Unteroffizier vom Dienst

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Der Unteroffizier vom Dienst (UvD) ist eine Dienststellung und ein Sonderdienst der Bundeswehr sowie in seiner Funktion ein Vorgesetzter mit besonderem Aufgabenbereich.[1][2] Dieser basiert auf der Zentralen Dienstvorschrift (ZDv) 10/5 (Leben in der militärischen Gemeinschaft), dem Soldatengesetz (SG) und der Vorgesetztenverordnung (VorgV). Der UvD ist für die Überwachung des Innendienstes innerhalb seiner Kompanie verantwortlich. Daher ist er dienstgradgruppengleichen und -niedrigeren Soldaten gem. § 3 VorgV vorgesetzt. Zur Unterstützung sind ihm ein oder zwei Soldaten zugeordnet. Er untersteht dem Kompaniefeldwebel (KpFw) und dem Kompaniechef (KpChef) und außerhalb der allgemeinen Dienstzeit zusätzlich dem Feldwebel vom Wochendienst (FvW) und dem Offizier vom Wachdienst (OvWa).

Bezeichnung und Kennzeichnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Armbinde des UvD
BW Armbinde GvD.svg
BW Armbinde MvD.svg


Armbinde des GvD bzw. MvD

Dieser Sonderdienst wird im Allgemeinen von Soldaten der Dienstgradgruppe der Unteroffiziere ohne Portepee oder von erfahrenen Soldaten der Dienstgradgruppe der Mannschaften wahrgenommen. Insbesondere im Rahmen der ehemaligen Wehrpflicht galt ein Einsatz als UvD für Mannschaftsdienstgrade als Auszeichnung für besonders motivierte und vorbildliche Soldaten. Teilweise wurden bereits Gefreite oder Obergefreite als UvD eingesetzt.

Der UvD trägt während seines Dienstes eine weiße Armbinde mit der Aufschrift UvD am linken Oberarm. Früher wurde anstelle dieser Armbinde eine blaue Schulterschnur an der rechten Schulter getragen.

Aufgabenbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der UvD ist ein Sonderdienst zur Überwachung des Innendienstes. Des Weiteren ist der UvD für die Sauberkeit der Kompanie und für die Einhaltung der soldatischen Ordnung nach dem allgemeinen Dienstschluss verantwortlich. So obliegt ihm unter anderem das Wecken, die Überwachung der Reinigung der Unterkünfte und die Einhaltung der Nachtruhe. Im Allgemeinen und im Besonderen handelt er nach Weisung des Kompaniefeldwebels seiner Einheit. Der Kompaniefeldwebel erlässt in der Regel auch Dienstanweisung für den UvD, in der z.B. Ruhezeiten, Aufenthaltsort, Teilnahme am Tagesdienst, etc. geregelt ist.

Der Dienst als UvD dauert in der Regel 24 Stunden (von Dienstbeginn bis zum Dienstbeginn des nächsten Tages). Er nimmt neben dieser Aufgabe im Normalfall am Tagesdienst seiner Einheit teil. Als Dienstort ist für ihn ein spezielles UvD-Zimmer im Eingangsbereich des Unterkunftsgebäudes vorgesehen. Der UvD führt ein Meldebuch über alle Ereignisse innerhalb seines Aufgabenbereiches.

Ihm sind meistens ein oder zwei Soldaten der Dienstgradgruppe der Mannschaften als Gefreiter vom Dienst (GvD) zugeordnet, bei der Marine auch Matrose vom Dienst (MvD). Nachts darf der UvD im Wechsel mit dem GvD ruhen. Er hat regelmäßig, auch während der Nacht, Kontrollgänge im Kompaniebereich und oftmals auch in zugewiesenen Aufgabenbereichen durchzuführen.

UvD im Sanitätsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Sanitätsstaffeln sorgt der ständig vor Ort befindliche UvD außerhalb der normalen Dienstzeiten für die Erstversorgung von Notfällen bis zum Eintreffen des Arztes vom Dienst. Er muss zudem in der Lage sein, diesem bis hin zu kleinen chirurgischen Eingriffen im Operationssaal - zum Beispiel beim Nähen - zu assistieren. Zur Durchführung seiner Aufgaben ist er jedem anderen nicht sanitätsdienstlichen Dienstgrad weisungsbefugt. Ist zur Aufgabenerfüllung ein Einsatz-Krankenwagen im Zugriff, so untersteht ihm auch der zugehörige diensthabende Kraftfahrer vom Dienst.

Unterstellungs- und Vorgesetztenverhältnisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der UvD ist Vorgesetzter nach § 3 der Vorgesetztenverordnung (VorgV) und kann damit innerhalb seiner Einheit und seines Aufgabenbereichs dienstgradgruppengleichen und -niedrigeren Soldaten Befehle erteilen.

Beispiele:

  1. Hat der UvD den Dienstgrad „Unteroffizier“ (Dienstgradgruppe: UoP), so ist er allen Unteroffizieren ohne Portepee und allen Mannschaften seiner Einheit vorgesetzt. Dies umfasst die Dienstgrade vom Schützen bis einschließlich Stabsunteroffizier.
  2. Versieht ein Soldat der Dienstgradgruppe der Mannschaften den Dienst als UvD, so ist er nur den Soldaten vorgesetzt, die zur Dienstgradgruppe der Mannschaften gehören. Also vom Schützen bis einschließlich Oberstabsgefreiter.

Im Gegensatz zum UvD ist der GvD kein Vorgesetzter gemäß § 3 VorgV und damit nicht befehlsbefugt, sondern nur weisungsbefugt. Durch den GvD können jedoch Befehle des UvD übermittelt werden. Diesen haben die Soldaten, denen der UvD vorgesetzt ist, Folge zu leisten.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorgesetztenverordnung
  2. § 3 Vorgesetzte mit besonderem Aufgabenbereich