Vecpiebalga

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Vecpiebalga sds
Wappen von Vecpiebalga
Vecpiebalga (Lettland)
Red pog.svg
Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Livland (lettisch: Vidzeme)
Verwaltungsbezirk: Vecpiebalgas novads
Koordinaten: 57° 4′ N, 25° 49′ OKoordinaten: 57° 3′ 43″ N, 25° 48′ 39″ O
Einwohner: 554
Fläche:
Bevölkerungsdichte:
Höhe: 215 m
Webseite: www.vecpiebalga.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:

Vecpiebalga (deutsch: Alt-Pebalg) ist eine Ortschaft im Nordosten Lettlands und Zentrum der gleichnamigen Verwaltungseinheit (lettisch: Vecpiebalgas novads).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Erzbischof von Riga ließ beim heutigen Dorf Vecpiebalga eine 1318 erstmals erwähnte Burg anlegen.[1] Im Livländischen Krieg scheiterte 1559 ein erster Versuch russischer Truppen, die Burg einzunehmen; beim zweiten Versuch im Jahre 1577, als sie Livland besetzten, gelang ihnen dies.[2] Sie wurde nach den Kriegszerstörungen wiederhergestellt, verfiel jedoch im 18. Jahrhundert, so dass seither nur noch Ruinen übrig sind.

Die Ortschaft entstand um das Gut Alt-Pebalg, etwa 3 km von der Burg entfernt zwischen zwei Seen gelegen.

Eine Kirche bestand seit 1345. Die heutige Mittelschule wurde 1860 gegründet, während der Revolution von 1905 zerstört und in den 1930er Jahren wieder aufgebaut.

Im Gemeindegebiet steht das als Museum hergerichtete Haus Kalna Kaibēni der Brüder Matīss und Reinis Kaudzīte, die 1879 mit dem Roman Mērnieku laiki ein neues Kapitel in der lettischen Literaturgeschichte aufschlugen. Der Roman spielt zum Großteil in Vecpiebalga. Unter dem Titel „Landvermesserzeiten“ erschien er 2012, von Valdis Bisenieks ins Deutsche übersetzt, im Verlag Kaspars Kļaviņš in Salzburg, ISBN 978-3-9503342-0-3.

Vecpiebalgas novads[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2009 schlossen sich die Gemeinden Dzērbene, Ineši, Kaive, Taurenes und Vecpiebalga zu einem Verwaltungsbezirk zusammen. (Siehe auch: Verwaltungsgliederung Lettlands). 2010 waren 4781 Einwohner gemeldet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinis Kaudzīte (1839–1910), Lehrer und Schriftsteller, mit seinem Bruder Autor des ersten Romans in lettischer Sprache (s. o.).
  • Matīss Kaudzīte (1848–1926), Lehrer, Publizist und Schriftsteller, mit seinem Bruder Autor des ersten Romans in lettischer Sprache (s. o.).
  • Maria Guleke lebte zeitweise im Pastorat Alt-Pebalg bei ihrem Vetter, dem Probst Rudolf Guleke. Sie übersetzte bereits 1883 den Roman der Brüder Kaudzīte (Landvermesserzeiten) ins Deutsche (in gekürzter Fassung).
  • Kārlis Skalbe (1879–1945), Dichter.

Partnerstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, S. 456.
  2. Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, S. 457.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Vecpiebalga – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien