Ursula Vogel-Weidemann

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Ursula Vogel-Weidemann (* 26. September 1930 in Windhoek; † 6. Mai 1997 in Pretoria) war eine deutsch-südafrikanische Althistorikerin.

Ursula Weidemann war Tochter eines Deutschen, der Rektor der Deutschen Schule in Windhoek war. Sie begann ihre akademische Ausbildung zunächst an der Universität des Freistaates in Bloemfontein und wechselte von dort 1954 an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Dort wurde Hans Schaefer ihr wichtigster Lehrer, bei dem sie auch 1957 mit der Arbeit Die Statthalter von Africa und Asia in den Jahren 14–54 n. Chr. Eine Untersuchung zu der Personalpolitik der julio-claudischen-Kaiser promoviert wurde. Anschließend war sie Inhaberin des Reisestipendiums des Deutschen Archäologischen Instituts. 1960 wurde sie wissenschaftliche Assistentin bei Schaefer. Im Jahr darauf verhinderte eine wissenschaftliche Verpflichtung die Teilnahme an einer Exkursion des Heidelberger Seminars in die Türkei. Es sollte Weidemanns persönliches Glück in einer der schlimmsten personellen Katastrophen für die deutsche Althistorie werden. Am 23. September 1961 verstarben Schaefer, Jacques Moreau sowie acht weitere Assistenten und Studenten bei einem Flugzeugabsturz bei Ankara. Gemeinsam mit Walter Schmitthenner, einem weiteren Schaefer-Schüler, gab sie zwei Jahre später in Andenken an ihren Lehrer dessen Kleine Schriften (Aufsätze etc.) heraus. Nach dem Unfall wurde Weidemann zur Wissenschaftlichen Rätin ernannt. Sie vertrat bis zur Neuberufung Fritz Gschnitzers 1962 die Alte Geschichte in Heidelberg. Mit ihrem südafrikanischen Mann kehrte sie 1967 wieder nach Südafrika zurück. Dort lehrte sie ab 1969 an der University of South Africa in Pretoria bis zu ihrer Pensionierung 1995 Alte Geschichte. Von 1981 bis 1995 stand sie dem dortigen Department of Classics vor.

Vogel-Weidemann forschte insbesondere zur Politik und Prosopographie des ersten Jahrhunderts nach Christus. 1982 brachte sie dabei ihre Dissertation in überarbeiteter und erweiterter Form nochmals heraus, das Werk hatte nun mehr als 700 Seiten. Es gilt als Grundlagenwerk zum frühen Prinzipat. Sie gab zudem für eineinhalb Jahrzehnte bis 1996 die Schriftenreihe Acta Classica der Classical Association of South Africa heraus.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Walter Schmitthenner: Hans Schaefer: Probleme der alten Geschichte. Gesammelte Abhandlungen und Vorträge. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1963.
  • Die Statthalter von Africa und Asia in den Jahren 14–68 n. Chr. Eine Untersuchung zum Verhältnis Princeps und Senat. Habelt, Bonn 1982, ISBN 3-7749-1412-5 (Antiquitas. Reihe 1, Bd. 31).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]