition wird auf den Orkneys durch die Grooved-Keramik abgelöst, die in Skara Brae und Maes Howe, aber auch auf dem Britischen Festland vertreten ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ian Armit: Scotland’s hidden history. 1998, ISBN 0-7486-6067-4.
  • Trevor Garnham: Lines on the landscape, circles from the Sky. Stroud, Tempus 2004.
  • John W. Hedges: Tomb of the eagles: a window on Stone Age tribal Britain. London, Murray 1984.
  • Audrey S. Henshall: The chambered Tombs of Scotland Band 2, Edinburgh University Press, Edinburgh 1972.
  • Stuart Piggott: Scotland before history. 1982, ISBN 0-7524-1400-3.
  • Gordon Thomson: The other Orkney book. 1980, ISBN 0-907200-00-1.
  • Alison Sheridan: French connections I: spreading the ‘marmites’ thinly. In: Ian Armit et al. (Hrsg.): Neolitic settlement in Ireland and Western Britain. Oxbow, Oxford 2003, S. 2–17.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stuart Piggott: The Neolithic Cultures of the British Isles. Cambridge 1954, S. 248
  2. Niall M. Sharpies: The excavation of a chambered cairn, the Ord North, at Lairg, Sutherland by J. X. W. P. Corcoran. Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland 111, 1981, S. 38
  3. W. L. Scott, Eilean an Tighe: A pottery workshop of the second Millennium BC. Proceedings Society Antiquaries Scotland 85, 1953
  4. D. D. A. Simpson: The Late Neolithic and Beaker settlement at Northton, Harris. In: Burgess/Miket (Hrsg.), Settlement and Economy in the Third and Second Millennia BC. Oxford. British Archaeological Reports 33, 1976, S. 221–231.
  5. Niall M. Sharpies: The excavation of a chambered cairn, the Ord North, at Lairg, Sutherland by J. X. W. P. Corcoran. Proceedings of the Society of Antiquaries Scotland 111, 1981, S. 34, 38
  6. Alan D. Fairweather, Ian B. M. Ralston, The Neolithic timber hall at Balbridie, Grampian Region, Scotland: the building, the date, the plant-macro fossils. Antiquity 67, 1993, S. 315.
  7. Ian B. M. Ralston, A timber hall at Balbridie Farm and the Neolithic in north-east Scotland. Aberdeen University Review 168, 1982, S. 238–249.
  8. Alison Sheridan: French connections I: spreading the ‘marmites’ thinly. In: Ian Armit et al. (Hrsg.), Neolitic settlement in Ireland and Western Britain. Oxbow, Oxford 2003, S. 2–17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]