Unstan Ware

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Unstan-Ware-Schale

Die Unstan Ware ist eine neolithische Keramiktradition, die Ende des 4. Jahrtausend v. Chr. in Schottland aufkam.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Typ wurde durch Stuart Piggott auf Grund der Funde aus Stalled Cairns der Orkney-Inseln definiert[1] und nach dem Unstan Cairn auf Orkney-Mainland benannt. Hier wurden 35 der charakteristischen Schüsseln gefunden.

Piggot verstand unter Unstan Ware unverzierte rundbodige Schalen mit geradem oder eingezogenem Rand und Schalen mit Umbruch und einer gerieften oder gestochenen bandförmigen Verzierung zwischen Umbruch und Rand. Audrey Henshall verengte die Definition auf verzierte Schalen mit Umbruch,[2] Piggots erster Typ wird heute meist als “Plain bowls” bezeichnet.

Keramik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzige Form der Unstan Ware ist eine breite rundbodige Schale, die meist scharf zweigeteilt ist und eine senkrechte oder leicht konische Schulter aufweist, die manchmal durch einen leichten Wulst vom Gefäßkörper abgehoben ist. Nur die obere Gefäßhälfte ist verziert. Die Muster, Linien, seltener Dreiecke oder gefüllte Winkelbänder sind gestochen, geritzt und gestochen. Daneben kommen unverzierte Gefäße vor.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unstan Ware wurde nur im nördlichen und nordwestlichen Schottland gefunden, auf den Orkneys im Knap of Howar, in Stonehall und Midhowe Cairn, auf dem Calf of Eday und auf dem Wideford Hill Cairn, auf den Hebriden im Crannóg von Eilean Domhnuill im Loch Olabhat/Loch Olivat und Eilean an Tighe[3] auf North Uist, und Northton auf Harris[4].

Auf dem schottischen Festland wurde sie in Skitton, Caithness und Urquhart, Morayshire, Kenny’s Cairn in Caithness und im Ord North[5] in Sutherland gefunden. Die Verzierung neolithischer Gefäße aus Balbridie[6][7] zeigt gewissen Ähnlichkeiten zur Unstan Ware, die Form ist jedoch deutlich anders.

Bestattungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unstan-Keramik kommt oft in den „stalled cairns“ des Typs Orkney-Cromarty vor. Dabei handelt es sich um langgestreckte Ganggräber, u. U. mit Seitenkammern.

Datierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unstan-Keramik ist nach Alison Sheridan[8] zwischen 3600/3500 BC (Knap of Howar) und 3200 anzusetzen.

Auf die Unstan Ware folgt auf Orkney die Grooved Ware, die u. a. in Skara Brae und Maes Howe gefunden wurde, aber auch auf dem Britischen Festland häufig ist.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ian Armit: Scotland’s hidden history. 1998, ISBN 0-7486-6067-4.
  • Trevor Garnham: Lines on the landscape, circles from the Sky. Stroud, Tempus 2004.
  • John W. Hedges: Tomb of the eagles: a window on Stone Age tribal Britain. London, Murray 1984.
  • Audrey S. Henshall: The chambered Tombs of Scotland. Vol. 2, Edinburgh University Press, Edinburgh 1972.
  • Stuart Piggott: Scotland before history. 1982, ISBN 0-7524-1400-3.
  • Gordon Thomson: The other Orkney book. 1980, ISBN 0-907200-00-1.
  • Alison Sheridan: French connections I: spreading the ‘marmites’ thinly. In: I. Armit et al (Hrsg.): Neolitic settlement in Ireland and Western Britain. Oxbow, Oxford 2003, S. 2–17.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stuart Piggott: The Neolithic Cultures of the British Isles. Cambridge 1954, S. 248
  2. Niall M. Sharpies: The excavation of a chambered cairn, the Ord North, at Lairg, Sutherland by J X W P Corcoran. In: Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland 111, 1981, S. 38
  3. W. L. Scott: Eilean an Tighe: A pottery workshop of the second millennium BC. In: Proceedings Society Antiquaries Scotland 85, 1953
  4. D. D. A. Simpson: The Late Neolithic and Beaker settlement at Northton, Harris. In: Burgess/Miket (Hrsg.), Settlement and Economy in the Third and Second Millennia BC. Oxford. British Archaeological Reports 33, 1976, S. 221–231.
  5. Niall M. Sharpies: The excavation of a chambered cairn, the Ord North, at Lairg, Sutherland by J X W P Corcoran. In: Proc. Soc. Antiq Scot. 111, 1981, S. 34, 38
  6. Alan D. Fairweather, Ian B. M. Ralston: The Neolithic timber hall at Balbridie, Grampian Region, Scotland: the building, the date, the plant-macro fossils. In: Antiquity 67, 1993, S. 315.
  7. Ian B. M. Ralston: A timber hall at Balbridie Farm and the Neolithic in north-east Scotland. In: Aberdeen University Review 168, 1982, S. 238–249.
  8. Alison Sheridan: French connections I: spreading the ‘marmites’ thinly. In: Ian Armit et al. (Hrsg.), Neolitic settlement in Ireland and Western Britain. Oxbow, Oxford 2003, S. 2–17.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]