Verdrillmast

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Verdrillmast, Leitertausch farblich hervorgehoben
Verdrillmast einer 380-kV-Leitung: Unten innen nach unten außen, unten außen nach oben, oben nach unten innen

Ein Verdrillmast ist in der elektrischen Energietechnik ein Abspannmast, an dem einige oder alle Außenleiter eines Stromkreises auf dem Mast ihre Plätze tauschen. Eine solche Verdrillung verbessert das Übertragungsverhalten und lohnt sich bei Freileitungen ab 110 kV, die länger als 20 km sind.

Für die Ausführung und Platzierung der Verdrillungen gibt es unterschiedliche Verdrillschemata.

Nutzen der Verdrillung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leitungsbeläge der Außenleiter einer Freileitung können konstruktiv bedingt nicht identisch sein, was entsprechend der Leitungstheorie zu unterschiedlichen Leitungseigenschaften der einzelnen Außenleiter führt. Durch Verdrillen wird versucht diese Unterschiede anzugleichen, insbesondere den Kapazitätsbelag. Die Außenleiter bilden mit dem Erdboden sowie mit den geerdeten Freileitungsmasten eine Kapazität. Je weiter ein Außenleiter vom Erdboden bzw. den Masten entfernt installiert ist, desto geringer seine Kapazität. Das Verdrillen gleicht die Kapazitäten der Außenleiter einander an und vermindert so Übertragungsverluste durch Blindstrom. Wesentlich sind möglichst gleiche Leiterkapazitäten zum Erdpotential auch bei der Erdschlusskompensation.

Eine Verdrillung kann auch im Spannfeld zwischen zwei Masten vorgenommen werden, was aber in Deutschland wegen der geringeren Betriebssicherheit (Zusammenschlagen der Leiter möglich) nicht realisiert wird.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Réne Flosdorff, Günther Hilgarth: Elektrische Energieverteilung. 8. Auflage. Teubner, 2003, ISBN 3-519-26424-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Transposition towers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien