Untersteuern

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Untersteuern: Das Auto beschreibt nicht die ideale Kurvenlinie (grün), sondern es steuert zu wenig nach links in die Kurve und wird aus der Kurve getrieben (rote Linie), beispielsweise durch eine zu hohe Geschwindigkeit bei Einfahrt in die Kurve.
Untersteuernder Volvo S60 R bei der Durchfahrt einer 180°-Kurve

Man spricht von Untersteuern bei einem Fahrzeug, wenn der Schräglaufwinkel der Vorderräder größer als der Schräglaufwinkel der Hinterräder ist, das heißt, das Fahrzeug „schiebt“ über die Vorderräder in einer Kurve nach außen.

Das Gegenteil von Untersteuern ist das Übersteuern.

Über das generelle Verhalten eines Fahrzeugs bei stationärer Kreisfahrt gibt das Eigenlenkverhalten Auskunft.

Stationäre Kreisfahrt auf konstantem Radius.
UnterUebersteuern.png

Alle heutigen Fahrzeuge sind aus Sicherheitsgründen durchweg untersteuernd ausgelegt, da das Fahrzeug sich durch das "Schieben" über die Vorderräder abbremst und dadurch wieder spurstabiler wird.

Als konstruktiv unsicher gilt jedoch eine Auslegung, bei der das Untersteuern plötzlich in Übersteuern wechseln kann: wenn ein Hinterrad die Haftreibung verliert. Eine solche Auslegung kann insbesondere bei ungeübten Fahrern zu Unfällen führen. Diese Gefahr ist vor allem bei Fahrzeugen mit starkem Hinterradantrieb gegeben: Gasgeben in Kurven kann zum Ausbrechen des Hecks führen, indem das entlastete kurveninnere Rad durchzudrehen beginnt und damit seine Seitenführungsfähigkeit verliert.

Moderne elektronische Systeme wie das elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) wirken diesem Phänomen mittels automatischem Bremseingriff und teils durch Rücknahme der Motorleistung entgegen. Untersteuern wird durch Abbremsung des kurveninneren Hinterrades korrigiert.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Untersteuern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien