Uvo Hölscher (Ägyptologe)

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Uvo Adolf Hölscher (* 30. Oktober 1878 in Norden (Ostfriesland); † 21. Februar 1963 in Hannover) war ein deutscher Architekt, Bauforscher und Ägyptologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hölscher war der Sohn des Theologen Wilhelm Hölscher. Er schloss sein Studium an der Technischen Hochschule Hannover 1902 als Diplom-Ingenieur ab. 1906 wurde er Regierungsbaumeister (Assessor in der öffentlichen Bauverwaltung) und arbeitete mit Ludwig Borchardt in Abusir, dann auf dem Pyramidenkomplex des Königs Chephren sowie 1910 in Amarna. Bereits 1909 wurde er in Berlin zum Doktor-Ingenieur promoviert. 1911 wurde er mit den Lehrgebieten frühgermanische und frühchristliche Kunst, Architekturzeichnen, architektonische Formenlehre und Entwerfen einfacher Gebäude Dozent für Architektur an der Technischen Hochschule Hannover. 1914 bis 1916 nahm er Ausgrabungen in der Kaiserpfalz Goslar vor. 1918 wurde er zum Professor ernannt. Ab 1919 lehrte er auch Baukunst der Antike und ab 1920 perspektivisches Zeichnen.

Von 1924 bis 1929 war Hölscher als Nachfolger von Karl Mohrmann nebenamtlicher Konsistorialbaumeister der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers. Zwischen 1926 und 1937 war er jeweils im Wintersemester vom Vorlesungsbetrieb beurlaubt und leitete die Ausgrabungen des Totentempels des Königs Ramses III. in Medinet Habu für das Oriental Institute of Chicago. Seit 1929 war er ordentliches Mitglied des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches in Berlin.

1937 erhielt Hölscher eine ordentliche Professur für Baugeschichte an der Technischen Hochschule Hannover. Zum 1. Oktober 1947 wurde er emeritiert.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Grabdenkmal des Königs Chephren. Veröffentlichungen der Ernst von Sieglin Expedition in Ägypten I. Leipzig 1912 (PDF).
  • Die Kaiserpfalz Goslar. Beiträge zur Geschichte der Stadt Goslar, Goslarer Fundus. Nachdruck der Ausg. Berlin, Frankfurter Verl.-Anst., 1927. Verl. für Regionalgeschichte, Bielefeld 1996. ISBN 3895341754
  • Das Hohe Tor von Medinet Habu: Eine Baugeschichtliche Untersuchung (= WVDOG, 12). Verlag: Hinrichs, Leipzig 1910; Neuauflage, Biblio-Verlag 1984. ISBN 3764826339
  • Excavations at Ancient Thebes, 1930/31 (= OIC, 15). Chicago, 1932.
  • Die Wiedergewinnung von Medinet Habu im westlichen Theben. Leipzig: Hinrich, 1933; Neuauflage, Verlag Wasmuth, 1958.
  • The Excavation of Medinet Habu, 1: General Plans and Views OIP, 21. Chicago, 1934.
  • The Temples of the Eighteenth Dynasty. Excavations of Medinet Habu 2. OIP 41. Chicago 1939.
  • The Mortuary Temple of Ramses III. Excavations of Medinet Habu 3. OIP 54. Chicago 1941.
  • The Mortuary Temple of Ramses III. Excavations of Medinet Habu 4. OIP 55. Chicago 1951.
  • The Excavation of Medinet Habu, 5: Post-Ramessid Remains. OIP, 66. Chicago, 1954.
  • Harold H. Nelson und Uvo Hölscher: Medinet Habu, 1924-1928. OIC, 5. Chicago, 1929.
  • Harold H. Nelson und Uvo Hölscher: Work in Western Thebes, 1931-33. OIC, 18. Chicago, 1934.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uvo Höscher: (Autobiographisches). In: Ernst Walter Andrae: Koldewey-Gesellschaft, Vereinigung für Baugeschichtliche Forschung e.V. Von ihren Gründern, ihrer Geschichte und ihren Zielen. Festschrift zum 80. Geburtstag. Braun u. a., Karlsruhe u. a. 1955, S. 9–13.
  • Rita Seidel: Catalogus Professorum 1831–1981 (= Festschrift zum 150jährigen Bestehen der Universität Hannover. Band 2). Kohlhammer, Stuttgart / Berlin / Köln / Mainz 1981, ISBN 3-17-007321-4.
  • M. J. Bierbrier: Who Was Who in Egyptology. 3. Auflage. The Egypt Exploration Society, London 1995, ISBN 0-85698-125-7, S. 206.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]